TV-Rechte

Bundesliga am Samstag abend und Sonntag mittag

Von Michael Ashelm

37 Pakete, 39 Bewerber: die Bundesligaübertragungen werden neu definiert

37 Pakete, 39 Bewerber: die Bundesligaübertragungen werden neu definiert

31. Oktober 2008 Nach einer schmerzlichen Niederlage gegen das Kartellamt, dem Abschied von einem vielversprechenden Medienpartner (Kirch) und zeitraubenden Diskussionsrunden glaubt sich die Deutsche Fußball Liga (DFL) nun auf dem richtigen Weg, ihre Fernsehrechte an der Ersten und Zweiten Bundesliga so für die nächste Saison und zwei oder drei weitere Spielzeiten vermarkten zu können, dass sie damit ein „optimales Ergebnis“ erzielt. Wie schon erwartet, wird als wichtigste Neuerung ein Samstagsspiel der Bundesliga von der üblichen Anstoßzeit um 15.30 Uhr auf 18.30 Uhr verlegt werden, zudem rückt die zweite Liga am Samstag und Sonntag auf ungewohnt frühe Spieltermine.

Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung stellte die DFL am Freitag in Frankfurt den neuen Vermarktungsplan den Vertretern der 36 Profiklubs vor. Bis zum 21. November können jetzt die 39 Interessenten „verbindliche Angebote“ für insgesamt 37 Rechtepakete abgeben, die auf unterschiedlichen Vertriebswegen genutzt werden können - fürs Bezahlfernsehen, frei empfangbares Fernsehen, TV im Internet sowie Mobiltelefon.

Mindestens 405 Millionen Euro oder etwas mehr

Mindestens 405 Millionen erhofft sich der Geschäftsführer der DFL, Christian Seifert - es darf auch mehr sein

Mindestens 405 Millionen erhofft sich der Geschäftsführer der DFL, Christian Seifert - es darf auch mehr sein

Ligapräsident Reinhard Rauball geht davon aus, „dass bis zur Winterpause oder vielleicht schon zur Adventszeit“ ein verwertbares Resultat der Ausschreibung vorliegen wird, welches für die nächsten Jahre vor allem finanzielle Planungssicherheit geben soll. „Wir glauben, auf dem vermutlich schwierigsten Medienmarkt in Europa und trotz der staatlichen Restriktionen zu einem guten Ergebnis zu kommen“, so Rauball.

Christian Seifert, der Vorsitzende der DFL-Geschäftsführung geht davon aus, dass auch in der allgemein schwierigen Wirtschaftslage mindestens die bislang erzielten 405 Millionen Euro pro Saison aus der nationalen Fernsehvermarktung eingespielt werden können oder sogar „etwas mehr“.

Live-Spiel am Samstag abend

Der neue Spielplan sieht vor, dass in der Bundesliga ein Spiel am Freitag (20.30 Uhr), sechs Spiele am Samstag und zwei Spiele am Sonntag nacheinander (15.30 und 17.30) stattfinden sollen. Bis zu sechs Mal in der Saison nach Länderspielen findet das Freitagsspiel am Samstag um 15.30 statt, fünf Mal nach Europapokalwochen wird das spätere Samstagsspiel noch auf Sonntag (17.30) gelegt. Von besonderem Interesse wird das spätere Samstagsspiel für einen möglichen Pay-TV-Anbieter wie Premiere sein, der die Livepaarung an diesem Spieltag nach seinem Interesse auswählen kann. Doch nur sechs Mal pro Saison könnte derselbe Verein vom Rechteinhaber auf diesen Termin nominiert werden, drei Mal davon als Heimspiel.

Regelspieltag der Fußball-Bundesliga von der Saison 2009/2010 an:
Freitag:
1 Spiel um 20.30 Uhr
Samstag: 5 Spiele um 15.30 Uhr 1 Spiel um 18.30 Uhr
Sonntag: 1 Spiel um 15.30 Uhr 1 Spiel um 17.30 Uhr

Ausnahmen:
Nach Länderspielen in der Woche kann bis zu sechsmal das Freitag-Spiel auf Samstag, 15.30 Uhr, verlegt werden. Nach Europapokalspielen in der Woche kann bis zum fünfmal das Samstag- Spiel (18.30 Uhr) auf Sonntag, 17.30 Uhr, verlegt werden. An den beiden letzten Saison-Spieltagen finden alle neun Partien zeitgleich um 15.30 Uhr statt.

Regelspieltag der 2. Fußball-Bundesliga von der Saison 2009/2010 an:
Freitag:
3 Spiele um 18.00 Uhr
Samstag: 2 Spiele um 13.00 Uhr
Sonntag: 3 Spiele um 13.30 Uhr
Montag: 1 Spiel um 20.15 Uhr
Ausnahmen: Findet am Freitag kein Bundesligaspiel statt, kann ein Zweitligaspiel freitags auch um 20.30 Uhr beginnen.

Text: F.A.Z.
Bildmaterial: ddp

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