26. März 2008 Schon einmal hatte Karlheinz Böhm über sein Leben geschrieben: Vor 15 Jahren erschien seine erste Autobiographie unter dem Titel "Mein Weg". Damals hatte er fast schon das Rentenalter erreicht. Nun sind noch ein paar Jahre hinzugekommen, die Böhm unter dem Kapitel "Finden" (im neuen Buch "Mein Leben" ist es das dritte und letzte) zusammenfasst. Gefunden hat er sich demnach in Äthiopien, als Philantrop, der sich voll und ganz seiner Hilfsorganisation "Menschen für Menschen" widmet. Was er zuvor gewesen ist und heute nicht mehr sein will, nimmt allerdings noch immer den größten Teil seiner Erinnerungen ein, die rechtzeitig zu Böhms achtzigsten Geburtstag am 16. März erschienen sind: Auf fast 220 Seiten breitet er sein Künstlerdasein auf der Bühne und vor der Kamera aus, um Äthiopien geht es nur auf knapp 140 Seiten. Dabei erfährt der Leser kaum Neues über den einstigen Burgschauspieler, was der nicht schon in seinem ersten Buch preisgegeben hätte. Da war der frühe Erfolg dank der "Sissi"-Filme in den Fünfzigern, in den Sechzigern ging's dann wieder bergab, bevor ihm in den Siebzigern dank Rainer Werner Fassbinder ein glanzvolles Comeback gelang. Neu ist vor allem die Aufmachung der Memoiren als Bildband - mit 300 Fotos auf 450 Seiten. Von fast jedem seiner Filme gibt es Bilder, dazu viele bislang unveröffentlichte Fotos aus seiner Kindheit, Jugend und seinen ersten drei Ehen. So ist das Buch ein Werk der leichten Unterhaltung, auch weil sich die Anekdoten, die meist chronologisch aneinandergereiht wurden, schon beim bloßen Durchblättern wie von selbst lesen. (Karlheinz Böhm: "Mein Leben". Suchen Werden Finden. Die Autobiografie. Aufgezeichnet von Beate Wedekind. Collection Rolf Heyne, München 2008. 450 S., Abb., geb., 75,- [Euro].) pps.
Buchtitel: Mein Leben - Suchen Werden Finden
Buchautor: Böhm, Karlheinz
Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.03.2008, Nr. 71 / Seite 34
