Hessen

Endergebnis der Landtagswahl gegen 22.30 Uhr

17. Januar 2009 Die Spannung hält sich diesmal in Grenzen. Bei der Landtagswahl vor einem Jahr musste noch bis kurz vor Mitternacht gezittert werden. Morgen, im zweiten Anlauf, wird das vorläufige amtliche Endergebnis schon für etwa 22.30 Uhr erwartet. Interessant ist vor allem die Frage, ob die Linkspartei den Wiedereinzug in den Landtag schafft oder an der Fünf-Prozent-Hürde scheitert. Wahlberechtigt sind diesmal 4,38 Millionen Hessen, 8600 mehr als am 27. Januar 2008. Der Frauenanteil liegt bei 52 Prozent, etwa 56.000 der Wahlberechtigten sind Erstwähler, die vor einem Jahr noch nicht 18 Jahre alt waren.

Mit 64,3 Prozent hatte die Wahlbeteiligung bei der Hessenwahl 2008 einen Tiefpunkt erreicht, diesmal könnte das Interesse noch geringer ausfallen. Die Meteorologen sagen Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt, Regen, Windböen und in höher gelegenen Regionen Schneefall voraus. Erstmals könnte es einen Landtag geben, dem mehr als 110 Abgeordnete angehören, denn die CDU hat gute Chancen, sogenannte Überhangmandate zu erhalten, indem mehr Unionskandidaten ihre Wahlkreise gewinnen, als der Partei rechnerisch Mandate zustehen. Durch „Ausgleichsmandate“ für die anderen Parteien würde dann wiederum sichergestellt, dass das Verhältnis der Mandate insgesamt dem Verhältnis der für die einzelnen Landeslisten abgegebenen Stimmen entspräche.

Meinungsforscher sagen eine deutliche Mehrheit für eine schwarz-gelbe Koalition voraus, allerdings lag der Anteil unentschlossener Wähler zuletzt noch bei gut 40 Prozent. Bei der jüngsten Umfrage vor neun Tagen kam die CDU auf 41, die FDP auf 15 Prozent. Für die SPD wurden 24 Prozent prognostiziert, die Grünen lagen bei 13 und die Linken bei vier Prozent.

Ministerpräsident Roland Koch (CDU) kündigte gestern an, seine Partei werde bis zum Wahlabend um Erst- und Zweitstimmen kämpfen, denn anders als bei früheren Wahlkämpfen sei die FDP als potentieller Koalitionspartner diesmal nicht auf Leihstimmen aus dem Unionslager angewiesen. Für den Fall einer schwarz-gelben Mehrheit erwarte er zügige Koalitionsverhandlungen mit der FDP. Es sei nicht ausgeschlossen, dass ihn der Landtag schon in seiner konstituierenden Sitzung am 5. Februar wieder zum Regierungschef wählen werde.

Text: ler./F.A.Z.

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