Freizeit

Mit dem richtigen Fahrrad unterwegs

Von Petra Kirchhoff

28. Februar 2008 Der Markt ist überschaubar. Auf der einen Seite gibt es, grob betrachtet, die sportlichen Räder wie Mountainbikes und Rennräder. Auf der anderen Seite die alltagstauglichen Modelle, unter denen das Cityrad und das Trekkingbike verbucht werden. Beide sind Allrounder auf ganzer Linie, da sie nicht zu schwer und trotzdem komfortabel ausgestattet sind. Sie eignen sich nicht nur für die Einkaufstour zum Wochenmarkt oder den Weg zur Arbeit, sondern auch für den Ausflug am Wochenende aufs Land.

Das Trekkingrad, mitunter auch Tourenrad genannt, kommt etwas sportlicher daher als das Cityrad. In der Regel ist es mit Kettenschaltung ausgestattet, bietet also eine gute Übersetzung. Das Cityrad gibt es dagegen häufig auch mit Nabenschaltung. Diese hat im Stadtverkehr nicht nur den Vorteil, dass sie im Stand vor der Ampel heruntergeschaltet werden kann, sie ist auch weniger wartungsintensiv als die Kettenschaltung, die empfindlicher ist gegen Schmutz und Nässe.

„Unter 500 Euro sollte man beim Trekkingrad nicht einsteigen“

Wer also mehr in der Stadt als in der freien Landschaft unterwegs ist, für den tut es auch ein solches Rad – gute Fahrradläden weisen darauf hin. Die Hügel im Taunus freilich kommt der Radler mit acht Gängen nur schwer hoch. Beim Kauf sind daher zwei Fragen entscheidend. Erstens: Was will man mit dem Fahrrad machen? Und zweitens: Wie viel Geld will man ausgeben? Fahrrad Thöt in der Frankfurter Kleinmarkthalle etwa – neben Ganzert im Gallusviertel und Böttgen in Bornheim eines der langgedienten Fahrradgeschäfte in der Stadt – hat schon Trekkingräder für 300 Euro im Programm. Abteilungsleiter André Glaser räumt gleichwohl ein: „Mit 500 Euro ist der Kunde besser bedient.“

So sieht es auch Bertram Giebeler vom Allgemeiner Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) in Frankfurt. „Unter 500 Euro sollte man beim Trekkingrad nicht einsteigen, wenn man damit mehr unternehmen und nicht nur zum Bäcker oder Supermarkt radeln will.“ Von Schnäppchen fachfremder Anbieter wie Tchibo, Kaufhof, Discounter und Baumärkte rät er ab. „Wir empfehlen als Adresse immer einen Fachhändler in der Nähe des Wohnortes oder des Arbeitsplatzes.“Das hat unterschiedliche Gründe. Zum einen wird der Kunde dort beraten, zum anderen hat er nur so die Garantie, später, wenn es Probleme gibt, auch eine Werkstatt in seiner Nähe zu haben, die sein Fahrrad repariert. Denn beim 140-Euro-Rad von Tchibo rümpft mancher Werkstattmeister die Nase. Thöt etwa nimmt solche Billigräder nicht an.

Bei Montimare, einem Fahrradshop neueren Typs mit jung-dynamischer Mannschaft an der Hanauer Landstraße, sieht man das etwas sportlicher. „Zu uns kann jeder kommen – solange man das Rad reparieren kann“, sagt Moritz Baumung aus dem Verkauf. Montimare ist wie Thöt ein Vollsortimenter und hat sich auf die Marke Cube spezialisiert, da diese ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis biete. Thöt ist Mitglied der Zweirad-Einkaufsgenossenschaft ZEG und hat unter anderen die Marke Pegasus im Programm sowie Rixe, Kettler und Kalkhoff.

Je leichter das Rad, um so höher der Preis

Die Preisspanne für Trekkingräder liegt bei Montimare zwischen 600 und 1000 Euro inklusive einer ersten Inspektion nach vier Wochen. Grundsätzlich gilt: Je leichter das Rad, um so höher der Preis. Das Stadtrad gibt es bei Montimare auch für 400 Euro. Dass die Preise für ein und dasselbe Modell 200 Euro auseinanderliegen, erklärt der Fahrradexperte mit dem Qualitätsunterschied bei den Komponenten, wie Bremsen, Innenlager und Federung. Der Kunde sollte darauf achten, dass diese nicht von Billiganbietern stammen. Am besten sind Komplettgruppen aus derselben Serie.

Fahrräder gibt es in unterschiedlichen Rahmenhöhen. Welche in Frage kommt, muss beim Kauf ausprobiert werden, ebenso die Höhe von Sitz und Lenker. Empfohlen wird für rückenschonendes Fahren eine leicht gekrümmte Haltung. Die Meinungen über Federgabelungen, die Stöße rückenfreundlich abfedern sollen und mit denen Fahrräder inzwischen nahezu serienmäßig ausgestattet sind, gehen auseinander. „Der Trend geht schon wieder weg von der Federgabel“, weiß ADFC-Mitglied Giebeler. Federgabeln seien zu schwer und störten das Fahrverhalten. Ein Reifen mit guten Abrolleigenschaften wie etwa der Reifen von Schwalbe Marathon federe Erschütterungen ebenso gut ab. Für empfehlenswert hält Giebeler dagegen gefederte Sattel. Bei diesen gibt es Baumung zufolge große Qualitätsunterschiede. „Die richtig guten beginnen erst bei 100 Euro.“ Das ist bei einem Komplettpreis von 500 bis 600 Euro fürs Rad allerdings nicht drin.

Ein Tipp für das richtige Timing: Wer mit einem neuen Fahrrad in dieses Frühjahr starten will und eine ausführliche Beratung wünscht, sollte sich so langsam auf den Weg machen. Denn das Fahrradgeschäft, das sich zwar über das Jahr verteilt, hat bereits angezogen. An Samstagen und nach Feierabend ist es schon jetzt mitunter schwierig, einen Ansprechpartner für ein ruhiges Gespräch zu finden. Wer es einrichten kann, meidet die Verkaufszeiten nach fünf Uhr und den Samstag.

Richtig sichern

Zehn Prozent vom Kaufpreis des Rades - so viel sollte ein Kunde dem ADFC zufolge in ein Fahrradschloss investieren. Empfohlen werden Bügelschlösser und Panzerketten (30 bis 100 Euro). In einem Test der Stiftung Warentest überzeugte ein günstiges Bügelschloss, das Trelock BS 400, für 30 Euro. Sattel und andere mit Schnellspannern montierte Teile sind am besten geschützt, wenn die Spanner durch normale Schrauben ersetzt und mit speziellen Aufsätzen (Pitlocks) gesichert werden. Abschreckend auf Diebe wirkt ein Nummerncode am Rahmen. Der ADFC bietet regelmäßig Codierungs-Termine an: www.adfc-frankfurt.de.



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa

 

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