Erzählt von einer Desillusion: Autorin Katharina Hacker

Die Freiheit steckt im Weißraum: Mit dem Erscheinen ihres neuen Romans beendet Katharina Hacker die Zusammenarbeit mit dem Suhrkamp Verlag. Das Haus hat ihre Wünsche missachtet. Von Felicitas von Lovenberg

Lesermeinungen zum Beitrag

21. November 2009 00:11
Nicht viel verändert  
michael roloff (mikerol)

Wenn Katharina Hacker schreibt „In der Zusammenarbeit mit dem Suhrkamp Verlag habe ich nun gelernt, wie kleine Unfreundlichkeiten, Geringschätzungen, Unachtsamkeit sich ausbreiten, von einer Handlung zur nächsten, von einem Menschen zum nächsten,“ dann hat sich meines Erarchtens da nicht viel veraendert seit der Zeit Siegfried Unseld/ Helene Ritzerfeld. Ein Verlag ist oft nicht so schoen als die schoenen Koepfe der Autoren, die Autoren ja auch nicht.

Bewerten: schlecht gut
15. November 2009 15:21
Semantisch gebrochen  
Herold Binsack (Devin08)

Roman und Essay auf einer Seite!Ich denke nicht,dass man unterstellen sollte,dass da jemand vom anderen kopiert.Ich selbst habe mich in letzter Zeit dahin bewegt,ohne etwas von einer Frau Hacker oder auch einem Coetzee zu wissen.Es hat was mit Dialektik zu tun,mit der,wie wir sie kennen,und der,wie sie derzeit weiter entwickelt wird,auch im Genre Roman.Ich beziehe mich da gerne auf Žižek,wissend,dass ein Žižek als Poststrukturalist auch meine Grenzen tangiert.Aber mit seiner „Parallaxe“ und der „Lücke“ begreife ich,dass zur Dialektik zwischen Materie und Bewusstsein,die zwischen dem Sein und dem Nichts hinzu kommt.Das Problem:die Semantik ist noch gefangen im Rahmen, der - vom Subjekt antizipierten – Logik,also scholastisch kontaminiert.Hinzu kommt die soziale Dimension,dem obsolet Werden des bürgerlichen Romans,wie überhaupt der bürgerlichen Klasse,die proletarische scheint ja gerade abgewickelt.Es kommt hinzu,die Dialektik zwischen Sein und Schein (Kant-verdächtig),auch als Realität und Virtualität.Wirklichkeit ist postmodern nicht mehr greifbar,damit sind Erkenntnisse - vor allem Metaerkenntnisse - gefährdet. Ein Nichts im Reich des Bewusstseins,als Negation des (bewussten) Seins,semantisch gebrochen,Schein behaftet, romanhaft.

Bewerten: schlecht gut
15. November 2009 12:46
Hacker & Lovenberg  
Marcus Fronto (MarcusLFronto)

haben also zusammengesessen, und die Autorin hat der Journalistin ihr Leid geklagt. Herausgekommen ist etwas schmutzige Wäsche, worüber man als Leser gar nicht so genau informiert werden möchte, zumal Suhrkamp nicht im gleichen Maße die Gelegenheit hat, die eigene Position zu erläutern. Dass Ulla B. als Verlagsleiterin nicht dasselbe Kaliber ist wie Siegfried U., ist eine gut bekannte Tatsache, die dann auch nicht wieder und wieder bewiesen werden muss. Der Wechsel zu Fischer mag selbstverständlich gut begründet sein.
Was mir im Artiekl fehlt (und was mein Vorredner deshalb unnötig feiert), ist ein Hinweis auf die Anleihen, die Hacker bei J.M.Coetzee (südafr. Nobelpreisträger) genommen hat. Die Begrenzung mit den Möglichkeiten, Lebenspläne zu realisieren, ist eines seiner Leitthemen. Vor allem aber wird im kürzlich erschienenen "Diary of a Bad Year" mit demselben Verfahren gearbeitet, nicht mir einer, sondern sogar mit zuätzlichen Ebenen, auf denen die Haupterzählung 'kommentiert' wird. Es wäre interessant zu wiesen, ob Autorin und (Nicht-)Lektorat über diesen Punkt und wie die Autorin sich von Coetzee absetzt, gesprochen haben.

Bewerten: schlecht gut
15. November 2009 11:41
also auch bei....  
YIN YANG (YANGI)

suhrkamp......

Bewerten: schlecht gut
14. November 2009 21:35
„Nichts ist unglaubwürdiger als die Wirklichkeit“  
Herold Binsack (Devin08)

„„Genauso wichtig wie das, was in den zwei Spalten steht, ist ihr darum der Raum zwischen dem Gesagten, der für all das steht, „was man ausgelassen, ausgeschlagen hat im Leben.““ Das ist revolutionär und vermutlich genau der Grund, warum Suhrkamp das nicht wünscht. Suhrkamp ahnt hier das Ende des (bürgerlichen) Romans. Es gäbe natürlich noch andere Methoden Geschichte und ihre „Antigeschichte“/„Parallelgeschichte“ darzustellen, aber dies würde den Roman philosophisch überladen, ihn zum theoretischen Traktat machen, oder es würden mindestens 2 Romane werden. Das Buch macht mich neugierig. Der Leser muss es dann aber anders lesen, als es präsentiert ist, von Suhrkamp, die „Lücke“ mitdenken. Mit Žižek wäre die „Lücke“ ehe das einzige, was „existiert“. Ist es das, was uns auch die Autorin sagen will: es existiert eigentlich nichts wirklich, sondern wir subsistieren nur ununterbrochen etwas, was wir dann Wirklichkeit nennen (und eliminieren damit andere Wirklichkeiten, und dazwischen läge das eigentlich Wirkliche, hier: das Unbelichtete/Ungelebte - die „dunkle Seite des Monds“), Dostojewskis Diktum: „Nichts ist unglaubwürdiger als die Wirklichkeit...“ (Schuld und Sühne) relativistisch verstehend.

Bewerten: schlecht gut
14. November 2009 19:06
Mit Suhrkamp geht`s abwärts.  
Karl-Heinz Andresen (khaproperty)

Der Fall Hacker, der ein Fall Suhrkamp ist, spricht sich herum und welcher Autor möchte darauf gefaßt sein, derart einmal behandelt zu werden. Also nichts wie weg, solange man sich (noch) nicht streiten muß, wäre eine verständliche Reaktion. Was würde der alte Unseld dazu wohl sagen?

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