IHK Frankfurt

Tonnellier mit großer Mehrheit zum Präsidenten gewählt

Von Manfred Köhler

27. Juni 2007 Die Industrie- und Handelskammer Frankfurt wird fortan von Hans-Joachim Tonnellier geführt. Der Vorstandsvorsitzende der Frankfurter Volksbank wurde von der Vollversammlung zum Präsidenten der Kammer gewählt. Für den Neunundfünfzigjährigen stimmten 63 der 69 Anwesenden. Drei votierten gegen ihn, drei enthielten sich.

Tonnellier hatte zuvor in seiner Vorstellungsrede dazu aufgerufen, nach dem Streit der vergangenen Monate wieder zusammenzustehen. „Unsere Gegensätze sind verschwindend klein. Aber unsere Gemeinsamkeiten sind überwältigend groß“, sagte er dem Redemanuskript zufolge. Der Wechsel an der Spitze der Kammer fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Abschied von Joachim von Harbou

Zuvor hatte sich Joachim von Harbou von der Kammer verabschiedet. Er hatte Anfang April seinen Rücktritt für den gestrigen Tag angekündigt, nachdem es wochenlang Streit um Rechtsfragen und um seinen Führungsstil gegeben hatte. Harbou legte zugleich seine Mitgliedschaft in der Vollversammlung nieder.

Er wisse, dass er mit seinem Rücktritt viele enttäuscht habe, sagte der scheidende Präsident laut Redetext. Er sei diesen Schritt aus Sorge um den Einfluss der Kammer gegangen. „Mich hat allerdings auch das beschämende Bild, welches insbesondere der Stil der Auseinandersetzungen in den vergangenen Monaten nicht nur bei Außenstehenden erzeugen musste, sehr betroffen. Jeder hätte erkennen können, dass es am Ende weder Sieger noch Besiegte, sondern nur Verlierer geben würde.“ Er habe für eine offene, effiziente und mitgliederorientierte Kammer gestanden. Harbou verließ unmittelbar nach der Wahl seines Nachfolgers die Sitzung.

Weiter wurde Wolfram Wrabetz, Vorstandsvorsitzender der Helvetia International Versicherungs AG, zum Vizepräsidenten gewählt. Von den nach dem Abgang Harbous 68 anwesenden Mitgliedern der Vollversammlung stimmten 54 für Wrabetz, zehn gegen ihn und vier enthielten sich. Er übernimmt den Sitz im Präsidium von Karl Ludwig Freiherr von Freyberg, einst Chef der Frankfurter Allianz, der sein Mandat niedergelegt hatte.

Tonnellier: IHK muss als Innovator auftreten

Tonnellier sagte in seiner Vorstellungsrede, die Kammer müsse weiterhin den Mittelstand unterstützen. Sie müsse Frankfurt als Finanzplatz, Verkehrsdrehscheibe und Medienstandort stärken, ihre eigenen Leistungen bei der Ausbildung junger Menschen noch stärker hervorheben und beim wirtschaftlichen Wandel als „Innovator“ auftreten.

Als seinen Lehrmeister nannte der langjährige Bankchef den früheren Vorsitzenden der Geschäftsführung der Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, den 2002 verstorbenen Hans-Wolfgang Pfeifer. „Er hat mich eingeschworen auf das Vorbild des ehrbaren Kaufmanns.“ Tonnellier ist bis zum Ende der laufenden Wahlperiode gewählt, die 2004 begonnen hat. Sie endet im Frühjahr 2009.



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa, F.A.Z. - Wolfgang Eilmes

 
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