
Buch ist,wenn man trotzdem liest... Das Buch ist etwas totes.Erst der Leser erweckt es zum "Leben".

Die Konkurrenten sind nicht irgendwelche Medien, sondern die Verhandlungspartner/-gegner. Bei einem E-Book muss vor dem Druck nicht mehr entschieden werden, wie groß die Auflage sein muss, sondern wird - bei etablierten Informatikprozessen - durch Download on Demand gehandhabt. Die Verlage haben jetzt den direkten Kontakt mit den Lesern und nicht über Buchketten oder Buchhandlungen (diese werden zukünftig mehr Probleme haben). Gegen zu hohe Vorschüsse gibt es eine klare Gegenstrategie: - Aktives Suchen von Qualitätswerken, - Verbessern in Zusammenarbeit mit Mentoren, - Honorierung nach Auflage. Wer zu hohe Vorschüsse zahlen will, muss selbst zusehen, ob diese Strategie aufgeht; dazu muss man deutlich bessere Beurteilungsfähigkeiten als andere haben oder Hellseher sein. Das wird nur den wenigsten gelingen. Es zeigt sich schnell, dass der direkte Kontakt mit Autoren und Lesern durch das Wegfallen von Buchketten und Buchhandlungen zu einer besseren Verhandlungsposition für Verlage führt, u.a. weil durch E-Books die Kosten für das Material und die Verteilung eines Werkes ins Bodenlose sinken werden, es kann mehr Zeit in die Verbesserung investiert werden. Als Informatiker freue ich mich hier auf die Zukunft.

Wie in dem Artikel schon erwähnt, haben wir eine Entwicklung wie bei dem endlich geplatzten Musik-Kartell. Immer mehr Menschen "verdienen" an an einer Sache mit deren Herstellung sie nicht das Geringste zu tun haben. Die Preisbindung in Deutschland bei "normalen" Büchern ist die Pest. Der Autor hat von den unverschämt hohen Preisen nichts! Das Geld versickert in trübe Tümpel, die sich den Idealismus der rasant abnehmenden Bücherfreunde zu Nutze machen. Haben wir ohnehin eine schlimme Dekadenz der Bevölkerung in Sachen Kultur und Bildung, so wird für die letzten Aufrechten der Gegenstand der Begierde, aber auch Freude, zunehmend unerschwinglich. Leider erscheint die neue Technik des E-Book bei weitem nicht so attraktiv, wie das Buch an sich, wie man es kennt, liebt und fühlt. Aber was soll's, die MP3 Kopien der unzähligen Musik-Alben haben auch nicht mehr den Flair und die Authentizität der schwarzen Platte. Man muss Abstriche machen und das Ideal mit um so mehr Phantasie ergänzen. Die heutige Jugend liebt Musik, wie jede Generation davor. Und sie hat sich eigene "Vertriebswege" geschaffen. Wenn es nicht eine ähnliche Revolution bei Büchern gibt, werden deren Leser aussterben. Ein Schüler kann sich kein Buch für 40 EUR kaufen.