29. Oktober 2007
Tipps für die ersten Tage im Chefsessel
Rolle mit dem eigenen Vorgesetzten klären
Die Führungskraft muss wissen, wofür sie verantwortlich ist und wofür nicht. Operative Zielsetzungen, Budgets und Zeitrahmen sollten mit der Firma genau festgelegt werden. Nach einer gewissen Zeit darf man beim eigenen Vorgesetzten auch proaktiv nachhaken: Erfülle ich die Aufgaben, so wie du das als Chef erwartest?
Sich für den Einstieg Zeit nehmen
Frischgebackene Führungskräfte sollten ausführlich bei ihren Mitarbeitern hospitieren, beobachten, nachfragen und sich mit ihrem Team beschäftigen. So werden sie deutlich weniger Ängste und Widerstände gegen den Neuen hervorrufen.
Zügig persönliche Kontakte aufbauen
Beim Start in den Chef-Job sollte man versuchen, möglichst viele Leute - wenn auch kurz - zu treffen. Ein Plan kann helfen: Wen sollte ich innerhalb der ersten Tage unbedingt aufsuchen? Welche Mitarbeiter sollte ich alsbald sprechen?
Führungsstil festlegen und kommunizieren
Gegenüber den Mitarbeitern sollte die neue Führungskraft von der ersten Minute an Akzente setzen: Wohin möchte ich das Team oder den Einzelnen bringen? Will ich delegieren oder anweisen? Eine Entwicklung, die en passant ihren Lauf nimmt, lässt sich später nicht mehr korrigieren.
Emotional unabhängig bleiben
Eine Gefahr für junge Chefs besteht darin, zu lieb zu sein und es jedem recht machen zu wollen. Mitarbeiter nutzen das gern aus, indem sie Aufgaben zurückdelegieren und ohne Hemmungen erklären, warum sie eine Aufgabe nicht lösen können. Die Antwort sollte dann lauten: Es ist wichtig, dass du mir auch eine Lösung bringst.
Nervenstärke beweisen
Für Chefs gilt: Ruhig bleiben, egal was kommt! Alles andere verunsichert das Team und die Führungskraft selbst. Selbst wenn es brennt, sollte man erst nachdenken, warum es brennt, und dann erst löschen.
Balance zwischen Vertrauen und Kontrolle
Als junger Chef will man sich absichern und die Arbeit der Mitarbeiter kontrollieren. Das ist tückisch, denn der Mitarbeiter denkt, der Chef kontrolliert ja eh noch mal, und gibt sich weniger Mühe. Als Chef muss man Mitarbeitern Verantwortung übergeben, aber auch die eigenen Aufgaben kennen und beispielsweise bei delegierten Projekten nach einer gewissen Zeit mal nachhaken.
Fehler eingestehen
Wer als Chef einen offensichtlichen Fehler gemacht hat, sollte sich entschuldigen. Die Botschaft, die er damit implizit gibt, ist diese: Auch der Chef gesteht Fehler ein. Sollte ich als Mitarbeiter einmal etwas verhauen, kann auch ich das ruhig eingestehen und nach Hilfe fragen.
Respekt bewahren
Führen durch Drohen und Machtausübung bringt als alleiniges Führungsmittel wenig. Es ist häufig Ausdruck von Ohnmacht und widerspricht einer einfachen psychologischen Regel: Je mehr die Führungskraft Unmögliches aus dem Bauch heraus fordert, desto mehr blockiert der Mitarbeiter. Eine pauschale Forderung wie Bringen Sie mir das bis morgen! kann schnell ins Leere laufen oder gar Empörung hervorrufen, wenn die Ressourcen dafür nicht vorhanden sind. Da fragt man doch besser: Bis wann können Sie das liefern? oder Soll ich Ihnen noch jemand an die Seite stellen?
Netzwerk aufbauen
Führungskräfte brauchen ein Netzwerk von Kollegen auf gleicher Ebene - für Tipps und zum persönlichen Erfahrungsaustausch. Ein generationenübergreifendes Netzwerk ist beispielsweise der Deutsche Manager Verband, http://www.dmvev.de.