18. Juni 2007
Handschlag: Bei der Begrüßung gibt man britischen Gesprächspartnern die Hand, wenn man sich zum ersten Mal vorgestellt wird. Beim zweiten Mal fällt der Handschlag weg. Achtung! Schulterklopfen und Auf-die-Wange-Küssen sind den Briten ein Greuel.
Vornamen: Im Geschäftsleben redet man sich beim Vornamen an. Akademische Titel fallen weg. Zunächst gewöhnungsbedürftig: Auch die deutschen Kollegen, Vorgesetzten oder gar Vorstände werden, wenn Business-Meetings auf Englisch abgehalten werden, geduzt.
Adelstitel: Wenn der Gesprächspartner einen Adelstitel wie Sir oder Lord hat, redet man ihn beim ersten Kennenlernen mit Sir Soundso oder Lord Soundso an. Anschließend spricht man ihn nur noch mit seinem Vornamen an.
Höflichkeitsfloskeln: Die Briten sind ein höfliches Volk. Wenn man mit ihnen zu tun hat, sollte man Bitte und Danke nicht zu sparsam verwenden. Auf ein How do you do? antwortet man ebenfalls mit How do you do? und erzählt nicht haarklein, wie man sich fühlt. Auf ein Thank you sollte ein You are welcome nicht fehlen.
Small Talk: Die Briten messen dem Small Talk als Einleitung in ein Gespräch eine große Bedeutung zu. Ein gutes Thema ist immer das Wetter. Auch über Sport und vor allem Fußball kann man immer reden - genauso wie über Dinge, die gerade in der Welt vor sich gehen. Als ungezogen gilt: direkt in medias res in ein Sachthema einsteigen!
Kritik: Grundsätzlich wird Kritik immer sehr verpackt vermittelt - die Briten bleiben immer freundlich und senden auch dann noch weiche Signale, wenn sie vielleicht schon verärgert sind. Um die Zwischentöne rauszuhören, hilft nur Erfahrung und Feingefühl. Ein klares Nein gibt es nicht. Niemand wird unterbrochen, wenn er Unsinn redet. Der Brite sagt eher so etwas wie That's very interesting, was aber nicht wirklich positiv gemeint ist. Man sollte sich keinesfalls davon blenden lassen
Deadlines: : Bei Terminsachen sollte man Spielräume lassen. Oft kommt von den Briten hier nur ein I get back to you oder I will be looking into it as soon as I can. Dann hakt man eben noch mal freundlich nach. Direkte Aufforderungen gibt es grundsätzlich nicht. I would be grateful oder ein Would you be so kind klingt schon viel besser.
Anregender Vortrag: Briten schätzen bei Präsentationen eine gute Story, die mit Witz und Esprit vorgetragen wird. Mit 45 kleinteiligen Folien und heruntergerasselten Argumenten erntet man keinen Applaus. Bereits am Anfang des Vortrags steht die Executive Summary. Milestones: In britischen Unternehmen wird man eher kurzfristige Erfolge präsentieren müssen. Ziele werden klipp und klar festgelegt, aber auch regelmäßig neu justiert. Am Erreichen der jeweiligen Milestones wird die Leistung gemessen.
Pünktlichkeit: Die Briten sind nicht so überpünktlich. Ein paar Extra-Minuten, bevor es losgeht, gönnt man sich. So wird ein deutscher Kollege, der lieber etwas vor der Zeit da ist, ein wenig warten müssen.
Controlling: Die Briten sind analytisch und orientieren sich sehr an Kennzahlen. Die Wirtschaftlichkeit der Geschäfte wird ständig überprüft. Monatliche Gewinn- und Verlustrechnungen sind Usus genauso wie eine monatliche Vorausschau aufs Gesamtjahr.
Meetings: Wer an einem Meeting teilnimmt, sollte seinen Part gut vorbereiten und sich nicht auf andere verlassen. Meetings mit Briten verlaufen offen und teamorientiert. Jeder wird gehört, unabhängig von der Hierarchieebene.