
M.E. ist die FDP ist die einzige deutsche Partei, die konsequent für zukunftsweisende Reformen, die Beibehaltung des Europäischen Binnenmarktes, die Unabhängigkeit der Zentralbank und eine gesundes Verhältnis von Staat und Bürger steht. Prof. Walter zweifelt dies nicht an, sondern fragt, warum die FDP angesichts einer seit 10 Jahren (Abwahl Kohl 98) andauernden linken Mehrheit im Bundesparlament ohne Ergebnisse und angesichts des Linksrucks innerhalb der CDU (Stichwort: Merkels Wandlunsgkünste von der Reformerin zur Staatsquotenerhöherin durch Steuererhöhunh, Gesundheitsfonds etc.) nicht weiter profilieren kann. Die Komemntare zum Artikel verdeutlichen einmal mehr ein FDP-internes Problem: Die aktuellen Liberalen sind gegen kosntruktive Kritik von innen und außen völlig immun!

Ein sehr treffender Kommentar, den ich hier lesen durfte. Imposant ist doch die (m.E. zutreffende) Beobachtung, dass die Liberalen Ihre Hauptkonkurrenten in den Linken und den Grünen haben. Eigentlich können die Philisophien zwischen (platt auf den Punkt gebracht) liberaler Freiheitsliebe und links-ideologischen Regelungswahn unterschiedlicher nicht sein. Anscheinend ist der Regelungswahn hierzulande aufgrund seiner greifbaren Vorschläge (mehr Geld hierfür und mehr Staat dort) leichter zu kommunzieren. Vor diesem Hintergrund ist es umso bedauerlicher, dass die liberale Gegenposition von der FDP so schlecht vertreten wird. So wurde bspw. das Thesenpapier von Wolfgang Gerhardt "Für Fairness und Freiheit" von der Parteiführung nicht aufgegriffen. Statdessen beschränkt man sich weiter auf "Linkenkritik". Mag die Kritik am Regelungsschwachsinn in diesem Land auch noch so berechtigt sein, hat sie mit liberalem Gedankengut, bzw. der Kommunikation dessen, wenig zu tun. Wie erkannte Voltaire so richtig: "Ich teile Ihre Meinung nicht, würde aber mein Leben dafür einsetzen, dass Sie diese äußern dürfen!"

Vielen Dank für Ihre Analyse, Herr Walter. Sie kritisieren die ökonomische Fixierung des Herrn Westerwelle. Dabei ist meiner Meinung nach die Ökonomie eher eine Schwäche, Bürgerrechte eher eine Stärke von Westerwelle. Mein Eindruck von der FDP Führung ist die fortdauernde starke Einfluß des Ehrenvorsitzenden Otto Graf Lambsdorff. Diese Deutung stimmt mit Ihrer Kritik der FDP und ihres Vorsitzenden überein, ist doch gerade der Graf die Leitfigur für diese Ausrichtung. Er spielte ja auch eine Schlüsselrolle bei der öffentlichen Demontage des durchaus arbeiterorientierten (etwas verirrten) Jürgen Möllemann. Lambsdorff ist sicher ein verdienstvoller Bannerträger der FDP und der freien Marktwirktschaft in Deutschland. Es wird jedoch Zeit, dass die FDP-Führung erwachsen wird, sich aus den Begrenzungen dieses reduzierten Liberalismus löst und z. B. liberalen Bürgerrechtlern auf dem politischen Schachbrett mehr Raum gibt. Im Grunde täten ihr auch "Verrückte" wie die schöne Landrätin, "Abweichler" wie Dagmar Metzger und Wolfgang Clement, Ausgestoßene wie Oswald Metzger gut, Menschen, Künstlern, Freischaffenden, die persönliche Freiheit sichtbar leben und genießen, ganz sicher auch freie Autoren wie Sie, Herr Walter.

"Man wird der Parolen überdrüssig, kann sein Gesicht nicht mehr sehen und die schrille Tonlage seiner Statements kaum mehr ertragen." ... besser kann man es nicht beschreiben :)