15. Dezember 2009
Business-Knigge 

Buchtipps

Buchtipps: Studium und Weiterbildung, Bewerbung und Karriere

Von Florian Vollmers



Madlen Ottenschläger: Das Uni-Einmaleins: Studieren - alles, was man wissen muss dtv Verlag, 2008,240 Seiten, 9,95 Euro
20. Oktober 2008 
Die neusten Bücher zu den Themen Studium und Weiterbildung, Bewerbung und Karriere

Studium & Weiterbildung

Madlen Ottenschläger: Das Uni-Einmaleins: Studieren - alles, was man wissen muss
dtv Verlag, 2008,240 Seiten, 9,95 Euro
Man stelle sich vor, das deutsche Hochschulwesen jemandem zu erklären, der davon gar nichts weiß. Keine einfache Aufgabe. Doch der 28-jährigen Journalistin Madlen Ottenschläger ist das vorzüglich gelungen. In ihrem „Uni-Einmaleins“ fängt sie bei null an und erläutert, welche Hochschulformen es überhaupt gibt, was ein Numerus clausus ist, woher das Geld für die Studien kommt und vieles mehr. Ihre Zielgruppe sind Schüler, Abiturienten und Studienanfänger, die sich im Uni-Alltag nach Orientierung sehnen. Die besondere Stärke dieses Ratgebers liegt in den Kapiteln über einzelne Studiengänge: Wohltuend einfach und verständlich stellt Ottenschläger die Inhalte und Probleme von Fächern dar und hebt sich damit von den üblichen Selbstdarstellungen der Fachbereiche ab, die nur wenige Einsteiger verstehen. „Das Uni-Einmaleins“ vermeidet es glücklicherweise, in eine anbiedernd hippe Jugendsprache zu verfallen: Madlen Ottenschläger schreibt stets unaufgeregt und klar. Der Glücksfall eines universitären Ratgebers für junge Menschen. ++++

Hermann Simon: Hidden Champions des 21. Jahrhunderts: Die Erfolgsstrategien unbekannter Weltmarktführer Campus Verlag, 2008, 452 Seiten, 39,90 Euro

Hermann Simon: Hidden Champions des 21. Jahrhunderts: Die Erfolgsstrategien unbekannter Weltmarktführer
Campus Verlag, 2008, 452 Seiten, 39,90 Euro
Unternehmen, die in ihrem Segment Marktführer sind, eine mittelständische Struktur besitzen und in der Öffentlichkeit meist unbekannt sind - das sind die sogenannten „Hidden Champions“. In Deutschland gibt es rund 1.000 von ihnen, seit 1995 haben sie über eine Million neue Arbeitsplätze geschaffen. Gerade für Hochschulabsolventen haben sie oft attraktive Jobs zu bieten, werden jedoch meist übersehen und suchen deshalb chronisch Fach- und Führungsnachwuchs. Der renommierte Wirtschaftsautor Hermann Simon hat jetzt seinen „Hidden Champions“-Klassiker aus dem Jahr 1996 neu überarbeitet. Er beschreibt, wie sich diese erfolgreichen Unternehmen zu Beginn des 21. Jahrhunderts auf dem Weltmarkt positionieren. Er analysiert, mit welchen Strategien und Führungsmethoden sie die großen Konzerne teilweise überholt haben. Und nicht zuletzt führt Simon zahlreiche Praxisbeispiele heran, um das Phänomen „Hidden Champions“ verständlich zu machen. Eine äußerst lehrreiche Untersuchung für Absolventen, die sich für diese Arbeitgebergruppe interessieren. +++

Günter Weick/ Wolfgang Schur: Wenn E-Mails nerven: So bekommen Sie die Kontrolle zurück und arbeiten besser, schneller und sicherer
Eichborn Verlag, 2008, 156 Seiten, 14,95 Euro
E-Mails sind eine tolle Erfindung: Sie sind schnell, multimedial, wiederverwendbar, preiswert und leicht zu sortieren. Doch obwohl dieses Kommunikationsmittel aus unserem heutigen Arbeits- und Privatleben nicht mehr wegzudenken ist, hat es auch seine Schattenseite: Treten Mails in unnötigen Massen auf, vernichten sie Zeit, sorgen für Stress und verstopfen als »Junk« die Posteingänge. Die beiden Autoren Günter Weick und Wolfgang Schur - Inhaber einer Beratungsfirma, die sich auf die Eindämmung von E-Mail-Fluten spezialisiert hat - haben nun einen überzeugenden Ratgeber über diese Problematik vorgelegt. Unter dem Motto »Schluss mit dem E-Mail-Terror« geben sie Tipps an die Hand, wie man E-Mails effektiv formuliert und versendet, ohne unnötigen Schriftverkehr zu verursachen. Sie erklären, wie man die elektronische Post sinnvoll ordnet und die Beantwortung seiner Mails so in den Tagesablauf einbringt, dass wichtige Arbeiten nicht liegenbleiben. Ein hilfreiches
Buch für diejenigen, die öfter mit E-Mails zu kämpfen haben. +++

