20. August 2007 Mit einer neuen Millionenkampagne wirbt der Flughafenbetreiber Fraport um Akzeptanz für den umstrittenen Ausbau des Frankfurter Flughafens. Die Planungen für den Bau einer Nordwest-Landebahn sieht der Konzern im Zeitplan. Fraport-Chef Wilhelm Bender sagte in Frankfurt, er erwarte den Planfeststellungsbeschluss - quasi die Baugenehmigung - vom hessischen Verkehrsministerium wie angekündigt noch in diesem Jahr. Die neue Bahn soll zwischen Ende 2010 und Herbst 2011 in Betrieb gehen. Dann ist die Fraport AG von ihren Kapazitätsengpässen befreit, sagte Bender.
Mit einer Million Euro wirbt die Fraport AG vom kommenden Wochenende an in Tages- und Wochenzeitungen der Region für die Erweiterung des größten deutschen Flughafens. Zudem gibt es einen Kinospot, der vor allem jüngere Menschen ansprechen soll. Fraport wolle deutlich machen, dass das Wachstum der Region auch vom Ausbau des Flughafens abhänge. Deshalb stehe die Kampagne unter dem Motto: Unsere Region wächst. Der Flughafen wächst mit.
Gut 200.000 Flugbewegungen mehr geplant
Nach Benders Angaben wurde im Zuge des Genehmigungsverfahrens die Luftverkehrsprognose der Fraport vom Jahr 2015 auf 2020 erweitert: Der Konzern rechne dann in Frankfurt statt mit 500.000 mit mehr als 700.000 Flugbewegungen jährlich. Bender betonte, es gebe eine breite Unterstützung für den Ausbau von Bund und Land. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) habe genauso wie Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) die Erweiterung als nationale Aufgabe bezeichnet.
Im sogenannten Regionalen Dialogforum, in dem Anrainerkommunen, Fraport und Fluggesellschaften zusammenarbeiten, setzt Fraport nach Benders Worten weiterhin auf Verständigung. Der Flughafenbetreiber wolle auch mit Bemühungen zum Schallschutz zu einer guten Nachbarschaft mit dem Flughafenumland beitragen.
Bender: Abwarten, ansehen, Interesse zeigen
Davon unabhängig hat Fraport ein Auge auf die Londoner Flughäfen geworfen. Die Frankfurter Betreibergesellschaft will ein Übernahmeangebot prüfen, sollten die britischen Wettbewerbshüter den Londoner Konkurrenten BAA zur Abgabe eines Flughafens zwingen. Wenn sich das konkretisiert, werden wir uns das ansehen und Interesse zeigen, sagte der Fraport-Chef Bender. Sollte es zu einem Verkauf kommen, würde Fraport gemeinsam mit einem Konsortium bieten, ergänzte er.
Derzeit nimmt die britische Wettbewerbsbehörde BAA wegen möglicherweise marktbeherrschender Stellung unter die Lupe. Erste Erkenntnisse der Untersuchung sollen nächstes Jahr veröffentlicht werden. Medienberichten zufolge könnte der BAA-Eigner Ferrovial gezwungen sein, einen der drei Londoner Flughäfen - Heathrow, Gatwick oder Stansted - abzugeben.
Text: FAZ.NET mit lhe/Reuters
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