12. Dezember 2009
Business-Knigge 

strategisch

Von Florian Vollmers




18. Juni 2007 
Studium und Weiterbildung

Dieter Herrmann, Angela Verse-Herrmann:
1.000 Wege nach dem Abitur - So entscheide ich mich richtig

Eichborn Verlag, 2007, 208 Seiten, 14,90 Euro
Von der Schule direkt an die Uni - früher galt das als Königsweg zur Karriere. Doch die Anforderungen an den Nachwuchs steigen, insbesondere was Praxiserfahrung betrifft. Ist deshalb eine Berufsausbildung vor dem Studium sinnvoll? Oder erst einmal ein Praktikum im Ausland? Hunderttausende von Studienanfängern stellen sich jährlich diese Fragen. Erstmals fasst nun dieser Ratgeber alle Aspekte der beruflichen Weichenstellung zusammen. Übersichtlich wie ein Lexikon und klar in der Sprache werden die Themenbereiche Berufsausbildung, Praktika und Studium ausführlich behandelt. Dabei wird auch auf unbekannte Alternativen wie die Kombination von Lehre und Studium an einer Berufsakademie eingegangen. Die beiden Autoren haben langjährige Erfahrung in der Studienberatung an unterschiedlichen Hochschulen. Und das merkt man: Es gibt kaum einen Fachbereich - sei es das Auslandsstudium, der Bafög-Antrag oder Hochschul-Rankings -, für den das Autorenpaar nicht mit aktuellen Daten und handfesten Tipps aufwarten kann.


Pierre Bourdieu, Jean-Claude Passeron:
Die Erben - Studenten, Bildung, Kultur

UVK Verlag, 2007, 200 Seiten, 19,90 Euro
Die Hoffnung, durch Bildung einen sozialen Aufstieg zu erreichen, ist reine Illusion. Mit dieser provokanten These schockte der wohl bekannteste Soziologe des 20. Jahrhunderts Pierre Bourdieu Anfang der sechziger Jahre die europäische Hochschullandschaft. Seine These: Dass der Anteil von Arbeiterkindern unter den Studierenden verschwindend gering ist, liegt nicht nur an den ungleich verteilten ökonomischen Möglichkeiten, sondern in erster Linie an der Macht eines kulturellen Erbes, das gehobene Schichten an ihre Kinder weitergeben. Darunter verstand Bourdieu die Kenntnis bestimmter Verhaltens- und Sprachmuster. Nur wer sie beherrscht, kann sich in höheren Kreisen bewegen, andere bleiben ausgeschlossen. Und gerade die Hochschulen bestärken dieses Machtgefüge. Dass Bourdieus Thesen noch heute aktuell sind, haben zahlreiche Studien bewiesen. Jetzt kommt sein vergriffener Klassiker Die Erben in einer luxuriösen Neuausgabe heraus. Für alle, die sich für den Einfluss ihrer sozialen Herkunft auf den Studienerfolg interessieren, ist die Untersuchung Pflichtlektüre. Doch Vorsicht: Die Erben ist eine wissenschaftliche Arbeit und verlangt aufmerksames Lesen.

Markus Fischer (Hrsg.):
Karriere inklusive: Zivilberufliche Ausbildung in der Bundeswehr
Aqua Verlag, 2006, 176 Seiten, 14,90 Euro
Dieses Handbuch entstand in Zusammenarbeit mit der Bundeswehr. Kritische Stimmen zum Arbeitgeber darf die Leserschaft deshalb nicht erwarten. Doch für ein breites Publikum ist Karriere inklusive auch nicht gedacht. Der Ratgeber richtet sich direkt an Interessenten, die sich eine Ausbildung und ein Studium bei der Bundeswehr vorstellen können, und möchte dazu den ultimativen Überblick leisten. Und diesen Anspruch erfüllt das Autorenteam um Herausgeber Markus Fischer mühelos: Man erfährt, welche Ausbildungsstätten die Bundeswehr unterhält, was man über ein Studium an ihren Universitäten wissen muss, welche Fördermöglichkeiten das Bundesamt für Wehrtechnik bereithält und wie spätere Berufsmöglichkeiten aussehen. Einziges Manko sind die zahlreichen Porträts von Bundeswehrstudenten und -azubis, mit denen die kalten Informationen mit Leben gefüllt werden sollen: Ein Soldat und sein Doppelleben, lautet zum Beispiel das Kapitel über einen Oberleutnant, der Elektrotechnik studiert. Was sensationell aufgemacht ist, entpuppt sich jedoch meist nur als langatmig.


