
@ Eva Mieslinger
Ein Kritiker mit Sonnenbrille wirkt nicht überzeugend, wenn er einem anderen vorwirft, dieser hätte keine klare Sicht.

Frau Adorján scheint mir ideologisch angeblindet und vor allem frei von jeder persönlichen Erfahrung. Sie selbst hat, da bin ich sicher, diese Tischdecke, von der sie spricht, noch nie gesehen, aber sie glaubt, in feministischen Uni-Seminaren und dazu passender Sekundärliteratur genügend Kompetenz erworben zu haben, um über die verhandelte Realität auch ohne persönliche Anschauung urteilen zu können. Sie beurteilt das Restaurant aus der theoretischen Sicht einer abstinenzlerischen Magersüchtigen. Das muß niemand ernst nehmen. So halbgar Brussigs Sichtweise sein mag, Adorjáns Sicht ist theoretische Rohkost. Als würde man mit einem Kohlkopf nach der Wurst werfen.

...und so ist diese recht merkwürdige Buchbesprechung - liegt das am Thema? - auch eher ein Porträt der Autorin.

Ihr Zitat:
"Was klar wird ist jedoch erwaehnendswert: das Problem sind nicht die Huren, sondern die Scharen von Kunden im Stil von Herr Brussig."
meinen sie Kunden ohne Sexwünsche, die nur reden wollen wie Herr Brussig ?
nun, solche gibt es in der Tat auch dort.
Ich denke, sie haben Recht, die Huren sind die Problemlöser,
für Geld natürlich.

wenn man schon darüber schreibt, warum so bissig, Johanna Adorján?
na klar passt das nicht in die offizielle Täter/Opfer - Rolle zwischen Mann und Frau, aber es ist Realität.
Und da man hier auch die Puff-Steuern der Stadt Köln nachlesen konnte einschließlich Durchschnittsabgabe pro Monat und Dame weis man auch vieviel 1000 es in dieser menschenfreundlichen Stadt sind.
"Die Ehe ist der Sonderfall eines Abonnements, das mehr Geld kostet, als wann man einzeln zahlen müßte"
(Gabriel Laub)

Dieser Artikel ist keine Kritik am Buch sondern ein persöhnlicher und sehr beleidigender Angriff gegen Thomas Brussig.
Außerdem bedinnen sie mit einem so subjektiven und emotionalen Artikel "das rückwärtsgewandte Frauenbild" welches sie selbst in ihren Büchern kritisieren. Dieses Buch ist wahrscheinlich nicht besonders gut, aber ihre Kritik kann man nicht ernst nehmen.

Vielen Dank fuer diese unterhaltsame Enthuellung der Stereotypen, Vourteile, und dumpfen, kleingeistigen Geilheit die dieses "Gewerbe" geschaffen hat.
Ohne nostalgisch werden zu wollen hat mich dieser Artkel dazu gebracht mich nach den Zeiten zu sehnen als Prostitution noch als ein bedauerliches Uebel betrachtet wurde.
Was klar wird ist jedoch erwaehnendswert: das Problem sind nicht die Huren, sondern die Scharen von Kunden im Stil von Herr Brussig.

... mit der ist das so eine Sache. Gut möglich, dass Herr Brussig - wie die Autorin des Artikels, Frau Adorján, unterstellt - ordentlich verbittert "über den geschäftlichen Teil der Angelegenheit" ist. Klar, so richtig begehrt zu werden, das hat noch die wenigsten gestört - und das genaue Gegenteil frustet entsprechend schnell.
Frau Adorján lässt aber ihrerseits selbst Verbitterung anklingen: Allein die Erwähnung trivialer Wahrheiten des Alltags (Brussig erwähnt, dass in manchen Bordellen auch Prostituierte arbeiten, die deutlich zu alt sind, um gemäß dem durchschnittlichen Mainstream-Ästhetikempfinden nach attraktiv zu sein) wird als "menschenverachtend" abgekanzelt. Wieso darf der die Realität und der Alltag nicht beschrieben werden, wie er ist? Woher die Verbitterung?

Brussig wollte offensichtlich Aufmerksamkeit, weil ihm das zuletzt mit dem Romanschreiben nurmehr noch schlecht als recht gelungen ist. Da kann man nur den Kopf schütteln...