Logistikunternehmen

Infraserv Höchst soll 13,45 Millionen an D.Logistics zahlen

Von Thorsten Winter

17. März 2005 In einem Rechtsstreit hat die Hofheimer D.Logistics AG einen Erfolg gegen den Industrieparkbetreiber Infraserv Höchst GmbH erreicht. Infraserv soll insgesamt 13,4 Millionen Euro an D.Logistics zahlen, wie ein Schiedsgericht in einem zweiten Teilschiedsspruch entschieden hat. Dies teilte das Hofheimer Unternehmen in einer Pflichtmeldung an die Börse mit. Im ersten Teilschiedsspruch hatte Infraserv die Nase vorn gehabt. Seinerzeit lehnte das Gericht das Begehren von D.Logistics ab, die mit Infraserv im Jahr 2001 geschlossenen Verträge über die Bildung einer Gemeinschaftsfirma für wirksam zu erklären. Infraserv war im März 2002 von der Vereinbarung zurückgetreten.

Um die gemeinsame Logistikgesellschaft zu gründen, hatte D.Logistics eine Kapitalerhöhung auf den Weg gebracht. Zu diesem Zweck sollte das Unternehmen 40 Prozent an der Infraserv Logistics erwerben und dafür mit eigenen Aktien bezahlen. Infraserv zeichnete im Gegenzug D.Logistics-Aktien. Der Wert von D.Logistics wurde seinerzeit mit 7,85 Euro je Aktie festgestellt - und diese Höhe hat das Schiedsgericht nun für eine Tranche von 1,6 Millionen Aktien auch bestätigt, wie Unternehmenssprecher Rainer Monetha dieser Zeitung sagte.

Einschließlich Zinsen folge daraus eine Bareinlage von 12,8 Millionen Euro, die D.Logistics erwarte. Mit Blick auf 650.000 weitere D.Logistics-Aktien sei die Bewertung aus Sicht des Gerichts nicht klar. Deshalb werde Infraserv in dem Teilsschiedsspruch lediglich zur Zahlung des Nennwerts von einem Euro verpflichtet.

Infraserv stand indes nicht der Sinn danach, 1,6 Millionen D.Logistics-Aktien mit 7,85 Euro je Anteilsschein zu bezahlen. Denn von diesem Wert, den das Papier noch Ende August 2001 hatte, ist es weit entfernt. Die Aktie kostete gestern rund 1,80 Euro. Als Infraserv von der gemeinsamen Gesellschaft Abstand nahm, lag der Kurs deutlich unter drei Euro. Somit wäre eine angemessene Vergütung aus Sicht des Höchster Unternehmens nicht mehr erhältlich gewesen.

Aus dem Teilschiedsspruch ergebe sich, daß Infraserv D.Logistics-Aktionär geworden sei. Die Zahlungsverpflichtung von Infraserv Höchst hänge davon ab, daß die D.Logistics AG die von Infraserv Höchst gezeichneten Aktien nunmehr auf Infraserv Höchst übertrage, hieß es bei Infraserv auf Anfrage. Das Unternehmen teilte ferner mit, im Schiedsverfahren die Schadenersatzansprüche gegen D.Logistics weiter zu verfolgen. D.Logistics will nach dem jüngsten Teilschiedsspruch die 1,6 Millionen Aktien zu 7,85 Euro auf jeden Fall „gegen Geld“ liefern, wie Monetha ankündigte.



Text: @thwi

 

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