Axel Scheffler zeichnet live
Der Grüffelo aus der Kiste
Ganz geheuer ist die Sache nicht: Da spielen zwei Schauspieler die Geschichte vom „Grüffelo“ nach, in wechselnden Rollen, ziemlich laut und gestenreich – und dann taucht einer von ihnen praktisch unverkleidet hinter einer großen Wand auf, er soll den Fuchs aus diesem Buch geben, und sieht genauso aus, wie Axel Scheffler den Fuchs gemalt hat. Ist das ein Triumph der Verstellungskunst, ganz ohne Maskerade? Oder haben wir Schefflers Bilder inzwischen so verinnerlicht, dass wir sie automatisch als Folie über die Personen legen, die die Figuren darstellen? Solche Gedanken sind nervösen Erwachsenen vorbehalten, die Kinder, die gekommen sind, um das „Grüffelo“-Spiel und Scheffler live zeichnen zu sehen, gehen völlig in der Sache auf – nur den Grüffelo selbst kann keiner spielen, sein Kopf ragt als Riesenrequisit über die Wand. Am Ende signiert Scheffler und malt in die Bücher jeweils eine Minizeichnung aus dem Handgelenk. Offenbar kennt auch er seine Figuren auswendig. (spre)