23. Februar 2008 Die Entspannung auf den Märkten für Rohöl war nur von kurzer Dauer. In den vergangenen zwei Wochen ist der Preis um 15 Prozent gestiegen und liegt derzeit knapp unter dem Rekordhoch von rund 100 Dollar je Barrel (159 Liter). Das bekommen auch die deutschen Verbraucher zu spüren. Der Liter Diesel kostet an günstigen Frankfurter Tankstellen rund 1,30 Euro, Super-Benzin rund 1,40 Euro je Liter. So hoch war das Preisniveau für den Treibstoff noch nie.
Auch die Preise für Heizöl sind weiter gestiegen. In München - dort ist es wegen der großen Entfernung zu den Häfen teurer als im Norden - zahlten Hauseigentümer am Freitag 2.235 Euro, wenn sie ihren Tank mit 3.000 Litern füllen wollten. Im Januar 2007, als die Heizölpreise auf ein mehrjähriges Tief gefallen waren, reichten noch 1.500 Euro für die gleiche Menge.
In den kommenden Monaten wird es üppige Miet-Nachforderungen geben
Mieter sind im gleichen Maß von den steigenden Energiepreisen betroffen. In den kommenden Monaten wird es üppige Nachforderungen geben", sagt Franz-Georg Rips, Präsident des Deutschen Mieterbundes. Im Jahr 2006 kostete ein Quadratmeter Wohnung etwa 1,10 Euro je Monat allein für Heizung und Warmwasser. Zwei Jahre zuvor waren es noch 86 Cent. Der Trend ist steigend. Denn für die Heizperiode 2007, die Grundlage für die bevorstehenden Abrechnungen der Nebenkosten ist, erwartet Rips einen durchschnittlichen Wert von etwa 1,30 für eine Wohnung mit 70 Quadratmetern Fläche je Monat und Quadratmeter. In solchen Fällen ist mit Nachforderungen von rund 170 Euro für das vergangene Jahr zu rechnen und einer entsprechenden Erhöhung der Nebenkostenvorauszahlung. In Einzelfällen, insbesondere bei schlechter Isolierung, sei auch mit Nachforderungen von bis zu 500 Euro zu rechnen, warnte Rips.
Wie hoch die Kosten für die Mieter ausfallen, hängt auch davon ab, wann der Vermieter den Tank gefüllt hat. Hat er das zu Beginn des Jahres 2007 getan, als die Preise niedrig waren, können die Vorauszahlungen ausreichen. Bei Gasheizungen gibt es diese Unwägbarkeiten nicht, allerdings sind Gasverbraucher ebenso von Preissteigerungen betroffen, mitunter sogar von noch höheren. Denn die Gaspreise werden von den Versorgern mit einer Verzögerung von einigen Monaten an die Entwicklung des Ölpreises angepasst.
Bleiben die Winter nicht warm, so wird's teurer
Es könnte für die Energieverbraucher noch teurer werden. Denn vor allem der vergangene Winter, aber auch dieser Winter sind ungewöhnlich warm gewesen. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes zeichnet sich für diesen Winter - der Wetterdienst meint damit die Monate Dezember, Januar und Februar - eine Durchschnittstemperatur von etwa 2,2 bis 2,3 Grad ab. Im vergangenen Jahr waren es im Durchschnitt von Tag und Nacht sogar 3,2 Grad. Der langjährige Durchschnitt liegt bei 0,2 Grad, für die letzten drei Jahrzehnte bei etwa einem Grad. Wenn also kältere Winter folgen und die Energiepreise hoch bleiben sollten, kämen auf Hauseigentümer und Mieter deutlich höhere Kosten zu.
Durch geschickten Einkauf lässt sich nicht viel sparen, einige Prozent Kostenreduzierung sind aber doch möglich. Vom Versuch, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen - also zum Beispiel bevorzugt am Ende des Winters zu kaufen -, raten die meisten Experten ab. Die Ölpreise lassen sich kaum vorhersagen, ein saisonabhängiger Verlauf lässt sich nicht nachweisen. Sicher ist nur, dass die Bestellung großer Mengen billiger ist als das wiederholte Tanken kleiner Mengen.
Häufige Bestellungen sind schon deshalb mit zusätzlichen Kosten verbunden, weil die Lieferanten für kleinere Mengen höhere Preise je Liter verlangen. Das könne den Preis leicht um 3 bis 4 Prozent erhöhen, erklären Fachleute. Umgekehrt kann es sich auszahlen, die Bestellung mit dem Nachbarn abzustimmen und gemeinsam abzugeben. Liefert der Tankwagen statt 3.000 Litern an einen Haushalt die doppelte Menge an zwei, geben viele Händler einen Nachlass von 1 bis 2 Prozent. Das senkt die Ölrechnung allerdings nur geringfügig.
Text: F.A.Z., 23.02.2008, Nr. 46 / Seite 21
Bildmaterial: ddp, F.A.Z.
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Ich habe eine solche Krise an den Weltbörsen noch nie gesehen
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 5.326,63 | -1,12 |
| TecDax | 573,04 | -5,15 |
| DowJones | 9.663,67 | -2,93 |
| Nasdaq | 1.786,01 | -4,13 |
| STOXX 50 | 2.878,82 | +0,22 |
| Nikkei 225 | 10.155,90 | -3,03 |
| S&P 500 Zert. | 10,50 | -1,78 |
| Euro/Dollar | 1,36 | +0,49 |
| Bund Future | 117,30 | +0,27 |
| Gold | 885,62 | +2,78 |
| Öl | 85,76 | -1,06 |