Bankenkrise

Ackermann und der Staat

Josef Ackermann ruft in der Krise nach dem Staat. Gegenwärtig funktionierten die Selbstheilungskräfte des Marktes nicht mehr. Das lässt sich auch direkter sagen: Der Steuerzahler soll die Banken aus ihrer misslichen Lage befreien, in die sie sich selbst gebracht haben. Von Gerald Braunberger

Lesermeinungen zum Beitrag

21. März 2008 17:56

Verstaatlichung - logische Folge der Bankenkrise

Rainer Kuczewski (Gefaelligkeitsrating)

Aus meiner Sicht sollten 2 strategische Änderungen in der Bankenlandschaft vorgenommen werden:

1. Zweckgesellschaften gehören in den Konzernabschluss, damit alle Risiken offenbar werden.
2. Wenn Banken in finanzielle Schieflage kommen, sollten andere Banken einspringen. Wenn sich keine anderen Banken finden, sollte der Staat einsrpingen, aber zum lächerlich geringen Aktienkurs (wie bei Insolvenz) und dann würde das Kreditinstitut erstmal verstaatlicht und könnte später wieder privatisiert werden.
Aber eine Unterstützung der Großbanken zum Wohl der Aktionäre und zum Schaden der Steuerzahler kann doch nicht wirklich jemand wollen - nur die, die Milliarden zu verlieren haben, rufen nach dem Staat, wo sie sonst immer den Staat raushalten wollen.

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20. März 2008 10:12

Was ist das denn? Ordnungsrahmen?

gisbert heimes (gisbert4)

Ein bißchen schwanger?

Nee nee Leute, es läuft auf die Endfrage hinaus: ist eine globale, auf Wachstum angewiesene Konkurrenzwirtschaft in einem begrenzten Ressourcen-System (= Biosphäre) überlebensfähig? Bei der Frage geht es erstmal nur um die Existenzsicherung; weitere Fragen nach Besonderheiten des Menschseins kommen - frei nach BB - erst danach.

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19. März 2008 21:58

Acker Schnacker

G. Koch (g.koch)

Da gab es mal einen Spruch: Gewinne werden privatisiert, Verluste werden sozialisiert. Angesichts der Anmerkungen eines Herrn Ackermann versteht man langsam, was gemeint ist.

Es kann nicht sein, dass Banker über Jahre zocken, sich wegen dieser scheinbaren Erfolge gigantische Gehälter genehmigen und nun im Zeichen des Platzens der Blase die Lasten dem Steuerzahler übereignen!

Wundern sich die Ackermanns dieser Welt wirklich noch über den Linksruck in Deutschland?

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19. März 2008 11:50

Der Markt kann nicht selbstregulierend funktionien: Der Ordnungsrahmen fehlt !

Hubert Thönes (HuThoenes)

Die aktuelle US-Finanzkrise hat eine globale Dimension und potenziert sich täglich wie in einer Kettenreaktion. Wirtschaftswissenschafter errinnern bereits an 1929. Da sich die Transmission vom Gedlkreislauf auf den realen Güterkreislauf nicht im Schneckentempo vollziehen wird, weltweit eine Rezession droht, ist der Ruf von Josef Ackermann nach einer konzertierten Aktion von Zentralbanken, Banken und Staat nichts anderes als ein "krisengesteuerter" Appell an die wirtschaftliche Vernunft. Sein Hinweis allerdings, dass die Selbstheilungskräfte des Marktes nicht mehr funktionierten, ist zu pauschal und zu unpräzise. Nicht die Marktmechansimen von Angebot und Nachfrage sind es im Banken-Sektor, die eine "Selbstgesundung" derzeitig akut verhindern, sondern es mangelt an einem geeigneten "gesetzlichen" Ordnungsrahmen, der die finanzielle Gier haftungsrechtlich begrenzt und die Aufsicht über die kreditiigebenden Institutionen "international" regelt. Wenn der Chef der global-agierenden Deutschen Bank nun faktisch - etwas provokativ - nach dem Staat ruft, so findet er meine Zustimmung, weil eben nur die staatliche Gesetzgebung den Ordnungsrahmen für eine "selbstreguliernde " Finanzwirtschaft schaffen kann.