Cornelia Heins:
Business-Englisch für Frauen

Redline Wirtschaft, 2007, 104 Seiten, 7,90 Euro
Wieso eigentlich Business-Englisch für Frauen? Sprechen Männer und Frauen im internationalen Geschäft unterschiedlich? Nein, das nicht. Aber Autorin Cornelia Heins geht davon aus, dass es frauenspezifische Berufssituationen gibt, in denen man passende Ausdrücke verstehen und auch anwenden muss. Ein Beispiel: Let's get going, guys!. Es mag Frauen geben, die sich dabei nicht angesprochen fühlen, weil sie das Wort guys immer noch mit Kerle übersetzen. Ohne zu ahnen, dass damit mittlerweile Personen beiderlei Geschlechts gemeint sind. Cornelia Heins muss es wissen, arbeitet sie doch seit über 20 Jahren als Nachrichtenjournalistin in den USA. Und so hat dieser schmale Ratgeber durchaus seine Daseinsberechtigung und wartet mit so manchem überraschenden Tipp für Business-Frauen auf. Wer jedoch ein Nachschlagewerk erwartet, sollte eher zu einschlägigen Lexika greifen. Denn Business-Englisch für Frauen ist vielmehr lockere, informative Unterhaltungslektüre für zwischendurch - zum Beispiel auf dem Flug zum Geschäftstreffen in den USA.


Bewerbung und Berufsalltag

Christian Püttjer, Uwe Schnierda:
Die Bewerbungsmappe mit Profil für Bewerber mit Zick-Zack-Lebensläufen

Campus Verlag, 2007, 128 Seiten mit CD-ROM, 16,90 Euro
Der Patchwork-Lebenslauf mit häufigeren Jobwechseln wird in Zukunft zum Normalzustand werden, hat Prof. Dr. Jutta Allmendinger, die Direktorin des Nürnberger Institutes für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), erst kürzlich prognostiziert. Dieser Ratgeber aus der Feder von Christian Püttjer und Uwe Schnierda kommt also gerade zur rechten Zeit: Bei dem Autorenduo heißt das Zick-Zack-Bewerbung und bezieht sich in erster Linie auf Tipps, wie man Brüche in einem Lebenslauf glättet und nicht einzelne Stationen der Karriere, sondern eine Leistungsbilanz der ausgeübten Tätigkeiten hervorhebt. Der Ratgeber ist ganz auf die praktische Anwendung bei der Bewerbungserstellung ausgerichtet: So orientiert sich der Aufbau an einschlägigen Lehrbüchern, das Format entspricht DIN A 4, um den zahlreichen Beispielen für Bewerbungsmappen gerecht zu werden. In diese sind handschriftliche Anmerkungen eines fiktiven Personalers eingefügt, der mal Was soll das? Geschwafel ohne Inhalt! notiert oder auch Hübsches Layout und informationsstark!. Punktgenau und mit hohem Nutzwert.


Christine Öttl, Gitte Härter:
Das 1 x 1 der Schlagfertigkeit

GU Verlag, 2007, 128 Seiten, 12,90 Euro
Wer wünscht sich nicht, schlagfertig zu sein? Gerade im Berufsalltag, wo Leistungsdruck und Konkurrenz dazu führen, dass Kollegen mit Demütigungen oder unverhohlenen Angriffen aufeinander losgehen. Kein Wunder also, dass es Ratgeber über souveränes Reagieren wie Sand am Meer gibt. Ein neues Exemplar der Gattung haben jetzt die Münchener Autorinnen Christine Öttl und Gitte Härter verfasst. Vieles darin ist bereits bekannt. Doch was Das 1 x 1 der Schlagfertigkeit erfrischend anders macht, sind nicht nur die einfache, klare Sprache und die peppige Aufmachung. Das handliche Büchlein gewinnt vor allem durch die Unterscheidung in gute und schlechte Souveränität. Es reicht eben nicht aus, einem Angreifer eine derbe Entgegnung zurückzuschleudern. Vielmehr besteht nach Ansicht der Autorinnen die rechte Kunst des Schlagfertigen in innerer Ruhe und Gelassenheit. Wie man diese erlangt, ist ihnen deshalb ebenso viel Raum wert wie das Trainieren sprachlicher Fertigkeiten, die Vermeidung von Eskalation oder der gekonnte Einsatz von Humor: Sie haben den Auftrag reingeholt? Ein blindes Huhn findet eben auch mal ein Körnchen. - Ja, ganz erstaunlich, nicht? Denn ich hab heute tatsächlich meine Brille vergessen.

Text: Hochschulanzeiger Nr. 91, 2007
Bildmaterial: Aqua Verlag, Campus Verlag, Eichborn Verlag, GU Verlag, UVK Verlag