Neuer Bundesliga-Spielplan

Acht Spiele des Monats - Zweite Liga um 12.30 Uhr

Von Christian Kamp, Frankfurt

21. Mai 2008 Mehr Geld erlösen, den Fan nicht verprellen - es ist keine leichte Aufgabe, die sich die Deutsche Fußball-Liga (DFL) bei der Neugestaltung der Bundesliga-Spielpläne und der dazu gehörigen Übertragungspakete gestellt hat. Die beste Nachricht aus Sicht der Zuschauer ist: Es wird weiterhin eine starke Bundesliga-Präsenz im frei empfangbaren Fernsehen geben. Das versicherten die DFL und ihr Vermarkter, die Kirch-Firma Sirius, am Dienstag in Frankfurt.

Zuvor hatten sie ihre Pläne den Klubs der ersten und zweiten Liga erläutert. Die Reaktion der Klubvertreter, so DFL-Geschäftsführer Christian Seifert, sei durchweg positiv gewesen - kein Wunder, versprechen sie sich doch von mehr Wettbewerb auch höhere Einnahmen. Während die endgültige Ausschreibung der Fernsehpakete noch von der Genehmigung der Zentralvermarktung durch das Bundeskartellamt abhängt, soll die Neugestaltung des Spielplans in jedem Fall von der Saison 2009/10 an greifen.

Acht „Spiele des Monats“ am Samstagabend

Sicher ist: Sowohl im Stadion als auch vor dem Fernseher müssen sich die Fans auf erhebliche Neuerungen einstellen. Der bisher „sehr konservative“ Spielplan, so Seifert, mit seinen neun Begegnungen wird weiter zerstückelt - wenn auch nur in Maßen. Statt sechs Spielen am Samstag wird es künftig nur noch fünf geben. Acht Mal pro Saison wandert eines davon in den späten Abend und wird als „Spiel des Monats“ erst um 20.30 Uhr angepfiffen.

Am Sonntag gibt es künftig drei Spiele, zwei davon am Nachmittag (14.45 Uhr), eines am frühen Abend (17.00 Uhr). Auch diese Partie kann bis zu acht Mal auf 20.30 Uhr verlegt werden. Damit wurde neben wirtschaftlichen Interessen auch den Zwängen des internationalen Kalenders Rechnung getragen. Härter trifft es die Fans in der zweiten Liga: Dort wird sonntags künftig schon um 12.30 Uhr angepfiffen (4 Spiele), ein Spiel findet samstags statt (13.00 Uhr).

Modell A oder Modell B - das ist die große Frage

Was das für den Fernsehzuschauer bedeutet, ist im Detail noch nicht absehbar. Fest steht, dass für das Free-TV zwei Modelle ausgeschrieben werden sollen. Bei Modell A bliebe das meiste, wie es ist. Die ersten Bilder am Samstag gäbe es wie bisher von 18.30 Uhr an.

Am Sonntag müssten sich die Zuschauer dann allerdings bis 22 Uhr gedulden, wenn sie Bundesliga im Free-TV verfolgen wollen. Modell B würde die Sehgewohnheiten auf eine schwerere Probe stellen: Dann gäbe es samstags erst von 22 Uhr an die ersten frei empfangbaren Bilder, dafür würde es sonntags schon um 18.45 Uhr losgehen.

Und die vertraute „Sportschau“ wäre Vergangenheit

Weil damit die Rolle des Pay-TV am Samstag gestärkt würde, dürfte Modell B das favorisierte Modell der DFL und der Klubs sein. Denn auch für die Free-TV-Sender hält dieses Paket ein Bonbon bereit: mindestens 16 Live-Spiele, die bis zu acht Mal in der Hauptsendezeit stattfinden könnten. Die vertraute „Sportschau“ wäre damit Vergangenheit.

Eine Warnung, dass man auf die Popularität der Sendung nicht allzu viel Rücksicht nehmen werde, schickte DFL-Chef Seifert jedenfalls schon einmal los. „Die ARD muss ein entsprechendes Angebot machen“, sagte er. „Was sie nicht tun kann, ist, sich hinter der Kinder- und Sponsorenfreundlichkeit zu verstecken.“



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: picture-alliance/ dpa

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