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19. März 2008 11:08

Unverschämt!Raffgier-Mentalitäts-Wahn subventionieren? Herr Ackermann hat sich..

B. Woony (woony)

...selbst seine eigene Unfähigkeitsbescheinigung durch seine Äußerung bestätigt.

Vor Jahren mit dem PEACE-Zeichen die Gerichte und die deutsche Öffentlichkeit bloß gestellt, hierbei noch Millionen für seine "Unschuld" kassiert. Und jetzt will erneut abkassieren, oder glauben die Redakteure der FAZ, dass Herr A. diese Gelder zurückzahlt...im Falle einer Konsolidierung der Banken???

Never ever, im Gegenteil: Man wird bei einer Gesundung des Marktes das "Steuerschlacht-Schiff" Deutschland beschimpfen, diffamieren, drohen deren Mitarbeiter und Politiker "in die Wüste" schicken.

Hat die DEUTSCHE BANK etwa auch "Leichen" im Keller???

Herr A. macht nichts ohne Grund, dennoch sollte er Jüngeren, eventuell nicht so star-allürenhaft-besetzten Kräften, Platz machen. Wenn man als Manager Ängste hegt ("professionelle Versagensängste eingeschlossen"), sollte man gehen (!), denn man überlege sich, einem Mitarbeiter von Herrn A. wäre in eine solche "Mißlichkeit" geraten, den hätte er wahrscheinlich sofort entlassen, nebst schlechtem Zeugnis. Er will Sieger-Typen! Gehört Herr A. NOCH dazu?

Herr Ackermann zeihen sie die Konsequenzen! In anglophilen Ländern sagt man zu Menschen wie Sie: Shame on you, will heißen, schämen Sie sich!!!

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19. März 2008 09:24

Grinsemän Ackermän Bürokratenfan?

Hartmut Joerger (08hacki)

Grinsemän Ackermän Bürokratenfan?

Hinter der, zugegeben sympathischen, Fassade dieses Vorzeigemanagers, verbirgt sich also Hilflosigkeit, fehlende Kompetenz und Forderung nach noch mehr Bürokratie.

Einen Ausbau des ohnehin schon wahnwitzigen Bürokratenstaates einzufordern, entspricht geistiger und seelischer Armut. Wenn in der Politik Leute sitzen, die in der freien Wirtschaft, aufgrund mangelnder Risikobereitschaft und fehlender unternehmerischer Gene, kein zu Hause gefunden haben, kann man nicht erwarten, dass durch diese Parlamentarier eine wieder funktionierende soziale Marktwirtschaft generiert wird. Der Erfolg hat eben viele Väter, der Misserfolg ist ein Waise.

Sich nur dann der Allgemeinheit besinnen und deren Hilfe einfordern, wenn man selbst in Notlage gerät, ist schamlos und äußerst billig. Als noch Reibach zu machen war, hat man das Volk außen vorgelassen - mache sich jeder seine eigenen Gedanken!

Durch selbst erlebten und erleidenden, menschenverachteten Bürokratenirrsinn kann ich die Gedanken von J. A. nicht nachvollziehen. Kleinunternehmer und Mittelständler hilft auch niemand, wenn diese in Schwierigkeiten geraten. Ganz im Gegenteil, Basel II läßt grüßen.

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19. März 2008 09:23

Hilfe durch Darlehen oder Abgabe von Unternehmensanteilen

Joachim Mense (JMense)

Ihre Einschätzung, sehr geehrter Herr Braunberger, ist eigentlich nichts zuzufügen. Sie trifft es vollständig auf den Punkt. Wobei es ziemlich egal ist, ob ein Herr Ackermann oder ein Vorstandsvorsitzender der Commerzbank oder der Dresdner Bank nun ''staatliche Hilfe'' fordern. Fakt bleibt: Mit so einer Maßnahme werden Gewinne privatisiert, die Verluste sozialisiert - und die angeblich doch so marktreinigenden Kräfte vollständig gefesset. Denn das Risikobewusstsein der Keyplayer wird auch bei der nächsten Spekulationsblase nicht existent sein.
Meine Empfehlung lautet daher, dass staatliche Hilfe dort gewährt wird, wo man sie benötigt. Allerdings nicht als Geschenk, sondern so, dass sie entweder wieder zurückgezahlt werden müssen (= Darlehen). Oder aber die Banken geben den entsprechenden Wert der Hilfe in Form von Unternehmensanteilen an die öffentliche Hand ab. Das wäre dann so etwas wie eine anteilige und befristete Verstaatlichung - wobei es der öffentlichen Hand dann natürlich frei steht, die Anteile später, wenn es wieder gut läuft, gewinnbringend zu verkaufen. Was übrigens den Mechanismen der sogenannten freien Marktwirtschaft doch recht nahe käme, oder?

