Unter Protest: Der chinesische Delegierte Mei Zhaorong verlässt zwischenzeitlich das Frankfurter Symposion

Dass die chinesische Delegation den Frankfurter Konferenzraum verlassen würde, war zu erwarten gewesen. Der Punkt, an dem der Direktor der Frankfurter Buchmesse das Symposion „China und die Welt“ vielleicht doch hätte abbrechen müssen, war ein anderer. Von Oliver Jungen

Lesermeinungen zum Beitrag

21. September 2009 01:01
Gäste  
Hanspeter Bruhin (Secutor)

Wer als Gast eingeladen wird, muss als Gast behandelt werden.

Bewerten: schlecht gut
15. September 2009 12:13
Ja das Begreifen  
Josef Bujtor (Mramorak)

Offenbar gibt es bei uns zuviele - Politisch Korekte - die erst sehr spät merken, dass sie falsch verbunden sind, also eine falsche Nummer gewählt haben. Warum die gröste Gewalherrschaft zu soetwas einladen? Das zeigt doch, wie weit unser Land sich schon mit den Gedanken die "zuvielen Freiheiten" einzuschränken beschäftigt! Der beitrag von Herrn Vormbaum macht mir Mut, dass es doch noch hellwache Leute in unserm Lande gibt. Auch der Hinweis, dass von unserem Boden die 2 schrecklichsten Unrechtsregiemen ausgingen, ist richtig. Die Einschränkung der Freiheit reduziert doch die ermordeten Menschen nicht, im GEGENTEIL! In Unfreien Ländern werden die Menschen weniger auf den Strasen ermordet aber umsomehr in folterkammern und auf Polizeiwachen, sowie an Mauern und elektirschen Drahtgrenzen. Dort werden sie auf offener Wiese erlegt - auch in China. Gerde die Organisatoren der Buchmesse scheinen die Geschichte und das Geschehen in unserer Zei nicht zu kennen. Unser Land muss sicherlich in einem Bildungsnotstand leben. Wie wäre es das - den Bildungsnotstand - als Wahlkampfthema zu machern?

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15. September 2009 10:45
Tänzer auf diplomatischem Parkett  
Karin Frost (Westerland11)

Während die übrige Welt schon begonnen hat, sich im geläuterten Kapitalismus einzurichten, scheint das Reich der Mitte noch hastig auf das wenig Platz bietende Parkett schlittern zu wollen. Der abrupte Wechsel von Publikum, Banderolen und Wettkampfrichtern kann nicht ohne Schlingerkurs und Rutschpartien über die Bühne gehen. Es ist nicht nötig anzunehmen, unser Land würde hier als Diktatur klassifiziert: Es ist das Selbstdiktat der Sensibilität der chinesischen Seele, die als ständige Angst, das Gesicht zu verlieren, als Neigung, sogar Unterstützung als Einmischung wahrzunehmen, als Ad-Hoc-Politisierung der Kultur und Symptome eines Annäherungsprozesses in Erscheinung tritt, dessen Pendel zwischen Isolation und Weltoffenheit mit beängstigender Amplitude hin und her schwankt.

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15. September 2009 09:26
Gaststatus  
Thomas Brentana (Grinsekatz)

Wie war das doch gleich ? Die Buchmesse findet meines Wissens nach in Frankfurt statt, also in Deutschland. Die chinesische Delegation war daher GAST in UNSEREM Land. Und wer als Gast der Meinung ist, dem Gastgeber Vorgaben machen zu müssen, wen er einlädt, wen er begrüßt oder wer was wann sagen darf, der sollte sich mit Kommentaren zu schlechtem Benehmen deutlich zurückhalten.
Jedem seine persönliche Meinung, aber sie als Gast dem Gastgeber aufzudrücken zeugt nicht von schlechtem, sondern von unmöglichem Benehmen.

