Von Petra Kirchhoff
17. April 2008 Sie sieht nicht schön aus, mitunter steht sie auch an Ecken, die Menschen in der Nacht nicht gern allein besuchen möchten. Doch ist sie auch zu später Stunde verfügbar. Denn an der Packstation können Kunden der Deutschen Post rund um die Uhr Pakete und Päckchen abholen und verschicken - sofern diese die Maße 60 mal 35 mal 35 Zentimeter nicht überschreiten. Was viele Verbraucher nicht wissen: Sie können Sendungen auch direkt dorthin liefern lassen, indem sie beim Bestellen anstatt der Hausanschrift, die Anschrift einer Packstation angeben. Das Verschicken eines Paketes ist im Übrigen ein Euro günstiger als am Schalter.
Das System, das die Post seit 2004 sukzessive vor allem in Ballungszentren ausbaut, schätzen vor allem berufstätige Menschen, die der Postbote nur selten zuhause antrifft. Diese finden üblicherweise - sofern nicht ein netter Nachbar das Paket entgegen genommen hat - im Briefkasten eine Karte vor, mit der sie die Sendung bei einer Filiale abholen müssen. Das geht frühestens am Folgetag.
Bundesweit 800.000 Packstation-Kunden
Oft bleibt dafür nur der Samstagmorgen, der für viele Berufstätige ohnehin schon eng getaktet ist. Hinzu kommt: Am Wochenende sind die Schlangen vorm Schalter besonders lang. In der Filiale an der Saalburgallee in Frankfurt etwa, berühmt-berüchtigtes Nadelöhr im Nordend, stehen die Kunden samstags zeitweise bis zur Eingangstreppe und schimpfen dann über die Servicewüste Deutsche Post. Das ist nicht von der Hand zu weisen, hat doch die Post ihr Filialnetz inzwischen deutlich ausgedünnt.
Gleichwohl: Zumindest in der Stadt können es die Kunden bequemer haben. Von 90 Packstationen in Hessen stehen 57 im Rhein-Main-Gebiet, mit Schwerpunkt Frankfurt. Inzwischen sind nach Angaben der Frankfurter Post-Niederlassung 800.000 Kunden registriert. Jährlich würden es im Schnitt 200.000 mehr.
Die Registrierung geht schnell und einfach übers Internet: www.packstation.de. Sie kostet nichts und verpflichtet auch nicht dazu, die Packstation fortan zu nutzen. Per Einschreiben bekommt der Nutzer eine Kundenkarte mit persönlicher Post-Nummer sowie eine Pin zugeschickt. Beides ist nötig, um ein Paket bei der Station abzuholen, und funktioniert in Kombination ähnlich wie das Geldabheben am Bankschalter. Zuvor wird der Kunde per SMS oder E-Mail informiert, dass eine Sendung eingetroffen ist. An der Packstation öffnet sich bei Abholung ein Kläppchen. Mit Geld- und EC-Karte ist auch Nachnahme-Zahlung möglich. Wo die nächste Packstation steht, erfährt der Kunde über den Link Packstationfinder. Bei der gezielten Bestellung dorthin muss der Nutzer sowohl die Packstation-Nummer mit der dazugehörigen Straße eingeben als auch die persönliche Post-Nummer im Adresszusatzfeld. Er kann jede beliebige Station wählen.
Meinungen in Internetforen über Packstation meint positiv
Das Verschicken funktioniert ähnlich, ist aber schwieriger als am Schalter, da vorausgesetzt wird, dass der Versender weiß, wie groß und wie schwer seine Lieferung ist. Diese Hausaufgaben muss er vorher erledigen. Briefmarken gibt es an der Packstation. Sie werden mit EC- oder Geldkarte bezahlt. Neu ist, dass auch Kunden ohne Registrierung ihre Pakete an der Packstation abgeben können. Sie wählen die Option Packstation für alle.
Eine Sendung bis zwei Kilogramm Gewicht kann sowohl für 3,90 Euro als Päckchen verschickt werden als auch als Paket für 5,90 Euro. Beim Paket kann der Kunde den Weg der Sendung verfolgen, zudem ist der Inhalt bis 500 Euro versichert. Das Paket bis zehn Kilogramm kostet 5,90, bis 20 Kilogramm 8,90 und bis 31,5 Kilogramm 12,90 Euro. Damit sind alle Pakete einen Euro günstiger als am Schalter. Wer das Porto zuhause online ausdruckt, spart ebenfalls jeweils einen Euro. Beim ersten Mal sollte man sich dafür aber ein bisschen Zeit nehmen.Die Packstation ist nicht zu verwechseln mit der Paketbox, dem Briefkasten für Päckchen und Pakete, in die Verbraucher lediglich frankierte Sendungen und Retouren schmeißen können.
Die Meinungen in Internetforen über die Packstation (www.gutefrage.net, www.ciao.de) sind überwiegend positiv. Wenn es Kritik gibt, dann hauptsächlich daran, dass sich Verbraucher mehr Flexibilität bei den Maßen wünschen. Und dann ist auch dieser Punkt nicht von der Hand zu weisen: Der Verbraucher hat noch eine Karte mehr im Portemonnaie und muss sich eine weitere Pin merken. Fest steht auch: Mit dem Ausbau der Packstationen werden immer mehr Postmitarbeiter überflüssig.
Weitere Infos unter: www.paketstation.de oder 0 18 03/36 53 65.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa
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