
Herr Ruszynski, sollte ich Sie zu unrecht persönlich angegriffen haben, bedauere ich das und ich entschuldige mich dafür. Eine teilweise individuellere Energieversorgung kann langfristig vielleicht sogar sinnvoll sein. Allerdings wehre ich mich gegen manch Geschwafel, gerade von Linken und Intellektuellen (Solnit ist wohl noch nichtmal die deutlichste Vertreterin), die zwar nicht mehr glauben, der Strom komme aus der Steckdose, aber die meinen, von allem etwas weniger würde auch reichen. Weniger Energie, weniger Wirtschaft, weniger Wohlstand... denn wir haben ja schon alles, vor allem sie selbst. Und weil genau diese selbst eigentlich so wenig richtig produzieren, vor allem etwas zur Bedarfsbefriedigung, können doch auch andere verzichten. Es ist genau dieses linke Geschwafel, das mir dermaßen auf den Geist geht (und weswegen ich vielleicht dünnhäutig wurde.) Wie z.B. 'Reiche und Diebe leben im Verborgenen'. Ja bin ich jetzt schon kriminell, weil ich kein informationeller Exhibitionist bin? Also, nichts für ungut, und ich hoffe, Ihnen die Hand reichen zu können. Hoffentlich erreicht Sie dieser Kommentar noch.

Der Begriff "teilen" taucht bereits in der Bibel auf und ist für mich mit sehr postitiven Gedanken verbunden. Stets wurde mir vermittelt (Kirche, Politik, Schule, Eltern), dass ich als Christ nicht das Recht habe Dritte zu schädigen. Sehr schön finde ich den Artikel "Überforderte Gesellschaftsforscher: Auf dem Müllhaufen der Geschichte." http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,592447,00.html Hier ist die Rede von künftig 150 Millionen Klimaflüchtigen. Mir scheint es, dass es keine gute Idee ist, wenn 1,4 Mrd. Chinesen und 1,6 Mrd. Inder meine bisherigen Lösungen kopieren. Es ist möglich im Einklang mit der Natur und Gemeinsinn zu leben, ohne auf einem Baum zu hausen. Solarpaneele, regenerative Energien, Wassertanks zum Auffangen des Regenwassers, ein Garten, Obstbäume, eine Gemeinschaft, die sich gegenseitig hilft, der Kauf lokaler, regionaler Produkte ist hier in Australien nicht nur Theorie. Mein erklärtes Ziel ist es zukünfigt meinen Raubbau an der Natur zurückzuzahlen durch Installation weiterer Solarpaneele und dem Pflanzen weiterer Bäume (bisher sind es circa 20!).

Wenn Herr Kleiner so weiterträumt (inkl. der Unterdrückungstheorie durch die Reichen, welche die Zu-kurz-gekommenen immer haben, als Ausrede für ihre eigene Erfolgslosigkeit) aber nichts unternimmt, in unserer realen Welt, ist es mir am liebsten. Dann bereitet er mir keine Alpträume. Und Herr Ruszynski darf gerne wieder auf die Bäume zurückkehren. Dort ist zwar nicht zuviel Platz. Aber er muss sich keine Sorgen machen. Ich werde ihm den wenigen Platz dort nicht streitig machen.

Ich habe ziemlich genau diese Wirtschaftsthese schon mal gelesen. 2000 wurde, auch in der FAZ, das Buch/die Philosophie von Jeremy Rifkin in alle Himmel gelobt. "Access. Das Verschwinden des Eigentums". Nicht erst jetzt, sondern schon 3 Jahre später war jeder froh um alles was er an Eigentum hatte, möglichst schuldenfrei. Und deshalb Leute, weg mit dem linksintellektuellen Quatsch. Bodenständig arbeiten bingt im Leben mehr als auf Prosseccoparties solch Ideen "smalltalken".

Dieses Leben und die Natur ist für mich einmalig schön und besonders. So ich mit meinem Verhalten für den Klimawandel und die Erderwärmung mitverantwortlich bin, möchte ich mit den Klimaflüchtigen teilen. So ich mehr Öl verbrauche, als die Natzur generiert, möchte ich das verbleibende Öl mit den nächsten 10.000 Generationen teilen. So ich in meinem früheren Leben die Indianern oder Aborigines von ihrem Lebensraum vertrieben habe, möchte ich es jetzt mit ihnen teilen. So ich der Angst hinterherlief, möchte ich jetzt der Liebe folgen. Wäre es nicht schön, wenn der Streit um eine politische Ideologie durch Eigenverantwortung ersetzt würde?