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15. September 2009 07:59
Feigheiten  
Ralf Vormbaum (Vormbaum)

Sind es nicht genau solche Feigheiten, wie sie hier Herr Boos gezeigt hat, die den Diktatoren immer wieder signalisieren, dass man sich schon mit Ihnen arrangieren wird, wenn nur der Rubel entsprechend rollt? Das ausgerechnet der Direktor der Frankfurter Buchmesse sich in derart peinlicher Weise um klare Positionen gewundet hat und das auch noch in einem Land, dass in der jüngsten Geschichte zwei Diktaturen erlebt hat, wovon eine den größten Massenmord überhaupt zu verantworten hat, ist auch hinsichtlich all derer schlimm, die auf dieser Buchmesse als Autoren vertreten sind. Offenbar haben die Organisatoren der Buchmesse nichts von dem verstanden, was Kunst ausmacht und trägt. Auch einige Kommentatoren hier scheinen tatsächlich zu glauben, diktatorische Strukturen eines Staates rechtfertigen zu können und dafür die Meinungsfreiheit, auch noch in der Literatur, opfern zu dürfen.

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14. September 2009 19:41
unglaubliche Vorgang  
Zi You (ZiYou)

wenn der Mitverantalter, nämlich die off. chin.Delegation, bei der Eröffnung nicht mal erwähnt wurde, sondern durch die Blume als unwillkommen "begrüßt" wurde, von der ach so "mutiger" Frankfurter Bürgermeisterin, dann ist es tatsächlich ein Skandal! Nur die zwei "China Kritiker" wurden namentlich begrüßt und ohne Vorabsprache mit chin. Delegation auf Podium gebeten, um Eröffnungswörter zu sagen. Wo gibt es den so was?! Unmögliche Vorgang!! Sind die dt. Organisatoren mit ICE durch die Kinderschuh gerauscht?! Es ist nach zulesen, wie es war. Zitat "Das Grußwort v. Petra Roth fiel undiplomatischer aus: Sie forderte mehr "Standfestigkeit" bei der Verteidigung der Meinungsfreiheit, begrüßte die beiden Dissidenten namentlich und erinnerte bewusst an ihre Treffen mit dem Dalai Lama...

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14. September 2009 16:34
Boos sollte sofort zurücktreten  
joachim bovier (jbovier)

Wir Frankfurter können stolz sein, dass unsere Oberbürgermeisterin Roth sich jedenfalls nicht von chinesischen Diktatoren auf der Nase herumtanzen und einschüchtern lässt. Dikatur, Unfreiheit un d Völkermord beim Namen nennt. Die Frankfurter Buchmesse hat sich dagegen bis auf die Knochen blamiert und der Herr Boos ist reif für den sofortigen Rücktritt. Die putzige Weltsicht des ehemaligen chinesischen Botschafters bedarf eigentlich keines Kommentars - einfach lächerlich und anmassend.

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14. September 2009 16:04
Wer Wind sät ...  
Rudolf Stein (RUDLITH)

"Die Auffassung, dass zu viel individuelle Freiheit ein Schaden für das Gemeinwohl sei, wie er verkündete, wird von der jüngeren chinesischen Generation, den liberal natives, wohl längst nicht mehr geteilt."
Wohl aber von mir. Und den Beweis kann man Tag für Tag in Deutschland besichtigen und erfahren. Die Diskrepanz zwischen ungezügelter individueller Freiheit (Totschlagen von Straßenpassanten, Abfackeln von Autos, Angriff auf Polizisten, , Drogen- und Alkoholmißbrauch usw.usw.usw.) und der Verhöhnung jeglichen Einsatzes für die Gesellschaft, Anspucken nationaler Symbole, Zerstörung öffentlichen Eigentums usw.usw.usw.) ist der Tod jeglichen Gemeinwesens. Ich befürchte nur, es gibt genügend Beweise dafür, dass das gewünscht ist.

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14. September 2009 14:34
Rückrat  
Christian Treczoks (treczoks)

Ob Jürgen Boos mit seinem offensichtlich mangelnden Rückrat der richtige für den Job ist? Gerade, wenn man Asiaten als "Verhandlungspartner" hat, sollte man Charakterstärke haben und zeigen, alles andere führt dazu, dass man überfahren wird.
Wer auch immer Herrn Boos an diesen Job gelassen hat - es wahr wohl eine Fehlentscheidung.
Und wenn Herr Boos den Job trotzdem weitermachen sollte, dann sollte er mal was über Strategeme nachlesen...

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14. September 2009 13:41
Klar, muss sich  
Kay Schmelzer (weitererfazleser)

denn es ist tatsächlich so, dass Deutschland, wann auch immer möglich, als Lehrer und Oberlehrer aufspielt.

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