
Herr Schäfer-Gümbel setzt sich im Wahlkampf in Szene, muss er, kann er mit alten neuen SPD-Parolen und Absichtserklärungen. Der Gegenwind von CDU und FDP folgt auf den Fuß, ebenfalls mit den bekannten Sprüchen; und zum x-ten Mal die hoffnungslose Verteidigung des drei/viergliedrigen Schulsystems. Der Bürger ist von diesem Niveau längst genervt, wendet sich gelangweilt ab. Konsequenzen werden aus dem Bildungsbericht 2008 in Deutschland einfach nicht gezogen, vor allem 25% einer Generation werden einfach in die Ecke zwischen Hartz IV, Gelegenheitsjob und Drogen gestellt. Keine Partei hat offensichtlich wirklich eine Antwort. Da müßte man sich mit grundlegenden Fragen der Kinder- und Jugendsozialisation, der subjektiven Lernmotivation, neuen Lernkulturen, neuer Prüfungsdidaktik und existenziellen Zukunftsfragen beschäftigen. Ja, innerhalb eines reformierten öffentlichen Schulsystems mit radikalem Bürokratieabbau wäre gar eine 75%ige Abiturientenquote möglich, denn das Gymnasium ist die moderne Volksschule des 21. Jahrhunderts. Aber wer will das schon? Wer will in der Politik sein Hirn wirklich anstrengen?