Mal etwas weniger ideologisch! Man muss sich im Klaren darüber sein, was der Preis für ein Eigenheim ist – für den Durchschnittsverdiener -, nämlich: lebenslang Zinsen zahlen, das ist wie lebenslang Leibeigenschaft – bei der Bank. Und die Angst, das Eigenheim zu verlieren, bleibt bis zur letzten Rate. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass das in den USA so viel anders sein soll. Nur ist dort der Druck ein Eigenheim zu besitzen, noch größer, und damit auch die Angst, und das Joch der Leibeigenschaft (und der Druck aufs Familienglück, wie viel Scheidungen alleine deswegen?). Dies hätte sie vielleicht sagen sollen, dann wäre der Artikel nicht so furchtbar kleinbürgerlich-elitär. Denn natürlich ist der Wert der Freiheit zwischen den Klassen nicht immer der Gleiche – da ist auch eine ideologische Komponente -, aber der Preis ist zwischen vergleichbaren (Klassen-)Lagen eben doch vergleichbar. Und: sollte mir mein Vermieter die Miete ins Unendliche treiben, ich verlöre vielleicht meine Wohnung, aber eben nicht ein Eigenheim, und ich kann nichts verlieren, was ich ehe nicht besitze = Freiheit! - Das ist der Unterschied von Besitzen und Nichtbesitzen bei den besitzlosen Klassen. Ihr kleiner Besitz macht sie in aller Regel noch Unfreier.

Sie erzählen, mit Verlaub, ziemlichen Blödsinn. Wer soll denn mit wem teilen? Der Sozialismus hat uns doch gelehrt daß, wenn alle das Gleiche haben sollen, am Ende niemand nichts hat. Der Egoismus ist gut für die Marktwirtschaft, er muß nur durch Regeln und die Gefahr der Eigenverantwortung in Bahnen gelenkt werden. Das ist nicht passiert.

China hat einen staatlichen Bausparzwangsvertrag? Wo haben sie daß denn gelesen? Ich bin recht chinakundig, meine Frau ist aus China, spreche Chinesisch, hab von sowas noch nie gehört. Wie heisst das denn auf Chinesisch?

a) es ist ein wesentlicher Teil der Altersversorgung b) es kann als Sicherheit für Kredite in schwierigen Zeiten, wie z.B. Arbeitslosigkeit, hohen Behandlungskosten im Krankheitsfall oder der Finanzierung des Studiums der Kinder, eingesetzt werden, da die sozialen Systeme im Vergleich zu D eher unterentwickelt sind c) durch Eigenleistung in den Ausbau konnten sie mit erheblichem Gewinn weiterverkauft werden d) Mieterschutz ist ein Fremdwort e) es ist der Ort, wo man sich von dem besonders in den USA hektischen Berufsleben erholen kann (erzählte ich meinen amerikanischen Freunden von 5-6 wöchigem, bezahltem Jahresurlaub oder einer 35 Stundenwoche in D, fragten sie mit großen Augen "Are u kidding me ?") f) entscheidend für Familien mit Kindern ist die Nähe einer guten Schule, die, wenn es sich um eine "public school" handelt, fast ausschließlich aus dem Steueraufkommen der jeweiligen Gemeinde finanziert wird (nach meiner Meinung der größte Schwachpunkt des US-Bildungssystems) Fazit: Ohne den hohen Anteil an Eigenheimbesitzern würde diese Gesellschaft in eine erhebliche Schieflage geraten. Daher ist jeder US-Präsident verpflichtet, diesen privaten Kernbereich so gut es eben geht, vor Schaden zu bewahren.

Es kann sein daß wir schon etwas dümmeres gelesen haben. Ist aber sehr unwahrscheinlich.

Die Frau scheind die gleiche denkweise zu verfolgen, wie man sie von Al Gore, durch Hollywood, über Bill und Hillary Clionton bis zum Herrn Obama kennt und gerne propagiert. Was mich am meisten empört wirglich empört - auch unglücklich über die FAZ.de Fragerin - ist die dreckige Bemerkung über den Herrn Busch. In der FAZ.de sollte man doch auch mal anfangen zu denken! Und nicht jeden gleich streichen, der einen Linken oder 68er kritisiert. Die verlogene Bemerkung war, dass der Herr Bush nur ans Foltern denkt. Hat man in der FAZ.de noch nie was von wirklichem Folterngehört? Nur noch zu einem Kommentar, zu dem aus Australien. Ich lebe auch in dem schönen Land, schon 30 Jahre und einer meiner ersten Freunde war ein Ur-Einwohner. Es stimmt doch nicht, dass die Leute eine Art paratiesisches Leben lebten. heute noch werden sogar kleine Mädchen als eigentum einiger älterer Herren Betrachte und auch missbraucht. Die Träumer von einer besseren Welt, die es angeblich mal gab, sind leider noch nicht auf der Liste der zum Aussterben verdammten. Und ein Großteil von denen lebt in Californien! Neuerdings sind die auch in Australien zufinden - dort können die gut Baden - nicht einmal ein Haie würde die fressen.

