Deutsche Börse

Börse vereinbart Kooperation

Von Thorsten Winter, Tianjin

Die Deutsche Börse engagiert sich in China

Die Deutsche Börse engagiert sich in China

20. März 2007 Auf dem Weg zu neuen Märkten in Schwellenländern ist die Deutsche Börse AG einen weiteren Schritt vorangekommen. Nach dem Einstieg bei der Börse in Mumbay hat der Frankfurter Börsenbetreiber ein Kooperationsabkommen mit der Tianjin Property Rights Exchange geschlossen. Bei der Property Rights Exchange in der 150 Kilometer entfernt von Peking gelegenen Stadt Tianjin handelt es sich um einen vorbörslichen Handelsplatz, auf dem Staatsbetriebe privatisiert werden.

Im vergangenen Jahr wurden 3000 Betriebe an chinesische Unternehmen oder einheimische Finanzinvestoren verkauft – bis zu 110.000 weitere Firmen sollen noch privatisiert werden. Das Unternehmen sucht nach Angaben der Gesellschaft fur technische Zusammenarbeit (GTZ) in Peking gezielt private deutsche Partner, die es mit Fachwissen unterstützen und sich gegebenfalls auch finanziell engagieren. Mit der Deutschen Börse ist ein erster Partner gefunden.

Unterstützung vom Land Hessen und Frankfurt

Der Frankfurter Börsenbetreiber will der Property Rights Exchange dabei helfen, die Auktionsverfahren zum Verkauf der Staatsbetriebe transparenter zu machen. Im Gepäck hat er dabei sein Wissen um Handelssysteme, Abwicklung von Wertpapiergeschäften und Verwahrung von Aktien und Anleihen. Die Deutsche Börse erhofft sich, dass künftig chinesische Unternehmen, die in Tianjin verkauft werden, einmal an die Börse gebracht und im Zuge dessen auch in Frankfurt gelistet werden, wie Ulrich Becker, Geschäftsführer Corporate Development, sagte. In einem solchen Fall würde sie von einem regen Handel mit den Aktien solcher Unternehmen profitieren. Zudem kann sich die Deutsche Börse nach seinen Worten vorstellen, die Tianjin Property Rights Exchange zu unterstützen, wenn diese selbst privatisiert werden sollte.

Das Land Hessen und die Stadt Frankfurt unterstützen die neue Kooperation des Finanzplatzes Frankfurt mit Tianjin durch ein Rahmenabkommen zur Zusammenarbeit im Finanzsektor und in den Bereichen Flughafen und Luftfahrtindustrie, das gestern unterzeichnet wurde. Für das Land unterzeichnete Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) die Übereinkunft, für die Stadt Frankfurt setzte Kämmerer Horst Hemzal (CDU) seine Unterschrift unter das Vertragswerk; Rhiel steht an der Spitze einer 60 Vertreter aus Politik und Wirtschaft umfassenden Delegation, die noch bis Samstag in China weilt.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: ddp

© Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH 2009.
Alle Rechte vorbehalten.
Vervielfältigungs- und Nutzungsrechte erwerben
Verlagsinformation

Schnee, Sturm, Überschwemmung: Schützen Sie Ihr Eigenheim! Jetzt Tarife vergleichen.

In 
Anzeigen des Monats
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche