14. Dezember 2006 Aus dem angekündigten Börsengang der Pemeas Fuel Cell Technologies GmbH aus Frankfurt wird nichts. Zwar hatte das im Industriepark Höchst ansässige Unternehmen die Investmentbank Equinet schon mit den Vorbereitungen dieses Ereignisses beauftragt - allerdings haben die Eigentümer von Pemeas eine andere Option gezogen: Sie verkaufen ihre Anteile an den Chemiekonzern BASF.
Als Käufer zeichnet dessen Tochtergesellschaft BASF Future Business GmbH in Ludwigshafen. Pemeas ist eine hervorragende Ergänzung und Beschleunigung unserer laufenden Aktivitäten im Energiemanagement, so Thomas Wehlage, Geschäftsführer der BASF Future Business. Wieviel Geld die bisherigen Gesellschafter der Pemeas - vier Finanzinvestoren, die Chemieunternehmen Celanese und De Nora sowie der Höchster Industriepark-Betreiber Infraserv - insgesamt für ihre Anteile erhalten, behält BASF für sich.
Die Pemeas ist aus der Hoechst AG und der Celanese AG hervorgegangen und entwickelt deren Brennstoffzellen-Geschäft weiter. Das Unternehmen stellt das Herzstück von Brennstoffzellen her, die fast geräuschlos und ohne schädliche Abgase auszustoßen Strom und Wärme aus Wasserstoff und Luft erzeugen: eine Membran, an der sich jene elektrochemische Reaktion abspielt, bei der Energie entsteht.
Da diese Membranen höhere Temperaturen als Produkte von Mitbewerbern vertragen, sieht die Pemeas einen Wettbewerbsvorteil auf ihrer Seite. Die höhere Betriebstemperatur gestattet es, die Brennstoffzelle vergleichsweise klein zu bauen. Auch beansprucht der Betrieb, kostengünstiger zu sein als die Konkurrenz.
Insofern paßt das Unternehmen gut zur BASF-Tochter, die sich nach eigenen Angaben unter anderem mit innovativen Speichermedien für Wasserstoff und einer Membran-Elektroden-Einheit für kleine, tragbare Brennstoffzellen beschäftigt. Meine Kollegen und ich freuen uns darauf, Teil des BASF-Teams zu sein, so Pemeas-Geschäftsführer Hort-Tore Land. Trotz der Übernahme soll der Industriepark Höchst zumindest mittelfristig Sitz der Pemeas bleiben.
Das Unternehmen schreibt noch rote Zahlen. Allerdings hat es in der jüngeren Vergangenheit deutliche Umsatzsprünge verzeichnet. Hatte es noch 2004 nicht einmal 100.000 Euro umgesetzt, so stiegen die Erlöse im vergangenen Jahr auf 1,4 Millionen Euro. In diesem Jahr soll der Umsatz auf vier Millionen Euro steigen. Dabei scheint die Pemeas gut im Plan zu liegen, denn am 30. Juni waren schon 2,1 Millionen Euro realisiert. Für die nächsten Jahre erwartet Geschäftsführer Horst-Tore Land anhaltend hohe Wachstumsraten. Bis Jahresende 2008 soll das Jahresergebnis ausgeglichen sein. Die Zahl der laufenden Kundenprojekte bezifferte Land Ende März auf gut 30.
Der Betrieb zählt 58 Mitarbeiter, davon 20 in den Vereinigten Staaten. Die Geschäftsführung sitzt im Industriepak Höchst, wo das Unternehmen auch forscht und Membranen herstellt; zudem betreibt es in den Vereinigten Staaten eine Produktionsstätte sowie Forschung und Entwicklung. Nicht zuletzt hat es seit dem Spätsommer vergangenen Jahres ein Büro in Tokio, das durch ein technisches Kundenzentrum erweitert werden soll. Dies ist nicht von ungefähr so: Bisher macht die Pemeas etwa die Hälfte des Umsatzes mit asiatischen Kunden, zu denen international tätige Konzerne zählen.
Text: @thwi
Bildmaterial: Bergmann