Sybille Ebert-Schifferer
Caravaggio
Der klassizistische Sinn fürs Decorum ließ an Caravaggio kaum ein gutes Haar. Bis ins 20. Jahrhundert hat sich der Mythos vom gewaltbereiten Outcast fortgeerbt. Sybille Ebert-Schifferers neue Studie will die schwarze Legende um den Maler aus Mailand durch akribisches Quellenstudium und ideologiekritische Lektüre widerlegen.
„Diese durchgängige Mythendestruktion ist ein verdienstvolles Unterfangen”, urteilt unsere Rezensentin Christine Tauber. Es sei eine der Stärken von Ebert-Schifferers Buch, dass es den römischen Kunstmarkt ebenso beleuchte wie die aufstiegsorientierten Strategien Caravaggios. „Der wunderbar lesbare Text argumentiert immer wieder so überraschend und stellt so treffende Fragen, dass man sich nur allzu gerne von der Autorin leiten lässt. Zudem sorgen die zahlreichen, qualitativ hervorragenden Abbildungen für hinlängliche Abwechslung.”