Wieviel gibt's für den goldenen Ring?

Hoher Goldpreis

Opas Goldring verkauft sich nur mit Verlust

Der Goldpreis ist hoch wie nie. Verständlich, dass der ein oder andere auf die Idee kommt, Goldschmuck zu Geld zu machen. Ist das wirklich lukrativ? Philip Eppelsheim hat einige Edelmetallhändler besucht und sich erkundigt, wieviel sie für den geerbten Ring seines Großvaters bieten.

Lesermeinungen zum Beitrag

17. März 2008 11:51

Wertverfall!

Herold Binsack (Devin08)

@Munk:Dass der Wert der Unze Gold „seit Jahrhunderten immer gleich“ sei, kann so nicht stimmen, jedenfalls nicht seit wir den Kapitalismus haben. Der Wert, bzw. die Wertschöpfung sind an die Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft gekoppelt, da diese (und soweit diese) aber gegenüber dem in die Produktivität investierten Kapital an Bedeutung verliert, fällt der Wert. Das ist sozusagen die negative Seite der Produktivitätssteigerung – neben der Arbeitslosigkeit breiter Massen, versteht sich – und natürlich mit ein Grund für den Preisverfall (gerade so vieler technischer Güter), der ja auch den Wertverfall darstellt, wenn auch verzerrt. Der „tendenzielle Fall der Profitrate“ ist womöglich der Hauptgrund dafür, warum die Kapitalisten den Marxismus so hassen, denn damit kommen sie überhaupt nicht klar, und sie können dem eigentlich nur die Monopolisierung, also die Profitmaximierung entgegensetzen. Letzteres führte dann zur Finanzindustrie, also der Industrie, die für die „Häufchen auf der rechten Seite!“ zuständig ist: Profitmaximierung durch die rechtzeitige Ausbeutung von Spekulationsblasen, könnte man das auch nennen, und genau darum geht es jetzt auch bei der Goldblase.

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17. März 2008 07:54

@Peter Munk - Wertstabilität?!

Marko Hrbat (Hrbat)

Es ist der Wunsch des Menschen nach Stabilität, der den Goldpreis bestimmt.

Gerade dadurch ist aber der Goldpreis nicht stabil!
Denn auch hier spielen Angebot und Nachfrage an der Preisschraube.

Ich verstehe Ihre Position ganz gut und Sie haben sicherlich teilweise recht.
Ich persönlich meine, dass sicherlich momentan vieles überbewertet ist:
Rohstoffe allg, Ölpreis (die 100 USD-Grenze wurde bei fallenden USD-Kursen durchbrochen!), Gold

Nach der Spekulationsblase Internet/Web1.0 kam in den USA die Immobilienblase und weltweit durch den Chinaboom die Rohstoff-Blase. Momentan eben die Goldblase.

Es werden sich sicherlich einige daran erinnern, als es die Silberblase der Gebrüder HUNT in den 1980ern gab. Wo ist der Silberpreis heute?
Ein gesunder Mix von allen (inkl. Bargeld) ist sicherlich die beste Methode. Darüber hinaus immer dann schön kaufen, wenn die Preise fallen, nicht wenn sie steigen.

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14. März 2008 22:33

Aus der Traum

Herold Binsack (Devin08)

@Grimm:Sie haben Recht, und doch bestätigen Sie damit zumindest meine These,dass Gold – spekulationsbereinigt - eher an Wert verliert als gewinnt.Die 57 % in 3 Jahren (am Euro gemessen),sind natürlich ganz beachtlich,allerdings müsste das noch um irgendeine Inflationsrate (in der Eurozone, nicht identisch mit der EG) bereinigt werden.Und da wird es schon schwierig.Selbst wenn man von offiziellen Statistiken ausgeht (und die gefühlte Inflation ignoriert),könnten die Unterscheide recht erheblich sein,vielleicht irgendwas zwischen 2 und 20 %,je nach dem in welchem Land der Käufer des Goldes lebt,bzw. sein Geld ausgibt.Im letzteren Fall wäre das ganz klar ein Verlustgeschäft.Wir kommen also nicht umhin den Wert (und damit einen am Wert gemessenen Preis) auf der Grundlage der Produktionskosten zu ermitteln und zwar entlang der ganzen Wertschöpfungskette,und da bin ich überzeugt,dass selbst bei steigenden Rohstoffkosten am Ende das Feingold in seinem Wert fällt,da nämlich die Produktionskosten vermutlich nicht gestiegen sind.Die kurzfristig angeheizte Spekulation verzerrt das natürlich,aber das reizt die Besitzer dieses Produktes zum Verkauf und damit nähert sich auch der Preis wieder seinem Wert. – Aus der Traum!

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14. März 2008 21:24

Schmuckgoldwert nicht gleich Feingoldwert

Peter Grimm (Ogga)

So wie mein Vorschreiber mit 20 € pro Gramm Gold rechnet, kann man beim Schmuckgold nicht rechnen. Da es sich um 585er Gold handelt (d.H.: 415 Teile Kupfer o.ä. und 585 Teile Gold), beläuft sich der Goldwert auf maximal ca. 12 € pro Gramm, somit sind 35 bis 50 € ein ganz passabler Preis dafür.
Im übrigen verstehe ich den ganzen Rummel mit dem Goldpreis sowieso nicht. Der starke Anstieg des Goldpreises bezieht sich hauptsächlich nur auf den Dollar-Preis.
Da Gold nun mal an der Börse in Dollar bewertet wird. Wenn man den Anstieg des Goldpreises in den letzten 3 Jahren bezogen auf den EURO anschaut, kommt dabei garnicht so viel heraus, da in der gleichen Zeit der Dollar massiv an Wert verlor!
Auf den Dollar bezogen war die Steigerung ca. 110 %, auf EURO bezogen ca. 57%!
Im übrigen ist der Höchtsstand von 1980ern in DM/EURO noch nicht erreicht (44000,--DM/ ca.22500 € je kg) mit heute ca. 20000 €/kg. Nur in Dollar haben wir derzeit einen historischen Höchsstand. (1980 ca.26800 $, heute ca.31800$.
Diese Fakten sollte man nicht außer acht lassen!

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14. März 2008 17:18

Opfer des Sirenengesanges der Finanzindustrie

Herold Binsack (Devin08)

Wenn der zurzeit hochspekulierte Preis pro Gramm Gold bei etwa 20 Euro liegt, dann müsste „Opas Ring“, mit 3,5 Gramm also etwa 70 Euro einbringen. Dass er das nicht tut, liegt nicht nur an der „Raffgier“ der Goldhändler, die bereit sind zwischen 30 und 50 Euro zu blechen, und die die Notlage Ihrer „Lieferanten“ ausnutzen, sondern auch daran, dass diese Händler definitiv ein besseres Gespür für den wahren Wert des Goldes haben, als die durch die Spekulation verwirrten Kunden am Finanzmarkt, auch wenn diese Händler vermutlich nicht das Geheimnis des Zusammenhanges von Wert, Wertschöpfung und Preisgestaltung durchschauen, denn auch Sie dürften nicht wenig verwirrt sein, durch den Sirenengesang der Finanzindustrie. Und stellte ich nicht in einem anderen Beitrag ("Fieber" Ja, Gewinne aber nicht für „Jedermann“, http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~E4FBB034031364BDF94DAFD48D371B2F3~ATpl~Ecommon~Scontent.html) fest, dass auch der „Schmuckwert“ eher tendenziell sinkt?

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