19. Januar 2004
Aus einem Praktikum kann später ein fester Job werden. Das klappt aber nur, wenn man schon bei der Auswahl Weitsicht beweist und später den Kontakt nicht abreißen läßt.
Der gleitende Übergang vom Praktikum in eine Festanstellung ist meist schon aus zeitlichen Gründen schwierig. Schließlich liegen zwischen Praktikum und Prüfung oft Jahre - zumal viele Unternehmen darauf bestehen, daß sich der Praktikant noch in der Ausbildung befindet. Für die meisten Praktikanten besteht die Kunst somit darin, den Fuß nicht nur in die Tür zu bekommen, sondern ihn auch dort zu behalten und den Kontakt auch über einen längeren Zeitraum nicht abbrechen zu lassen. Aber wie? Birgit Adam, Autorin des Ratgebers "Der clevere Praktikumsführer", rät dazu, Praktika von Anfang an sorgfältig zu planen: "Man sollte auf ein bestimmtes Ziel hinarbeiten und dann versuchen, an der entscheidenden Stelle in guter Erinnerung zu bleiben." Dazu müsse man später nach Abschluß des Praktikums die erarbeiteten Kontakte auch pflegen. Schon beim Abschied kann man sich nach einer Aushilfstätigkeit in den Semesterferien erkundigen.
Einfach ab und zu im Unternehmen anrufen und fragen, was es Neues gibt.
Um am Ball zu bleiben, gibt es auch die Möglichkeit eines vertiefenden Praktikums oder einer Projektarbeit. "Und dann während des Semesters einfach ab und zu im Unternehmen anrufen und fragen, was es Neues gibt", sagt Adam. Ein guter Anlaß sei es auch, neu gewonnenes Wissen auszutauschen - was man an der Universität erfährt, könne ja auch für das Unternehmen nützlich sein. "Oder einmal eine SMS zum Geburtstag schicken." In jedem Fall sollte der Ex-Praktikant die Entwicklung des Unternehmens im Auge behalten.
Wenn es ihm gelingt, im Unternehmen im Gespräch zu bleiben, sind die Chancen auf eine spätere Festanstellung gar nicht schlecht: "Bei uns gibt es viele Mitarbeiter, die vor Jahren schon einmal ein Praktikum absolviert haben", sagt Alexandra Franz von der Frankfurter Börse. "Wenn wir eine Stelle ausschreiben, ist eine Bewerbung von einem ehemaligen Praktikanten natürlich von besonderem Interesse." Um im Gedächtnis zu bleiben, sollte der Student nach Ablauf des Praktikums bereits Interesse an einem Job signalisieren, empfiehlt Franz.
Paktikanten dürfen sich aber nicht auf ihr Gefühl verlassen, einen guten Eindruck hinterlassen zu haben - die Leistung muß sich auch in einem aussagefähigen Zeugnis widerspiegeln. "Viele vergessen, sich eines ausstellen zu lassen", weiß Birgit Adam. Zwar gehören qualifizierte Zeugnisse in großen Unternehmen mit strukturierten Praktikantenprogrammen zum Standard. Vor allem in kleineren Firmen kann es aber durchaus passieren, daß Praktikanten dazu aufgefordert werden, ihr eigenes Zeugnis zu erstellen und es lediglich zur Unterschrift vorzulegen. Damit fühlen sich verständlicherweise viele überfordert. Als Hilfestellung bietet die Rechtsberatung Janolaw auf ihrer Homepage ein Formular für die Erstellung von Praktikumszeugnissen an - zum Preis von 9,90 Euro. "Ins Zeugnis gehört auf jeden Fall, in welchen Abteilungen der Praktikant gearbeitet hat", rät Stefan Schiefer, Anwalt für Arbeitsrecht bei Janolaw. "Das Gleiche gilt für die Dauer des Praktikums und eine Beschreibung der Tätigkeiten." Wichtig für den späteren Wert des Papiers ist aber auch eine qualifizierte Beurteilung der während des Praktikums erbrachten Leistungen. Hier bietet der virtuelle Assistent Formulierhilfen in der gefürchteten Zeugnissprache. Wenn die nämlich nicht getroffen wird, nützt der beste Eindruck nichts.
Praktikumszeugnis im Internet
http://www1.janolaw.de/arbeitsrecht/arbeitszeugnis/praktikumszeugnis.jsp