Zweite Bundesliga

Schützenfest in Aue - Gladbach und Fürth patzen

24. Februar 2008 Borussia Mönchengladbach kann im neuen Jahr einfach nicht gewinnen, aber die Patzer der Aufstiegskonkurrenten machten den Punktgewinn beim VfL Osnabrück dennoch wertvoll. Trotz zweimaliger Führung durch Torjäger Rob Friend kam der Spitzenreiter der Zweiten Fußball-Bundesliga auch im vierten Rückrundenspiel nicht über ein 2:2 hinaus, thront aber mit 38 Punkten weiter an der Spitze. Denn am 21. Spieltag büßten auch die Verfolger allesamt Punkte ein (Siehe auch: Fußball: Ergebnisse 2. Liga).

So musste sich am Sonntag auch die Spielvereinigung Greuther Fürth mit einem glücklichen 1:1-Unentschieden beim FC St. Pauli begnügen. Mainz 05 war bereits am Freitagabend im Heimspiel gegen den Tabellenletzten Carl Zeiss Jena nicht über ein enttäuschendes 2:2 hinausgekommen. Der 1. FC Köln (35) und 1860 München (32) bremsten sich beim 0:0 im direkten Duell gegenseitig aus. Und der SC Freiburg unterlag mit 0:2 beim Aufsteiger 1899 Hoffenheim, der mit 34 Zählern nun gleichauf liegt und nun ebenfalls ans Tor zur Bundesliga klopft.

„Unser Platzverweis war einfach nur Dummheit“

„Das ist das dritte oder vierte Mal, dass wir beschissen werden - eine Frechheit“, schimpfte der Gladbacher Alexander Voigt, der den Foulelfmeter zum 2:2-Endstand durch Thomas Cichon (76. Minute) verschuldet hatte, auf den Unparteiischen Michael Kempter. „Das war clever gemacht vom Gegenspieler“, räumte dagegen der Borussen-Trainer Jos Luhukay einen berechtigten Pfiff des Schiedsrichters ein. Die Gladbacher holten nur zwei von zwölf möglichen Rückrunden-Punkten, trotzdem wollte Luhukay am Sonntag nicht hadern: „Ich bin gar nicht unzufrieden heute“, sagte der Coach, immerhin bleibt die Borussia mit 38 Punkten Erster vor Mainz und Fürth (beide 36).

Und wieder fliegt der Ball in den Kasten der Ostwestfalen Friend (l.) traf für Tabellenführer Gladbach in Osnabrück doppelt - am Ende s... Aufstiegsanwärter Fürth ging beim FC St. Pauli in Führung St. Paulis Boll bejubelt den Ausgleich Fürths Biliskow überragt Ludwig deutlich - und sah später Gelb Rot Stolper-Fußball zwischen Augsburg und Offenbach

Die Fürther hatten bei St. Pauli lange Zeit Glück: Charles Takayi verschoss einen Foulelfmeter für St. Pauli (26.). „Den nächsten mache ich wieder rein“, versprach er. Danach gingen die Fürther durch Martin Lanig (44.) in Führung. Das verdiente 1:1 markierte René Schnitzler (59.). In der Schlussphase mussten die Gäste nach der Gelb-Roten Karte für Marino Biliskov (84.) in Unterzahl den Punkt verteidigen. „Unser Platzverweis war einfach nur Dummheit. Und wir haben ein doofes Gegentor kassiert“, ärgerte sich Fürths Trainer Bruno Labbadia: „Es war mehr drin als ein Punkt, aber wir hätten auch verlieren können.“

Luz' Last-Minute-Treffer rettet Augsburg vor Pleite

Die erste Punktspiel-Niederlage unter Trainer Jürgen Seeberger kassierte Alemannia Aachen beim 2:3 gegen den SV Wehen Wiesbaden. Das Siegtor für den Aufsteiger erzielte Bakary Diakité nach einer Stunde. „Joker“ Felix Luz bewahrte den FC Augsburg beim 1:1 gegen die Offenbacher Kickers mit seinem Last-Minute-Treffer vor einer Niederlage. Suat Türker hatte die Hessen mit Saisontor Nummer neun in Führung gebracht.

Sogar drei wertvolle „big points“ im Abstiegskampf verbuchte Erzgebirge Aue: Der Tabellen-15. feierte beim 6:0 gegen einen desolat auftretenden Vorletzten SC Paderborn nach Toren von Nemec (13.), Orahovac (41./73.), Curri (45.), Leandro (51.) und Petrous (63.) den bislang höchsten Sieg in der laufenden Zweitliga-Saison und verkürzte den Rückstand auf den rettenden 14. Platz auf einen Zähler. Paderborn dagegen agierte wie ein Absteiger. Trainer Pawel Dotschew war entsetzt: „Die Geschichte ist mir peinlich, da muss man doch wenigstens Gegenwehr auf dem Platz leisten.“

„Ich wünsche, dass sie schnell aufsteigen“

Zum ernsthaften Kandidaten für einen Durchmarsch von der dritten in die erste Liga ist endgültig Zweitliga-Neuling 1899 Hoffenheim aufgestiegen. Nach Mönchengladbach und 1860 München besiegte der Aufsteiger in der Rückrunde beim 2:0 gegen Freiburg schon den dritten Mitkonkurrenten im Kampf um die begehrten Tabellenplätze eins bis drei.

„Über den Aufstieg rede ich nicht“, wiegelte Trainer Ralf Rangnick ab, dafür bezog sein Freiburger Kollege Robin Dutt mit Blick auf das von Milliardär Dietmar Hopp finanzierte 1899-Team klar Stellung: „Ich wünsche, dass sie schnell aufsteigen, damit der Spuk zu Ende geht. Carlos Eduardo, Francisco Copado, Chinedu Obasi und Demba Ba haben in der zweiten Liga nichts verloren. Das sind Bundesligaspieler.“



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: dpa

 
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