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19. März 2008 09:00

Alles hat seine Grenzen

Harry Hain (zx10)

Dem Kommentar kann ich nur zustimmen. Ansonsten gilt (nicht nur in Köln):
Et hätt noch immer jot jejange. (Lerne aus der Vergangenheit)
und
Et kütt wie et kütt. (Keine Angst vor der Zukunft)
Schönen Tag auch noch. :-)

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19. März 2008 08:39

Die Sargnägel der Bundesrepublik Deutschland

norbert doerre (ndoerre)

Herr Ackermann redet mit den Worten eines Heroinsüchtigen, dem sein naher Tod bewußt wird. Die Selbstheilungskräfte des Körpers sind zu sehr geschwächt, als daß er sich noch selbst retten könnte. Nun ruft er nach der Gesellschaft der noch Gesunden, und bittet sie um Bluspenden. Doch er vergißt dabei, daß auch noch so viel frisches Blut nichts an der schlechten Substanz des Suchtkranken ändern kann. Es müssen einfach neue Leute her.
Wenn Herr Ackermann nach dem Staat ruft, dann meint er damit die Zwangsvereinigung der Zwangsenteigneten, die seit vielen Jahren in Deutschland zur Ader gelassen werden, um die Schuldentürme ihrer Regierungen wachsen zu lassen, die ihnen in naher Zukunft zum engen Hungerverlies werden sollen.
Die Ursachen für den Niedergang Deutschlands als einer der am höchsten verschuldeten Staaten bestehen in der Schicksalsergebenheit und Gutgläubigkeit der Zwangseinzahler und der vermessenen Überheblichkeit der Dümmsten unter ihnen, die als Abgeordnete zusammen mit ihren Lobby-Gönnern wie Fettaugen auf der Schuldensuppe schwimmen.
Politiker und kriminelle Lobbyisten, die nicht bei grober Fahrlässigkeit persönlich haften, sind die Sargnägel der Bundesrepublik Deutschland, mit verfassungsmäßiger Duldung.

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19. März 2008 08:18

Das Gegenteil eines Populisten? Ackermann

Werner Hannappel (Brooce)

Leider hat der Strahlemann fast immer recht.
Um ein, so wie ich meine, treffendes Beispiel zu bemühen: Wir können nicht zulassen, dass der Ast, auf dem wir alle sitzen, in Gefahr gerät, durch Mangelversorgung oder Absägen. Wir sind ALLE auf Banken angewiesen- und das Sterben einer Bank zieht unvermeidlich zig Industrieunternehmen und andere Banken mit sich. Auf jeden Fall ist der Effekt unkalkulierbar. Wollen wir das?
Nur das spricht Ackermann mal wieder mutig aus.
Ein anderer Aspekt ist, ob man den Banken, die ja die angesprochene hohe Verantwortung tragen, alle Freiheiten des Wirtschaftens geben darf.
Hier sollte es ganz klare Kategorien geben, wo jeder Kreditnehmer und Anleger klar erkennen kann: Hohes Risiko, mittleres, niedriges.
Die Spekulantenbanken müssen auch ganz klar Konkurs gehen dürfen wie jedes andere Unternehmen.
Die die sich auch in guten Zeiten mit weniger Risiko und weniger Gewinn zufrieden geben, dürfen im Krisenfall unsere Unterstützung erwarten. Eine LZB z.B. DARF sich nicht an hochriskanten Geschäften beteiligen.



