Von Jochen Remmert
18. Juli 2008 Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi verzeichnet in Hessen zum ersten Mal seit ihrer Gründung im Jahr 2001 im Saldo einen Mitgliederzuwachs. Wie der Landesbezirksleiter Jürgen Bothner mitteilte, konnte Verdi seit Beginn des Jahres fast 1100 Mitglieder gewinnen und zählt nun gut 175.000. Anfang 2007 wies eine Statistik des Deutschen Gewerkschaftsbundes für Verdi Hessen allerdings noch 179.000 Männer und Frauen aus, die einen Verdi-Mitgliedsausweis besaßen.
Als die Dienstleistungsgewerkschaft vor sieben Jahren aus der Fusion von Deutscher Angestellten Gewerkschaft, Postgewerkschaft, Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen, IG Medien und der Gewerkschaft Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr entstand, lag die Zahl der Mitglieder sogar noch bei gut 225.300 - Stand Juli 2001.
Mehr Erwerbstätige unter den Mitgliedern
Über Jahre war aus Verdi-Sicht zur Mitgliederentwicklung nur insofern Positives zu berichten, als sich der Schwund allmählich verlangsamte, wie Bothner ohne Umschweife zugibt. Noch im Verlauf des Jahres 2006 hatte die Dienstleistungsgewerkschaft einen Verlust von 3,6 Prozent hinzunehmen, im Jahr davor waren es sogar noch 3,8 Prozent. Mit dem jüngsten positiven Trend wächst nun auch wieder der Anteil der Erwerbstätigen unter den Mitgliedern, der im Jahr 2001 noch bei knapp 73 Prozent lag und heute rund 76 Prozent ausmacht, wie Bothner berichtet.
Den Grund für die Wende sieht er auch darin, dass Verdi Tarifauseinandersetzungen erfolgreich geführt und berechtigte wirtschaftliche Interessen der Mitarbeiter durchgesetzt habe. Viele Arbeitnehmer kämen mit ihrem Entgelt aufgrund der gestiegenen Lebenshaltungskosten nicht mehr aus und müssten zudem unter immer ungünstigeren Bedingungen arbeiten. Diese Erfahrungen zeigten den Arbeitnehmern, wie wichtig es sei, sich gewerkschaftlich zu organisieren. Bothner zeiget sich sicher, dass aus diesem Grund die Mitgliederzahlen auch weiter wachsen werden.
Text: FAZ.NET
Bildmaterial: Wonge Bergmann