New Orleans, überflutet nach dem Durchzug Katrinas

Sachbuch

Erst kommt die Katastrophe, dann der Kapitalismus

Mit „No Logo“ wurde Naomi Klein zur Stimme aller Gegner der Globalisierung. In ihrem neuen Buch „Schock-Strategie“ verdammt sie nun den Neoliberalismus. Doch das Werk hat seine blinden Flecken.

Lesermeinungen zum Beitrag

17. September 2007 21:40

Kritische Stimme: zu welchem Preis?

Julius Franzot (JFranzot)

Naomi Klein hat im Prinzip, nur im Prinzip, recht. Als Linker kann ich ihr nur beipflichten und unterstreichen, dass ich auch der Meinung bin, dass der neue Kapitalismus. die Globalisierung der Wirtschaft, die selbstherrliche Haltung der USA, die Abhängigkeit von den fossilen Energien, dem kleinen Mann im Westen mehr geschadet als genutzt haben.
Aber..., es gibt oft ein "aber" in solchen Geschichten, vor allem, wenn ein Diktator, Chavez ist zweifellos einer, versucht, das betagte Modell des Realkommunismus in den von ihm beeinflußten Ländern zu etablieren.
Ich kenne viel zu gut Venezuela und Ecuador und weiß, dass es dort vor allem um Vetterwirtschaft und Korruption geht. Dann ist es m.e. egal, welche Theorien ein Herr Chavez in die Welt setzt, wenn er nicht bereit ist, der Korruption ein jähes Ende zu bereiten. Was hat Otto Normalverbraucher aus Caracas davon, wenn in seine 100 Quadratmeter-Wohnung 3 Unbekannte angesiedelt werden? Es erinnert mich gefährlich an die im Doktor Dschiwago Wetten, dass in Chavez´ Prachtvilla niemand einziehen wird und dass seine Freundchen von dieser demokratischen Umverteilung verschont bleiben werden?

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17. September 2007 17:42

Kompliment

Fritz Hirsch (fritzhirsch)

Ich finde Ihren Beitrag sehr ausgeglichen; insbesondere bin ich voll und ganz Ihrer Ansicht, dass uns keine Ideologie, sei es die marxistische oder die neoliberale das tägliche Denken und Handeln nach Wissen und Gewissen abnehmen kann.

Nur Ihr Gemäkel an dem Privatklinikaufenthalt von Frau Klein kann ich nicht nachvollziehen. Immerhin propagiert sie ja nicht, dass es nur schlechte Kliniken geben soll, sondern dass im Gegenteil die Versorgung für alle besser werden muss. Wem würde es helfen, wenn sie die Privatklinik boykottieren würde?

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