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19. März 2008 08:03

Persönliche Haftung für Zocker und Hintermänner gefordert

Ralf Schneider (ralf61)

Das Gejammer der Banker nach dem Staat wird wohl bereits mittelfristig erfolgreich sein, zu viel steht für die gesamte Wirtschaft auf dem Spiel, leider.
Vor 20 Jahren kannte man diese Probleme nicht, Banken galten als Seriös, heute sind die erfolgreichen Banker nicht mehr die soliden Angestellten in den Filialen, sondern die Zocker an den Handelsplätzen. Damit muß Schluß sein: Persönliche Haftung, die letzliche jeder Ingenieur oder Arzt für sein Handeln als Risiko in seiner Arbeit trägt, muß für die Versager in den Aufsichtsgremien, wie für die Händler stärker denn je eingefordert werden, damit die Seriösität und nicht die Raffgier wieder die Überhand gewinnt. Gelingt das nicht, geht die freie Marktwirtschaft vor die Hunde. Verstaatlichung oder Staatshaftung sehe ich als allerletzte, bittere Lösung.

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19. März 2008 07:56

Ackermann und der Staat

Helwig Sdrzalek (helwig1)

Die Frage, welche ich mich stelle ist die; in guten Zeiten haben sich Manager und Vorstandsmitglieder die Taschen vollgestopft. Sind diese Herren nun auch bereit
selbst etwas von ihrem "schwer verdientem Geld" zur Lösung dieser Krise etwas beizusteuern. Sagen wir mal, auf 50% ihrer Zusatzbezüge zu verzichten? Lieber Herr Ackermann, wie sieht´s damit aus?

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19. März 2008 06:41

Ackermann und der Staat- Unglaublich impertinent

D. Reitz (natzl)

Eigentlich an Impertinenz kaum noch zu überbieten, wenn dann ein mittelständiger Betrieb oder gar ein privater Verbraucher in die Insolvenz geht gerät, sollte man mal auf die Reaktion gespannt sein, wenn diese dann nach dem Staat rufen.
Erst wird versucht abzuzocken im ganz grossen Stil, dann soll der Steuerzahlen es noch richten.
Leider wird immer mehr deutlich dass wir in diesem Lande eine moralische Dekadenz bekommen haben, die ihres Gleichen sucht. Der mittelständige Betrieb als solche, abgesehen davon das er nicht die pressemässigen Möglichkeiten hat, würde sich garnicht trauen solle Rufe nach dem Staat zu stellen.
Mir würden glaube ich noch ganz andere Dinge jetzt einfallen, aber lassen wir es.
Eines ist nun jedenfalls mal mit Intresse zu verfolgen, wie nun so der ein oder andere Politiker auf diese Posse von A. reagiert.

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19. März 2008 06:17

Nein

Christian Roigk (Dubai1)

Konzertierte Aktion der Zentralbanken, Finanzministerien und der Banken
auf globaler Ebene zur Vermeidung einer Depression, ja.
Steuerzahlergestuetzte Rettungen von einzelnen Banken, nein.

Marktwirtschaft ist Marktwirtschaft, und wer sein Geschaeft nicht beherrscht soll ruhig untergehen, das gilt fuer andere Industrien auch ( AEG, Philip Holzmann,
Grundig ), nach der Kriese gehen die Ueberlebeneden gestaerkt hervor und gehen keine unverantwortlichen Risiken ein, weil der Staat als weisser Ritter nicht einspringen wird. Es ware besser gewesen die IKB oder bear Stearnes abschmieren zu lassen.

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19. März 2008 02:49

Ackermann hat das Casino rechtzeitig verlassen,

Günther Jacobs (gjacobs)

seine Mitspieler haben noch ein halbes Jahr weitergezockt und
viel verloren. Sie schulden der Deutschen Bank viel Geld.
Der Ruf nach dem Staat ist da doch verstaendlich .
Die Deutsche Bank hat mal erklaert, wir verzichten auf die
Privatkunden - Investmentbanking ist die Zukunft.
Etwas vituelles, losgeloest von der Realwirtschaft.
Nun traut in diesem Casino niemand mehr seinem
Mitspieler, da soll der Staat oder vielleicht die UN, der IWF,
oder sonstwer helfen?

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