Logistikunternehmen

Infraserv Höchst mit Teilerfolg im Streit mit D.Logistics

Von Thorsten Winter

14. Oktober 2004 Der Frankfurter Industriepark-Betreiber Infraserv Höchst hat in einem seit mehr als zwei Jahren anhängigen Rechtstreit mit dem Hofheimer Konzern D.Logistics einen Teilerfolg erzielt. Wie D.Logistics in einer Pflichtmitteilung an die Börse bekanntgegeben hat, hat ein Schiedsgericht das Begehren des Hofheimer Unternehmens abgewiesen, die mit der Infraserv geschlossenen Verträge über die Bildung eines Gemeinschaftsunternehmens für wirksam zu erklären.

Hintergrund des Rechtstreits ist eine Vereinbarung vom September 2001, nach der D.Logistics 40 Prozent des Grundkapitals der neuen Firma und 51 Prozent der Stimmrechte halten sollte. Zu diesem Zweck sollte das an der Börse im Kleinwerte-Segment SDax gelistete Unternehmen 40 Prozent an der Infraserv-Tochter Infraserv Logistics erwerben und dafür mit eigenen Aktien bezahlen. Das Höchster Unternehmen nahm jedoch im März 2002 von der Übereinkunft Abstand. Weil die D.Logistics-Aktie zwischenzeitlich deutlich an Wert verloren habe, wäre eine angemessene Vergütung nicht mehr erhältlich gewesen, hieß es. D.Logistics fordert seitdem gleichwohl von Infraserv, die Verträge zu der gemeinsamen Logistikgesellschaft zu erfüllen.

Infraserv: Können strategisches Ziel weiterverfolgen

Noch nicht geklärt ist die Frage, ob und wieviel Infraserv für den Rückzieher bezahlen muß. D.Logistics hat hilfsweise Ansprüche auf Zahlung einer Bareinlage durch das Höchster Unternehmen geltend gemacht. Infraserv soll für die gezeichneten Aktien mindestens zehn Millionen Euro überweisen, wie D.Logistics meint. Schließlich sei die für die Bildung des Gemeinschaftsunternehmens erfolgte Kapitalerhöhung im Handelsregister eingetragen. Daß Infraserv zahlen muß, steht für den Hofheimer Konzern außer Frage. Dies folge aus der Gesetzeslage, sagte D.Logistics-Sprecher Rainer Monetha.

Die Infraserv wertet den Schiedsspruch als Signal, das eigene Logistikgeschäft uneingeschränkt verfolgen zu können, meinte Infraserv-Sprecher Michael Müller. Dies sei das strategische Ziel. Es sei nicht mehr damit zu rechnen, die gemeinsame Gesellschaft mit D.Logistics bilden zu müssen.



Text: @thwi

 

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