„Konvent für Deutschland“

Immer wieder sonntags

Nur Sabine Christiansen fehlt: Roman Herzog und sein „Konvent für Deutschland“, dem unter anderen Hans-Olaf Henkel, Wolfgang Clement und Wolfgang Reitzle angehören, tagen und schimpfen über Deutschland. Von Nils Minkmar

Lesermeinungen zum Beitrag

26. April 2008 09:57

Promis punkten durch Skandalisierung

Johann Lauer (jlau)

Herr Minkmar hat eine exzellente Rezension geschrieben.
Das Modell Deutschland hat in allen Bereichen enorme Potentiale und ist in einigen nach wie vor führend in der Welt oder unter den top ten.
Die Vorschläge der selbsternannten Revoluzzer vom Dienst (die rechten Revoluzzer sind ja fast alle im Konvent, für die linken gilt das Gleiche) sind im Vergleich zu dem Erreichten Standard in D einfach nur lächerlich. Dies wurde eindrucksvoll an mehreren Beispielen dargestellt.
Nun ab einem gewissen Alter hat jeder Narrenfreiheit, weise Männer zeichnen sich dadurch aus, dass sie diese nicht in Anspruch nehmen.
Die vergangenen Leistungen dieser Persönlichkeiten stehen außer Frage, aber was für ein Gehör würde Herr Henkel bei seinem ehemaligen Arbeitgeber, IBM, finden, wen er mit Ideen von gestern sich ins Tagesgeschäft von heute einbringen würde?
Auch in seriösen Medien zählt nicht, was gesagt wird, sondern wer etwas sagt. Wäre dieses Buch in der FAZ überhaupt rezensiert worden, wenn es sich nicht um Ergüsse von Prominenten handeln würde?
1997 habe ich eine in Teilen noch heute aktuelle Kritik verfasst: Die moralische Dimension von Politik. Dinos und Toskanos ruinieren die Berliner Republik.

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24. April 2008 21:36

„Schimpfen über Deutschland“

Chi Tamago (tamago)

ist als Vorwurf absolut daneben. Alle, abgesehen von Ihnen Herr Minkmar und wenigen Anderen – insbesondere Politiker, schimpfen über den politischen Sumpf, den man in Deutschland gehegt, gepflegt und zur Blüte gebracht hat.
Vor 30 Jahren waren in Deutschland Gehälter niedriger als in anderen Ländern, die Abgaben und Steuern aber auch. Damals konnte ein qualifizierter Alleinverdiener mit Kindern nicht nur von einem Eigenheim träumen, er konnte es sich leisten.
Heute werden in Deutschland Gehälter vergleichbar denen in Staaten wie Japan und USA gezahlt. Dort haben die Leute aber am Ende des Monats wesentlich mehr Netto auf dem Konto. Dort kann ein Familienvater mit zwei Kindern weiter von bescheidenem Wohlstand träumen, hier reicht das Nettoeinkommen aber nicht vorne und nicht hinten die Kinder müssen unbedingt in die Krippe und die Mutter muß dazuverdienen. Findet die keine Arbeit, ist Familienarmut angesagt.
Die deutsche Perversion der „Fürsorge“ für alle und der Trend zur „absoluten“ Gerechtigkeit schafft nichts anderes als ein rießiges Prekariat. Ist das kein Grund zu schimpfen? Oder sollten wir jetzt alle „World of Warcraft“ spielen?

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24. April 2008 20:14

Die Zukunft muß gestaltet werden, nicht gefürchtet!

Michael May (M.May)

Mir gefällt Deutschland. Genügend Wasser, abwechlungsreiche Landschaften, die meisten Menschen sind recht vernünftig und die Infrastruktur ist nicht schlecht. Klar, auch mich stören bsw. seltsame Steuergesetze (unter denen auch Finanzbeamte leiden). Das ist die Bestandsaufnahme.

Doch es gilt, die Rahmenbedingungen für eine gute Zukunft zu legen. Das tun, was wir beeinflußen können. Dinge, die wir nicht beeinflußen können kommen schon von selbst.

Das könnten wir tun: Staatsverschuldung zurückfahren, mehr Netto vom Brutto, geringere Bürokratie, Deutschland zur Oase ( gute Lebensqualität, gute Infrastruktur) in der Welt entwickeln, die Abstimmung mit den Füßen vermeiden und mehr.

Warum tun wir das dann nicht?

