Naomi Klein hat im Prinzip, nur im Prinzip, recht. Als Linker kann ich ihr nur beipflichten und unterstreichen, dass ich auch der Meinung bin, dass der neue Kapitalismus. die Globalisierung der Wirtschaft, die selbstherrliche Haltung der USA, die Abhängigkeit von den fossilen Energien, dem kleinen Mann im Westen mehr geschadet als genutzt haben.
Aber..., es gibt oft ein "aber" in solchen Geschichten, vor allem, wenn ein Diktator, Chavez ist zweifellos einer, versucht, das betagte Modell des Realkommunismus in den von ihm beeinflußten Ländern zu etablieren.
Ich kenne viel zu gut Venezuela und Ecuador und weiß, dass es dort vor allem um Vetterwirtschaft und Korruption geht. Dann ist es m.e. egal, welche Theorien ein Herr Chavez in die Welt setzt, wenn er nicht bereit ist, der Korruption ein jähes Ende zu bereiten. Was hat Otto Normalverbraucher aus Caracas davon, wenn in seine 100 Quadratmeter-Wohnung 3 Unbekannte angesiedelt werden? Es erinnert mich gefährlich an die im Doktor Dschiwago Wetten, dass in Chavez´ Prachtvilla niemand einziehen wird und dass seine Freundchen von dieser demokratischen Umverteilung verschont bleiben werden?