
.... ist das eigensinnige Festhalten am "Materiellen" (Gehirn), das unbedingt einen nicht vorhandenen Gegensatz zum "Geistigen" darstellen muss, Geistiges, einschließlich des Willens, wird daher apodiktisch zur "Illusion" erklärt. Was für ein Blödsinn !!!! Welche "Materie" hat dann bitte eine "Illusion", ist sie auch nur Illusion.... ein indefiniter Regress, oder ein Argumentationsfehler eines Wissenschaftlers. Es gibt also den Geist ebenso wie den Willen. Es ist kein Widerspruch, dass dieser Geist eine materielle Basis benötigt, auch ein Mönch muss Nahrung zu sich nehmen. Auch ein Wort benötigt einen materiellen Träger und die Unabhängigkeit des Wortes von der Materie erweist sich "nur" darin, dass sich seine Bedeutung n i c h t ändert, egal ob es mit Kreide, Bleistift, oder einer Schreibmaschine geschrieben ist. Dies Art von "Freiheit" versteht Singer nicht.

Singer würde auch sein Buch nicht lesen, sondern vermessen, wiegen, auszählen in welchen Bereichen die meisten As, Es und Os vorkommen, wo dann eine Kommata-Häufigkeit zu beobachten ist und sich hinterher einbilden, er wüsste, was in dem Buch steht. Und was macht der Mönch? Wahrscheinlich meditiert er weiter und das Buich ist ihm egal.

Die Auffassung von Herrn Singer, daß Hirn sei der Veranlasser menschlichen Tuns, ist wie die Aussage, das Auto fährt, weil der Motor läuft. Das Hirn ist nichts anderes, als ein Teil der Körpers; es funktioniert als Werkzeug des Geistes durch das was mit Bewußtseins definiert wird. Wissenschaft im Sinne von Singer, ist Ignoranz dessen, was Wissenschaft nicht wissen kann, nämlich Phänomene die außerhalb des körperlich-materiellen liegen, zu sehen, bzw. zu messen und zu werten. Dort ist der Zugang nur über geistige Wege möglich; also z.B. über Meditation. Arme Wissenschaft, welche dies sich nicht vorzustellen vermag. mit freundlichen Grüßen Dr. Karl F. Neu Badenweiler

aber ganz selten, ist derart Verworrenes und der Begriffe entleertes als Buchbesprechung in diesem Blatt zu lesen. Dem, der bei Singer von einem "komplexen Maschinenmodell" spricht, kann nicht mal zugestanden werden, daß er lesen kann.

Die Fragmente, aus denen wir unser Weltbild konstruieren, sind nun einmal nicht alle miteinander kompatibel. Daher haben sich die Menschen verschiedene Sprachen für verschiedene Erfahrungs- und Erkenntnisbereiche geschaffen. Es lohnt sich, manchmal nachzufragen, aus welchen Anlässen und zu welchen Zwecken in welchen Anwendungsbereichen die so schnell benutzten Begriffe wie z.B. Kausalität, Freiheit und Wille von Menschen gebildet worden sind. Dann ließe sich leichter entscheiden, ob wir gerade Äpfel mit Birnen vergleichen oder gar Fragen diskutieren etwa der Art : Wie viel Äpfel passen in meine Ratlosigkeit ? Bei aller bunten Vielfalt in erkenntnistheoretischen Diskussionen wird nach meiner Wahrnehmung häufig übersehen, dass die Gedanken, die wir uns machen, selbst wieder zu Ursachen für weitere Gedanken und Handlungen werden und auf solche Weise eine neue „Realitätsebene“ befördern (Emergenz). So entstehen unterschiedliche „Weltebenen“, ähnlich wie Karl Popper es in seiner 3-Welten-Theorie angedacht hatte. Und so bedarf es entsprechender verschiedener Sprachsysteme, um über die Gehalte der jeweiligen „Welten“ kommunizieren zu können. Eine „Sprache für Alles“ gibt es nicht und eine „Erkenntnis für Alles“ ebenso wenig.

In der Hirnforschung betrachte sich als Hirntätigkeit „ein kognitives System im Spiegel seiner selbst“, so dass Erklärendes und das zu Erklärende „verschmelzen“, ist zu lesen. Wenn Wolf SINGER erklärt, „es sei eine Illusion, uns als Urheber unserer eigenen Handlungen zu sehen, weil diese im Hirn bereits vorbereitet seien, wenn wir uns zu ihnen zu entschließen meinen“ (so Peter JANICH), erinnert die Diskussion an ernsthafte und unerwartete Probleme (Schwierigkeiten), mit denen sich auch die NEURO-ÄSTHETIK auseinandersetzen muss. Der kritische Artikel „Kunst ist ein Neuronenfeuer“ von Thomas ASSHEUER (DIE ZEIT Nr. 21/2008) ist in ZEIT-Online (www.zeit.de) in Kommentaren intensiv diskutiert worden. NEURO-ÄSTHETIK kann z. B. über MRI-Scanner und durch Kernspintomographen „höhere Hirnfunktionen … darstellen“ (Alexander ABBUSHI). Befürchtet wird, dass Vertreter der Neurowissenschaften als „Richter oder Großerklärer für KUNST“ auftreten könnten. Hierzu ein FAZ-Interview mit ARBUSHI: Gespräch mit Niklas MAAK & Julia VOSS - FAZ v. 13. 06. - „Was Neurobiologen sehen, wenn sie Kunst sehen“. In ZEIT-online heißt es, der Neuro-Ästhetik stehe eine „Bewährungsprobe“ bevor: „polares doppeltes Raumbild-Sehens“ als „Nagelprobe“; bimirror-PATENT.

