01. Mai 2008 Die Zahl der Arbeitslosen in Hessen ist auf den niedrigsten Stand in einem April seit 15 Jahren gesunken. Wie die Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch mitteilte, waren im gerade abgelaufenen Monat 211 261 Menschen ohne Arbeit, das waren 1,9 Prozent weniger als im März und 14,9 Prozent weniger als im April 2007. Die Arbeitslosenquote betrug damit 6,8 Prozent.
Auch die Arbeitsagentur Frankfurt meldete einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vorjahr. Er fiel allerdings mit einem Minus von zehn Prozent etwas niedriger aus. Die Quote lag in der Stadt nun bei 8,8 Prozent, im dazugehörigen Bezirk, der den Main-Taunus- und den Hochtaunuskreis einschließt, bei 6,7.
Weniger offene Stellen
Allerdings könnte es sein, dass sich der Rückgang der Arbeitslosigkeit in Zukunft abschwächen wird. Bereits im April ist die Zahl der neu gemeldeten offenen Stellen im Vergleich zum März um 15 Prozent gesunken. Den Bestand von 33 170 offenen Stellen stuft die Arbeitsagentur aber weiterhin als hoch ein.
Dass in diesem Monat hauptsächlich Männer in Beschäftigung gekommen seien, begründet die Behörde mit dem Aufschwung im Verarbeitenden Gewerbe und der saisonbedingten Nachfrage nach Arbeitskräften in der Landwirtschaft.
Schwieriger Markt für Ältere
Für ältere Arbeitslose zeigt sich ein differenziertes Bild. Die Zahl der Erwerbslosen, die älter als 50 Jahre sind, ist im Vergleich zum April 2007 um 17,7 Prozent zurückgegangen. Dahingegen stieg die Zahl der Arbeitslosen im Alter von mehr als 58 Jahren im Vergleich zum Vormonat um 14 Prozent. Der Leiter der Regionaldirektion Hessen, Wolfgang Forell, sagte dazu: Die steigenden Zahlen zeigen, dass der Markt die älteren Arbeitnehmer immer noch nicht für sich entdeckt hat.“
Aus der Statistik wird zunehmend deutlich, dass vor allem die Langzeitarbeitslosen schwer zu vermitteln sind. Ihr Anteil an den Arbeitslosen wächst und liegt in Hessen inzwischen bei knapp 70 Prozent. In Frankfurt, wo die Empfänger des Arbeitslosengeldes II vom Rhein-Main-Jobcenter betreut werden, machen sie einen Anteil von 78,5 Prozent aus. Forell kündigte an, den Fokus stärker auf diese Gruppe ausrichten zu wollen.
Freie Ausbildungsplätze
Positiv äußerte sich Forell zum Ausbildungsmarkt. Obwohl in Hessen auf zehn offene Stellen noch 13 Bewerber kämen, hätten sich Angebot und Nachfrage angenähert. In Frankfurt kämen auf zehn offene Stellen nur sechs suchende junge Leute.
Gerade in Mittelhessen gibt es noch genug junge Bewerber, die sich nur auf den Weg ins Rhein-Main-Gebiet machen müssten, um eine Stelle zu bekommen“, so Forell.
Erfolge bei Job-Vermittlung
Der Direktionsleiter wies auf die regionalen Unterschiede innerhalb des Landes hin. So ist die Arbeitslosenzahl im Regierungsbezirk Darmstadt im Jahresvergleich um 16 Prozent zurückgegangen, im Bezirk Gießen hingegen nur um 12. Forell sieht die Darmstädter Entwicklung als Erfolg eines Pilotprojekts der Arbeitsagentur.
In Darmstadt habe man das Personal probeweise aufgestockt. Die Zahlen zeigen jetzt, dass eine intensivere Beratung und Aktivierung von arbeitslosen Menschen zu einem deutlichen Rückgang der Arbeitslosenzahlen führt“, äußerte Forell, zum Teil von 48 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat“.
Text: F.A.Z./kann.
Bildmaterial: dpa
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