02. August 2006 Frankfurt. Die Pemeas Fuel Cell Technologies GmbH mit Sitz im Industriepark Höchst zieht es an die Börse. Die Erstnotiz soll Anfang des nächsten Jahres vorbehaltlich der Zustimmung der Gesellschafter erfolgen, wie das Unternehmen dieser Zeitung mitteilte. Die Pemeas sieht einen Börsengang, für den die Vorbereitungen laufen, nach weiteren Angaben als interessante Finanzierungsoption an. Das Unternehmen will sich bei Anlegern Kapital besorgen, um den wachsenden Brennstoffzellenmarkt beliefern zu können. Es stellt das Herzstück von Brennstoffzellen her, die fast geräuschlos und ohne schädliche Abgase auszustoßen Strom und Wärme aus Wasserstoff und Luft erzeugen: eine Membran, an der sich jene elektrochemische Reaktion abspielt, bei der Energie entsteht.
Da diese Membranen höhere Temperaturen als Produkte von Mitbewerbern vertragen, sieht die Pemeas einen Wettbewerbsvorteil auf ihrer Seite. Die höhere Betriebstemperatur gestattet es, die Brennstoffzelle vergleichsweise klein zu bauen. Auch beansprucht der Betrieb, kostengünstiger zu sein als die Konkurrenz.
Deutliche Umsatzsprünge erreicht
Das Unternehmen schreibt noch rote Zahlen. Allerdings hat es in der jüngeren Vergangenheit deutliche Umsatzsprünge verzeichnet. Hatte es noch 2004 nicht einmal 100.000 Euro umgesetzt, so stiegen die Erlöse im vergangenen Jahr auf 1,4 Millionen Euro. In diesem Jahr soll der Umsatz auf vier Millionen Euro steigen. Dabei scheint die Pemeas gut im Plan zu liegen, denn am 30. Juni waren schon 2,1 Millionen Euro realisiert. Für die nächsten Jahre erwartet Geschäftsführer Horst-Tore Land anhaltend hohe Wachstumsraten. Bis Jahresende 2008 soll das Jahresergebnis ausgeglichen sein. Die Zahl der laufenden Kundenprojekte bezifferte Land Ende März auf gut 30.
Der Betrieb zählt 58 Mitarbeiter, davon 20 in den Vereinigten Staaten. Die Geschäftsführung sitzt im Industriepak Höchst, wo das Unternehmen auch forscht und Membranen herstellt; zudem betreibt es in den Vereinigten Staaten eine Produktionsstätte sowie Forschung und Entwicklung. Nicht zuletzt hat es seit dem Spätsommer vergangenen Jahres ein Büro in Tokio, das durch ein technisches Kundenzentrum erweitert werden soll. Dies ist nicht von ungefähr so: Bisher macht die Pemeas etwa die Hälfte des Umsatzes mit asiatischen Kunden, zu denen international tätige Konzerne zählen.
Geplanter Emissionserlös noch offen
Bisher stehen vier Finanzinvestoren, die Chemieunternehmen Celanese und De Nora sowie der Betreiber des Höchster Industrieparks, Infraserv, hinter dem Unternehmen. Die Gesellschafter haben die Pemeas seit der Gründung im April 2004 mit 26 Millionen Euro ausgestattet; zuletzt ist das Kapital im Juni um sechs Millionen Euro erhöht worden. Auf besondere Weise ist die Infraserv an dem Unternehmen beteiligt: Es stellt ihm seit dem Frühjahr 2004 mietfrei Labor- und Büroflächen zur Verfügung und hat im Gegenzug Anteile an der Firma erhalten.
Welches Börsensegment die Pemeas anstrebt - ob den wenig regulierten Entry Standard oder den mit der Pflicht zu Quartalberichten verbundenen Prime Standard - ließ die Firma offen. Gleiches gilt für den geplanten Erlös aus dem Börsengang.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: Bergmann