Günter Weick/Wolfgang Schur:Wenn E-Mails nerven:So bekommen Sie die Kontrolle zurück und arbeiten besser, schneller und sicherer Eichborn Verlag, 2008,156 Seiten, 14,95 Euro

Meike Müller: Lizenz zum Kontern: Rhetorische Selbstverteidigung im Job
Eichborn Verlag, 2008, 144 Seiten, 12,95 Euro
Noch ein Ratgeber zum Thema »Rhetorik im Berufsalltag«? Dass eine derartige Veröffentlichung angesichts der Flut von gleichartigen Titeln nichts Neues zu vermelden weiß, mag kaum verwundern. Meike Müllers »Lizenz zum Kontern« ist dennoch interessant, weil das Büchlein durch ein extrem reduziertes inhaltliches Konzept auffällt. Grob gesagt sieht es so
aus: Im Joballtag wird man mit Totschlagargumenten - sogenannten »Killerphrasen« - konfrontiert, denen man auf fünf verschiedene Weisen begegnen kann: mit Humor, mit Gegenangriff, mit kühlem Kopf, mit Rückfragen und damit, das »Kind beim Namen zu nennen«. Müllers Ratgeber besteht im Grunde nur aus einer Auflistung derartiger »Killerphra sen« und den entsprechenden Kontermöglichkeiten - ist also nichts weiter als eine Sprüchesammlung. Doch die ist recht amüsant: So lautet der »Cool-down-Kontor« auf »Mit Ihrer Idee werden Sie niemanden überzeugen« - »Topp, die Wette gilt!« Und auf »Ich
habe das Gefühl, dass die Zeit dafür noch nicht reif ist« antwortet man - wenn man zum »Haifisch-Konter« greift - mit »Und ich habe das Gefühl, dass Sie dafür noch nicht reif sind.« Nette Unterhaltungslektüre - mehr ist das nicht. ++

Bewerbung und Karriere

Annette Eicker (Hrsg.): Jobguide Germany
matchboxmedia Verlag, 2008, 610 Seiten, 12,90 Euro
Papier ist geduldig - zu geduldig vielleicht für das Internet: In heutigen Zeiten ein Kompendium zu veröffentlichen, in dem aktuelle Daten zu über 400 Unternehmen und ihren Einstiegsmöglichkeiten für Hochschulabsolventen versammelt sind, mag auf den ersten Blick anachronistisch wirken. Schließlich hält »das Netz« viel schneller umfangreicheres und
aktuelleres Material bereit. Doch gerade in dieser Info-Flut fühlen sich viele Bewerber hilflos. Da nützt allein schon der Auswahlprozess, den die »Jobguide«-Redaktion vollzog, als sie bundesweit 900 Unternehmen kontaktierte, um am Ende nur knapp die Hälfte von ihnen in das Kompendium aufzunehmen. Der hintere Teil des »Jobguide«, in dem es um Bewerbungs- und Karrieretipps geht, ist nicht der Rede wert. Wertvoll wird er durch seine übersichtliche, nach Branchen geordnete Liste jener Unternehmen, bei denen sich eine Bewerbung für Hochschulabsolventen lohnt. Und mögen die Angaben zu den Unternehmen auch in einem halben Jahr nicht mehr »up to date« sein - der nächste »Jobguide« kommt bestimmt. +++

Meike Müller: Lizenz zum Kontern: Rhetorische Selbstverteidigung im Job Eichborn Verlag, 2008, 144 Seiten, 12,95 Euro