Es mag Praeferenzen geben ob Stadt- oder Speckguerteldomizil. Die Tendenz zum Eigenheim wird hiervon sicher nicht beeinflusst. Typisch West - in China werden bis zu 20% vom Einkommen in eine Art staatlichen Bausparvertrag abgezweigt, Arbeitgeberanteil ist gleich hoch. Nur die zur Zersiedlung fuehrende Pendlerpauschale scheint eher deutsch zu sein.

nur sehr selten. Es waere besser es zu versuchen ; die Wirklichkeit immer schoener zu machen. Traumhaft schoen wird sie immer nur fuer die Privilgeierten werden. Dem Volk wird man nur empfehlen: traeumt halt schoen.. Das ist immerhin besser als Apltraeume zu haban...

Über den Artikel habe ich mich sehr gefreut. Derzeit lebe ich in Australien. Die Ureinwohner lebten wie die Indianer mit dem Land und der Natur, ohne dass ihnen beides gehörte. Der Sauerstoff, der Boden, die Pfanzen, das Wasser und die Sonne gehört allen gleichermaßen. Der Mensch wurde geboren aus einem Stein, einem Baum, einem Tier und zerfällt am Ende wieder zu Asche. Das ist der eigentliche Lebenszyklus. Das ist die reale Welt. Wir können viel lernen von diesen Naturvölkern. Ohne Gemeinsinn hätten sie nicht überlebt. Die Bankenkrise ist nach meiner Einschätzung entstanden, weil der einzelne den Wert "seines Grundstückes" immer weiter erhöhen wollte. Die Gier ist die Wurzel der Finanzkrise, das Profitstreben um Land, Wasser, Sauerstoff, Pflanzen und Tiere. Das Leben an sich ist nach meiner Einschätzung jedoch nicht verkäuflich. Frieden werden wir dann finden, wenn wir anfangen zu teilen.

Ganz ehrlich, die Autorin hat es (voreilig) wahrscheinlich "gut" gemeint, aber wie so viele Dinge mit gleichem Ansatz, voellig das Thema verfehlt. Der Wunsch der eigenen vier Waende, wenn auch zig Meilen weit weg vom job, nun als Wahn gegeisselt, das grenzt schon an Geistesgestoehrtheit. Oder: Solch kurzsichtige Aburteilung von millionen von gebeutelten Hauseigentuemers klingt ganz doll nach "Limousine-Liberal" and "NIMBY". Auch in den Worten von Heinrich Heine "Ich kenne die Weise, ich kenne den Text, ich kenn auch die Herrn Verfasser. Ich weiss, sie tranken heimlich Wein und predigten oeffentlich Wasser!" Es geht der Frau Verfasserin offensichtlich recht gut, materiell vor allen Dingen, denn eines steht fest - ihr Haus ist nicht von Foreclosure bedroht. Fakten, mit den man nicht streiten kann! Ich sag den Leuten hier in NYC immer - Wenn's Euch nicht passt hier, dann verbringt doch mal ein Jahr in Rumanien, oder Bangladesh - Get the point? Rebecca Solnit - viel Spass beim Umzug - nach Bratislava! Die Plattenbauten sind echt, und guenstig zu haben!

Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie hoch der Anteil konservativer Elemente gerade bei linken Intelektuellen ist. Auch Ihnen sei gesagt: Die Welt ändert sich, und das ist gut so.

Trotz aller sozialpädagogischen Bemühungen ziehen die meisten Menschen ein spießiges Häuschen mit Garten immer noch der Wohnung im hippen Kiez vor. Die in der Stadt wohnen findet man bis auf einen kleinen aktiven Teil nicht im Tanzstudio oder im Nachtleben, sondern sie sitzen in ihren engen Wohnungen und schauen Video (oder genießen den Ton des Fernsehers des Nachbarn). Fast alle Städte sind nach Ladenschluß und am Sonntag unwirtlich und verwaist. Der Rückzug ins Private ist nicht von der Wohnlage abhängig. Die Sehnsucht, mit dem Gang vor die Haustür mit allen Facetten der Gesellschaft konfrontiert zu werden, nimmt bei den meisten mit dem Alter ab. Ein Gemeinschaftsleben ist auch in Vorstädten oder außerhalb der Städte möglich, ja sogar häufiger als in den anonymen Städten. Auch ist der Wunsch und Trend zum ruhigen eigenen Haus deutlich älter als die Motorisierung der Bevölkerung und wird auch durch einen höheren Benzinpreis nicht verschwinden.

