Von Thorsten Winter
12. November 2007 Der Frankfurter Industriegase-Unternehmer Stefan Messer plant nach drei Jahren Pause in Deutschland eine Großinvestition. Der geschäftsführende Gesellschafter der international tätigen Messer Group mit Sitz in Sulzbach baut für 35 Millionen Euro im nordrhein-westfälischen Siegen eine Luftzerlegungsanlage, die von seiner Firma Gase.de Vertriebs-GmbH betrieben wird. In einer solchen Anlage wird Luft in Stickstoff, Sauerstoff und das Edelgas Argon aufgespalten.
Von Herbst 2009 an soll die Anlage, die in Siegen auf dem Gelände der Deutschen Edelstahlwerke entsteht, diese technischen Gase in flüssiger Form liefern; die Deutschen Edelstahlwerke gelten als größter privater Edelstahlproduzent hierzulande, der auch den größten Teil der Gase abnehmen wird. Die restliche Menge will Messer an Industriebetriebe im Siegerland liefern. In Siegen sitzt außerdem der Vertrieb der von Stefan Messer geführten Gase.de GmbH, mit der der Unternehmer erst im Mai auf den Markt gegangen ist.
Mit der Investition knüpft Messer an die Familientradition an. Bis zum Jahr 2004 war er Geschäftsführer der Messer Griesheim GmbH, die zu einem Drittel der Familie Messer und zu zwei Dritteln der Hoechst AG gehörte. Dieses Unternehmen spielte in Deutschland bei Produktion und Vertrieb der vielfältig genutzten Industriegase jahrzehntelang eine führende Rolle. 2004 verkaufte er an den Konkurrenten Air Liquide, um die von Hoechst an Finanzinvestoren veräußerten Anteile zu erwerben und das Unternehmen zu entschulden.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Daniel Pilar
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