Jochen Mai: Die Karriere-Bibel: Definitiv alles, was Sie für Ihren beruflichen Erfolg wissen müssen
dtv Verlag, 2008, 448 Seiten, 15,00 Euro
Die »Karriere-Bibel« von Wirtschaftswoche-Redakteur Jochen Mai kommt mit dem Anspruch daher, der ultimative Ratgeber für den beruflichen Erfolg zu sein: »Definitiv alles, was Sie wissen müssen« prangt auf dem Buchcover. Und tatsächlich ist die Materialfülle dieses bibelartigen Schmökers enorm. Nach den Tagen eines ganzen Jahres gegliedert, versammelt er insgesamt 365 Karrieretipps. Dabei lässt Jochen Mai natürlich kein Klischee aus, wenn er zum Beispiel »die fünf Todsünden beim Gehaltspoker« ausbreitet oder die Karrierelehre erteilt: »Zweifler erreichen kein Ziel.« Doch auch Nützliches findet man in der Karrierebibel
- wie die Rechte von Arbeitnehmern oder die zehn häufigsten Fragen in Vorstellungsgesprächen. Streckenweise versucht der handliche Ratgeber auch mal amüsant
zu sein, beispielsweise wenn es um die wichtigsten Regeln für die Weihnachtsfeier geht (»Den Chef zu fortgeschrittener Stunde im Suff um mehr Gehalt zu bitten ist tödlich!«). Dank eines alphabetischen Themenverzeichnisses findet man sich in der Karrierebibel zudem schnell zurecht. Wer gerne schmökert, ist mit der Karrierebibel gut bedient. +++

Helmut Hofbauer/ Alois Kauer: Einstieg in die Führungsrolle: Praxisbuch für die ersten 100 Tage
Hanser Verlag, 2008, 242 Seiten, 19,90 Euro
Auf der Karriereleiter nach oben zu klettern ist zwar schön, aber nicht immer leicht. Der Schritt vom Kollegen zum Chef bedeutet auch einen schwierigen Rollenwechsel: Welchen Führungsstil schlägt man am besten an - autoritär oder laisser-faire? Wie delegiert man Aufgaben? Wie tritt man den unterschiedlichen Erwartungen von Mitarbeitern und Geschäftsführung entgegen? „Einstieg in die Führungsrolle“ will Jung-Managern für ihre erste Zeit als Chef Orientierung und Handlungsanleitungen mit auf den Weg geben. Dabei haben es die Autoren mit ihrer Absicht, ein „Rezeptbuch“ tunlichst zu vermeiden, ein wenig übertrieben. So sind die ersten Kapitel mit ihren zahlreichen Definitionen und Schautafeln reichlich abstrakt geraten. Der Leser atmet auf, wenn das Buch im hinteren Teil zu Interviews übergeht, die von ihren ersten Erfahrungen in der Führungsrolle erzählen. Die konkreten Berichte vermögen mehr zu vermitteln als die Theoretisierung zu Beginn des Buches. Dennoch ist „Einstieg in die Führungsrolle“ insgesamt eine lohnende Lektüre.

Volker Zotz: Kamasutra im Management: Inspirationen und Weisheiten aus Indien
Campus Verlag, 2008, 203 Seiten, 19,90 Euro
Nachdem nahezu alle klassischen Philosophen für den Markt der Management-Ratgeber abgegrast wurden, ist nun das indische Kamasutra an der Reihe. Da die philosophische Schrift im Westen hauptsächlich als Erotikhandbuch über sexuelle Praktiken missverstanden wird, ist dem neuen Ratgeber des Kulturwissenschaftlers Volker Zotz allein schon wegen seines Titels größere Aufmerksamkeit sicher. Doch wer „Kamasutra im Management“ tatsächlich liest, wird positiv überrascht: Denn das Kamasutra ist - neben weiteren Werken der klassischen Philosophie Indiens, die Volker Zotz zitiert - vom Ursprung her eine Schrift, die zu Weisheit und positiver Lebensführung verleiten soll. Zotz stellt die wichtigsten Aussagen dieser Werke vor, leitet daraus Prinzipien ab, um sie dann auf den modernen Manageralltag zu übertragen. Das klingt manchmal etwas angestrengt („So gelangen Sie zu mehr Selbsterkenntnis und Gelassenheit!“) - doch am Ende hat man tatsächlich eine Menge über die Geisteshaltung Indiens gelernt.

Text: Hochschulanzeiger Nr. 98, 2008, Seite 120