Den Artikel muss man zweimal lesen um sicher zu sein, dass er ernst gemeint ist- "Eigenheimwahn"- das muss man mal auf der Zunge zergehen lassen. Offensichtlich lebt Rebecca Solnit auf Wolke Sieben wo die Bewohner von vom Staat (?) errichteten Gebaeuden kollektiv gemeinsam ihr Leben gestalten, in Mini-Gemeinden freundschaftlich zusammen Ringel-Reihen spielen und sich selbstlos gegenseitig unterstuetzen. Meldung aus der Realitaet: ca. 70% der Amerikaner sind zufrieden mit ihren eigenen vier Waenden und Nachbarschaftshilfe ist gerade hier in den USA deutlich staerker verbreitet als in Deutschland. Darueberhinaus wird auch der gelegentliche Genuss einer Tageszeitung empfohlen, um die wahren, sowohl witschaftlichen als auch politischen, Ursachen der jetztigen Krise zu entdecken. Eventuell moechte die Autorin auch das Gespraech mit Bewohnern von Plattenbauten suchen um Wolke Sieben auf der Erde zu finden.

Der Wunsch nach Privatheit ist so alt wie die Menschheit. Im "Fourth Ammendment" zur amerikanischen "Bill of Rights" wird auch schon die Wichtigkeit der Privatheit im angelsächsischen Raum deutlich: Hier wird das Prinzip "My home is my castle" in die Verfassung eingebracht. Dass dieser Wunsch mit Fortschreiten der Technisierung und Mobilisierung unserer Privatsphäre (Auto, Telefon, Fernsehen, Internet...) den öffentlichen Raum verändert hat, ist schon seit Jahrzehnten ein wiederkehrendes Thema. Und kein rein westliches, sondern globales. Neu ist, dass dieser Wunsch in dem Land, wo er womöglich am stärksten ist, durch staatlich unterstützte Finanzierungsinstitutionen gefördert und instrumentalisiert wurde, um Profit UND Politik zu machen. BIG TIME. Neu ist auch, dass die Finanzrisiken daraus in der Welt verteilt wurden. Welche Wirkungen dieses Ereignis auf die Städte haben wird lässt sich erst lange im Nachhinein feststellen: Der nach 9/11 lauthals prophezeite Paradigmenwechsel ist im Bereich Stadtentwicklung bis jetzt noch nicht spürbar eingetreten, jedoch sind die Auswirkungen des Öl-Schocks der 70er omnipräsent. Vielleicht brauch es lange Entwicklungen wie den Klimawandel und die Globalisierung, um uns vom Kurs zu bringen.

Da fehlt die Linie. Wohnen ist eine vorübergehende Tätigkeit in USA, wo Mobilität gefordert ist. Ganz anders in Westeuropa und wieder anders in Deutschland. Förderung ist zwar überall populär, aber in Deutschland auch erforderlich gewesen - kriegsfolgenbedingt. Kampf der Besitznahme von Stadtvierteln durch Wohlhabende ist kein Rezept. Politik kann örtlich etwas leisten durch öffentliche Einrichtungen, Planungsrecht und Verkehrsführung. Die sog. trendys wandern meist weiter, wenn ein neues Viertel en vogue wird. Das läßt sich - auch privat - in Maßen steuern. Vorstädte sind problematisch wo immer sie entstehen. Entwickeln sie keine Identität, z.B. weil sie früher selbständige Orte waren und nur von einem Großraum "eingeholt" wurden oder wenn sie nicht durch andere Besonderheiten Eigenständigkeit erlangen, können sie zu Slums verkommen. Was dann fehlt sind soziales Umfeld, Betriebsamkeit und eben eigenständige Identität. Das hingegen gibt es reichlich in den lange gewachsenen Stadtvierteln von Großstädten, die zumeist auch eine sonstige brauchbare Infrastruktur bis hin zum Nahverkeht anbieten können. Jeder hat und jedem vergeht irgendwann der Eigenheimwahn. Auch da bleibt nichts wie es ist. Was seine guten Seiten hat.