Von Thorsten Winter
07. Mai 2007 Der Frankfurter Industrieparkbetreiber Infraserv Höchst kommt auf dem Weg zur geplanten Ersatzbrennstoff-Anlage voran. Das Regierungspräsidium Darmstadt gesteht Infraserv den vorzeitigen Baubeginn zu. Demnach können nun das Fundament gelegt und die Gebäudehülle gebaut werden, wie das Unternehmen gestern mitteilte.
Zwar steht die endgültige Genehmigung des 200 Millionen Euro teuren, umstrittenen Projekts aus, doch Infraserv-Geschäftsführer Roland Mohr wertet die Nachricht aus Darmstadt als Meilenstein. Denn die grundsätzliche Genehmigungsfähigkeit der Anlage, in der vorsortierter Gewerbemüll verbrannt werden soll, steht nicht in Frage, wie Mohr hervorhebt. Infraserv will angesichts dessen Mitte Mai mit den Bauarbeiten im Südwesten des Industrieparks beginnen.
Applaus von der Chemiegewerkschaft
Die Anlage mit rund 70 Meter hohen Schloten soll 2009 in Betrieb gehen. Das Kraftwerk wird 675.000 Tonnen an Müll, der auf den Markt erworben werden soll, im Jahr aufnehmen können. Es soll das größte seiner Art in Deutschland werden. Die Leistung von 70 Megawatt reicht aus, um einige zehntausend Einfamilienhäuser mit Energie zu beliefern.
Während Anlieger das Projekt als zu groß kritisieren, steht die Chemiegewerkschaft an der Seite von Infraserv: Der Frankfurter Bezirksvorstand befürwortet den geplanten Bau im Industriepark Höchst. Dabei handele es sich um eine wichtige Investition in die Infrastruktur des Standorts und werde zur Ansiedlung neuer Firmen beitragen, heißt es in einer Mitteilung.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: infraserv
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