14. Mai 2008 Das hier ist ein lohnender Ratgeber rund um den Rechtsstreit. Mit Rücksicht auf den Leser zitiert Claus Murken grundsätzlich keine Paragraphen-Zahlen, mit Ausnahme aus dem Strafrecht und aus dem Straßenverkehrsrecht. Die einschlägigen Paragraphen sind in einem Anhang abgedruckt. Der Verzicht auf Zahlen verleiht dem Text etwas Leichtes und Schwebendes. Außerdem geht es dem Verfasser nicht um juristische, sondern um die Probleme unseres Alltags: Werbung, Kaufen, Auto-, Fahrrad- und Bahnfahren, auswärts Essen, Partys, Rauchen, Nachbarn, Haustiere, Fernsehen, Internet. Dem Rezensenten hat das Buch geholfen, sein Bild vom Alltag zu korrigieren. Er hat zeitlebens versucht, Lästigkeiten zu vermeiden, und deshalb keine Verträge am Telefon geschlossen und nicht mit Gastwirten über das Essen gestritten. Insofern betreffen ihn viele Probleme nicht, die der Verfasser als Alltag präsentiert. Für Internetmuffel ist besonders lehrreich das Kapitel "Rund ums Internet" und für Radliebhaber der Abschnitt "Der Fahrradklau geht um". Wer denkt schon daran, dass die Codierung des Fahrradrahmens den Weiterverkauf des Rades schwierig, wenn nicht unmöglich macht? Ein in seiner raffinierten Schlichtheit nicht nur praktisches, sondern auch anregendes Buch. (Claus Murken: "Der kleine Rechthaber". Wem gehört die Parklücke und andere juristische Überraschungen. Verlag C. H. Beck, München 2008. 174 S., br., 8,95 [Euro].) roell
Buchtitel: Der kleine Rechthaber
Buchautor: Murken, Claus
Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.05.2008, Nr. 111 / Seite 34
