Kommentar

Ich will mein Geld

Von Daniel Mohr

27. November 2008 

Das Vertrauen in Finanzprodukte und deren Verkäufer ist erschüttert. Ob Lehman, Kaupthing, IKB oder Bayern LB: Die Krise hat viele Namen aus der Finanzbranche, die dem Anleger nicht gerade Zutrauen in den Umgang mit seinem Geld gegeben haben.

Kein Wunder also, dass er reagiert, wie er reagiert. Nach dem Motto „Ich will mein Geld“ zieht er es aus allen möglichen Finanzprodukten ab. Nach den Zertifikaten sind nun die Fonds betroffen. Für den Oktober hat die Branche die verheerendste Monatsbilanz aller Zeiten vorgelegt.

Obwohl Fonds als Sondervermögen vor Insolvenzen geschützt sind, kehren die Anleger den Produkten den Rücken. Begriffe wie Emittentenbonität oder Sondervermögen interessieren die Deutschen von jeher nicht und schrecken sie eher ab.

Um wieder an das Geld der Kunden zu kommen, bedarf es daher wohl einiger Überzeugungsarbeit der Produktanbieter. Die müssen dann besser als bisher erklären, warum der Kauf eines Fonds oder Zertifikats für den Anleger sinnvoll sein soll, welche Risiken damit verbunden sind und was die Bank eigentlich dabei verdient. Einfache, transparente Produkte werden die Gewinner sein - eine positive Seite der Krise.

Text: F.A.Z.

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