Umweltzone in Frankfurt

Freie Fahrt nur mit Plakette

12. Mai 2008 Ihre Wirkung ist umstritten, aber sie ist beschlossene Sache: Zum 1. Oktober plant auch die Stadt Frankfurt eine Umweltzone mit Fahrverboten. Zufahrt ist dann nur noch mit Plakette erlaubt. Hier Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Für welches Gebiet in Frankfurt gilt das Fahrverbot?

Ganzjährige Umweltzone ist das Stadtgebiet, das durch die Autobahnen A3 im Süden, A5 im Westen und A 661 im Norden und Osten begrenzt ist. Die Autobahnen selbst sind nicht Bestandteil der Zone.

Wer darf in der Umweltzone fahren?

Zunächst alle Fahrzeuge mit relativ geringem Feinstaubausstoß. Diesen bescheinigen Plaketten in unterschiedlichen Farben. Rot steht für die Schadstoffklasse 2 und damit den schlechtesten Typ in der Plaketten-Gruppe, Gelb steht für Euro 3 und liegt im Mittel. Grün entspricht der Klasse Euro 4 und gilt für alle Benziner mit geregeltem Katalysator. Für Erdgas-, Autogas- und Elektrofahrzeuge gibt es keine Einschränkungen.

Wie erfahre ich, welche Plakette mein Auto bekommt?

Entscheidend dafür ist die Emissionsschlüsselnummer in den Fahrzeugpapieren. In Fahrzeugscheinen bis Oktober 2005 sind die letzten beiden Ziffern im Feld „zu 1“ entscheidend, in neueren Kfz-Scheinen sind es die letzten beiden Ziffern im Feld „14.1“. Mit dieser Nummer können Autofahrer im Internet, etwa unter www.tuev-hessen.de, abfragen, welche Plakette das Fahrzeug bekommt.

Wer bleibt schon jetzt außen vor?

Vom Fahrverbot in der Umweltzone sind in der Regel Autos mit Ottomotor ohne geregelten Katalysator oder alte Dieselfahrzeuge betroffen, die nicht mindestens den Abgasstandard Euro 2 einhalten.

Und daran gibt es nichts zu rütteln?

Doch. Halter von Dieselfahrzeugen mit der Schadstoffnorm 1 können in der Regel eine Stufe besser werden (also rote Plakette), wenn sie einen Rußpartikelfilter einbauen lassen. Für welche Fahrzeuge dies möglich ist, darüber informiert im Internet etwa die Prüforganisation GTÜ (www.gtue.de). Der Filter kostet zwischen 400 und 800 Euro, die Einbaukosten kommen noch hinzu.

Lohnt sich das?

Kommt darauf an. Positiv ist, dass der Staat den Einbau einmalig mit 330 Euro Steuerermäßigung bezuschusst. Außerdem ermäßigt sich die Kfz-Steuer dank Filter um 100 Euro und mehr im Jahr, je nach Hubraumgröße. Auf der anderen Seite sollten sich Privatfahrer die Investition für das ohnehin schon etwas ältere Auto gut überlegen, da die Frankfurter Innenstadt bereits in zwei Jahren auch für die rote Plakette tabu sein soll. Von 2012 an haben dann auch Fahrzeuge mit gelbem „Pickerl“ hinter der Windschutzscheibe keinen Zugang mehr. Freie Fahrt gibt es dann nur noch für Autos mit grüner Plakette.

Was ist, wenn es keine Nachrüstmöglichkeit für mein Auto gibt, ich aber in einer Umweltzone wohne?

Anwohner der Umweltzone sollen ebenso wie örtliche Geschäftsleute eine Extrawurst beantragen können – vorausgesetzt, sie können nachweisen, dass ihnen eine Ersatzbeschaffung wirtschaftlich nicht zuzumuten ist. Dafür zuständig soll das Straßenverkehrsamt sein.

Für wen gibt es grundsätzlich Ausnahmegenehmigungen?

Vom Fahrverbot generell ausgenommen sind unter anderem Motorräder, Oldtimer, Arbeitsmaschinen, Krankenwagen, Polizei- und Militärfahrzeuge sowie die Autos von Behinderten. Sie alle dürfen bundesweit auch ohne Plakette in Umweltzonen fahren.

Also müssen auch Berufspendler eine Plakette kaufen ebenso wie Tagestouristen und gewerbliche Lieferanten?

Ja.

Wie wird kontrolliert?

Geplant ist die Überprüfung geparkter Fahrzeuge durch die städtischen Verkehrshüter. Für Kontrollen im fließenden Verkehr ist in der Regel die Polizei zuständig.

Welche Strafen drohen?

Wer ohne Plakette in der Umweltzone erwischt wird, muss 40 Euro zahlen und bekommt einen Punkt im Flensburger Register.

Zusammengestellt von Petra Kirchhoff.



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: AP

 

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