Unser "Wille" ist frei, er macht mit uns was er will. Dies selbst festzustellen, als Sprecher des Gehirns, ist kein Ausdruck höherer Erkenntnis sondern analytisch-wissenschaftliche Feststellung. Es ist uns unbequem zu erkennen, dass wir zwar verantwortlich für die Folgen unseres Tuns sind, doch welche "Freiheiten" wir haben, zu mögen oder nicht, das gibt unser Speicher im Gehirn vor.

Peter Janich scheint von diesem Buch nicht so begeistert zu sein. Ich persönlich fand dieses Buch sehr aufschlussreich. Vermutlich weil ich ein Übender bin. Einerseits bin ich Musiker, andererseits meditiere ich. Beide Prozesse Meditieren und Üben haben viel gemeinsam. Über diesen Übeprozess, der auch eine Disziplinierung des Inneren erfordert, erfährt man viel in diesem Buch. Durch die naturwissenschaftliche Betrachtungsweise wird dieser Vorgang zugänglicher gemacht, insbesondere für die, die mit der buddhistischen Terminologie nichts anfangen können. Man könnte Fragen braucht es diesen esoterischen Umweg, um gewisse Prozesse beim Üben zu begreifen. Jein. Es gibt auch im naturwissenschaftlichen Bereich Erklärungsansätze. Aber sie scheinen nicht so zugänglich und deswegen nicht so hilfreich zu sein. Sonst wären diesen esoterischen Herangehensweisen, wo es letztlich um Leistung (Versage ich auf der Bühne oder nicht) geht, nicht so beliebt. Diese Übersetzungsarbeit sieht Janich vermutlich nicht, weil ihm eine gewisse Lebenspraxis also Übepraxis fehlt.

Ein hochinteressanter Artikel. Richtig ist sicher: Bei Nicht-Funktion des Hirns verlieren wir das Bewusstsein (Geist). Bei Nicht-Funktion des Herzens (Körper) versagen die körperlich-organischen Funktionen. Bei Nicht-Funktion der Seele (Psyche) verlieren wir das psychische Gleichgewicht (im Extremfall) und sind zeitweise möglicherweise nicht in der Lage, den Alltag zu bewältigen. Alle 3, Körper, Geist und Seele können kaputt gehen. Der Mensch kann sie jedoch stärken. Den Körper durch gesunde Ernährung und Bewegung, den Geist durch eine bewusste Lebensweise und die Seele durch Seelsorgen (früher mal Religion, viel Trost braucht sie manchmal angesichts der Welt, die Seele). So schließe ich mich dem Mönch an mit der These, durch eine bewusste Lebensweise, also die "Unterwerfung" meines Alltags unter bestimmte Rituale, beispielsweise Meditation, stärkt den Geist. Interessanterweise gibt es aber auch bestimmte biochemische Hirnfunktionen, die gleichermaßen den Geist und Bewusstsein beeinflussen, beispielsweise Dopamin. Doch auch dies läßt sich letzlich dem Bewusstsein unterordnen, denke ich. Und sei es nur durch ein Stop, durch ein Nichtausleben "süchtiger " Mechanismen. Und dabei unterstützen nun wieder Rituale wie Meditation.

Das scheint mir das Dilemma zu sein. Personenunabhängige Erkenntnis findet wo statt? Wir können eine These aufstellen, dass bestimmte Sachverhalte auch ohne unsere Beobachtung (weiter) existieren, aber wie sollen wir das ohne unsere Beobachtung erkennen oder gar beweisen? Noch (?) können z.B. die Dinosaurier nicht selbst erkennen, dass sie ausgestorben sind. Sie sind das streng genommen nur in meinem und dem Hörensagen nach auch anderen menschlichen Köpfen. Das erinnert mich übrigens an Schrödingers Quantenkatze.

wenn da nicht dieser dämliche und verhältnismäßig nutzlose Rest noch wäre. Aber irgendwann in der Zukunft werden die Hirne sich davon auch noch befreit haben. Herrliche Zeiten stehen bevor, denn alles, was wichtig ist, geschieht ohnehin im Hirn. Der Rest ist Illusion, z.Zt. von vielen irrtümlich Realität genannt.