Weil Politiker schon verteilen, was noch verdient werden muß. Weil man Unternehmer (es gibt nicht nur Konzerne) zu Unrecht öffenlich als unsozial brandmarkt. Weil Gerechtigkeit über alles eher mehr Ungerechtigkeit schafft. Weil die Leistungsträger, nämlich alle die, die im Berufsleben stehen oder ehrenamtlich ihr bestes geben, ständig noch mehr an den Staat abführen müssen. Weil der Staat 'Meins' als 'Seins' ansieht. Weil wir Angst vor Veränderung haben.

Politiker: Weniger Talkshows, mehr Mut, Risiko, Leidenschaft.


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24. April 2008 20:07

@Arne Jaitner

Karl-Heinz Andresen (khaproperty)


Es gibt sie nicht, "die 68èr". Da sie seinerzeit überwiegend zu den Intelligenteren gehörten, haben die meisten lange die Kurve gekriegt. Man wird sie bei den Neoliberalen eher finden, als in der Masse der geistig bequemen Mitmenschen.
Dann gibt es noch ein paar ewig Pubertierende bei den Grünen - nun gut, was soll`s.

Der Muff im öffentlichen Dienst inclusive Selbstbedienungsmentalität ist viel zu alt, als das ein paar grüne/linke übriggebliebene Träumer dort viel bewegen hätten können. Die haben sich schlimmstenfalls im Bestehenden eingerichtet.

Ansonsten teile ich die Meinung, daß der Abstieg längst begonnen hat. Die Meisten haben es nur noch nicht bemerkt.

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24. April 2008 18:21

Coole Sprüche ändern nichts daran, dass dieses Land auf der Kippe steht...

Arne Jaitner (ajaberlin)

...denn in der Tat ist es in den letzten 40 Jahren von einer blühenden Industrienation zu einem nach-uns-die-Sintflut Verein herabgewirtschaftet worden. Vielleicht geht es auch FAZ Redakteuren zu gut, so dass man sie daran erinnern muss, dass ein FH Absolvent im öffentlichen Dienst mit zwei Kindern und nicht arbeitender Frau nach dem TVöD ein Nettoeinkommen auf Hartz IV Niveau erhält. Der BAT war da sehr viel üppiger, aber den haben sich die Herrschaften, die jetzt in Rente gehen, exklusiv für ihre Generation geschnitzt. Nichts gegen Rentner, die dieses Land aufgebaut haben, aber sie 68er, die sich auf Kosten der folgenden Generationen gegenseitig überbezahlte Posten im öffentlichen Dienst zugeschoben haben, verdienen mit Sicherheit eine Einschränkung ihrer Macht wie ihrer Rente bzw. Pension. Gut zu wissen, dass sich Roman Herzog nicht dem Meinungskartell in Politik, Medien und Bildungseinrichtungen unterwirft.

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24. April 2008 17:23

Schöner Satz

Andreas Bergmann (Ulpian1973)

Besonders gut gefällt mir der Satz:

Gäste aus den Vereinigten Staaten, Brasilien oder Indien staunen nicht über die Glastürme der Geschäftsviertel, die gibt es überall, sondern über ein kommunales Freibad, in dem sich Reiche und Arme, Urdeutsche und Migranten miteinander vergnügen, ohne dass bewaffnete Sicherheitsleute zu sehen wären".

Das trifft die Lebenswirklichkeit nicht ganz. Viele "Urdeutsche" und in dieser Gesellschaft angekommene "Migranten" würden sich einen bewaffneten Sicherheitsdienst wünschen, damit sie sich wieder in Freibad trauen.

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24. April 2008 17:07

und die Alternativen?

John Doe (Der_kleine_Amrumer)

Mag ja sein, dass diese Menschen immer die gleichen Ideen und Forderungen stellen, aber vielleicht liegt es auch daran das sie richtig sind?
Auch unartigen/unsichtigen Kinder sind der Auffassung, das ein Wiederholen der Regeln/Vorgaben nicht nötig sei, sie sind ja soo klug...

Und es handelt sich hier um gestandene Menschen die es im Leben in vielen Bereichen zu etwas "gebracht" haben und zeig(t)en, dass sie was können. bzw. konnten. Diese Menschen haben Lebenswege vorzuweisen!! Wie sehen denn zum Bsp die Gegenvorschläge von Ihnen Herr Minkmar aus? Da hört man ja aller Orten viel von! Wir sind gespannt, wie Sie den gordischen Knoten lösen...

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24. April 2008 16:27

DANKE

Uwe Paulsen (Wohlmeinender)

Danke für diesen Kommentar, diesen neoliberalen Spinnern kann man in der Tat nur noch mit Ironie begegnen. Schade, dass die Volksparteien diese Vorgestrigen immer noch ernst nehmen.

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