FAZ.NET-Spezial: 21. Spieltag

Bayern gewinnt mit Hitzfeld - von Heesen tritt ab

Einmal hatte Ottmar Hitzfeld Grund zum Jubel

Einmal hatte Ottmar Hitzfeld Grund zum Jubel

11. Februar 2007 Der FC Schalke 04 ist dem ersten Meistertitel seit 49 Jahren einen großen Schritt näher gekommen. Nach dem erneuten Patzer des SV Werder Bremen im Spitzenspiel beim VfB Stuttgart beträgt der Vorsprung des Revierclubs schon sechs Punkte. „Darüber freuen wir uns. Aber es hat nichts zu bedeuten. Es sind noch 13 Spiele, nicht nur zwei“, sagte Trainer Mirko Slomka nach dem 2:0-Sieg gegen Hertha BSC.

Deshalb hat der FC Bayern München den Kampf zumindest um einen Champions-League-Platz nicht aufgegeben: Mit 1:0 gegen Arminia Bielefeld gelang dem deutschen Meister am Sonntag nach einem Treffer von Roy Makaay der erste, wenn auch glanzlose Sieg mit dem neuen Chefcoach Ottmar Hitzfeld. Nach der Partie erklärte Bielefelds Trainer Thomas von Heesen, der den Verein eigentlich erst im Sommer verlassen wollte, seinen Rücktritt. Sein bisheriger Assistent Frank Geideck wurde am vergangenen Mittwoch bereits als neuer Trainer für die nächste Spielzeit vorgestellt. Er übernimmt nun schon ab Montag die Verantwortung für die Mannschaft.

Nürnberg Fünfter

Am Tabellenende ließen der Hamburger SV unter Neu-Trainer Huub Stevens und der FSV Mainz mit dem drei Mal erfolgreichen Mohamed Zidan aufhorchen. Alemannia Aachen erkämpfte sich den ersten Punkt in der Bundesliga-Rückrunde. Zähler um Zähler kommt der 1. FC Nürnberg, der am Sonntag beim VfL Bochum nach zwei Toren von Saenko in der Schlussphase ein 2:0 erreichte, der Uefa-Cup-Teilnahme näher.

„Noch haben wir nichts gewonnen. Zum Feiern ist es viel zu früh“, meinte Schalke-Kapitän Marcelo Bordon nach dem sechsten Sieg in Serie. Kevin Kuranyi und Peter Lövenkrands erzielten die Treffer gegen die Berliner, die in Schalke-Keeper Manuel Neuer ihren Meister fanden. Getrübt wurde die Freude über den Sieg durch die schwere Verletzung von Gustavo Varela, der sich einen Kreuzbandriss zuzog und in dieser Saison nicht mehr zum Einsatz kommt.

Schaaf: Zielsetzung bleibt

Wegbereiter zum Schalker Glück war der VfB Stuttgart, der sich im Top-Spiel gegen den SV Werder Bremen überraschend deutlich mit 4:1 durchsetzen und den Rückstand auf Platz zwei auf einen Punkt verkürzen konnte. „Die Meisterschaft ist allerdings noch weit weg“, sagte VfB-Keeper Timo Hildebrand. Trotz des zweiten Rückschlages innerhalb von sechs Tagen haben die Hanseaten ihrer Titelträume noch nicht begraben. „Unsere Zielsetzung bleibt. Wir wollen ganz nach vorne“, sagte Trainer Thomas Schaaf.

Am Tabellenende sorgten der Hamburger SV und der FSV Mainz 05 für Furore. Die Hamburger feierten im ersten Heimspiel unter Huub Stevens beim 3:0 gegen Borussia Dortmund den ersten Sieg seit 12 Spielen. „Das war ein neuer Anfang“, jubelte HSV-Kapitän Rafael van der Vaart, der neben Colin Benjamin und Mehdi Mahdavikia zu den Torschützen zählte. Stevens erinnerte jedoch daran, dass es noch ein langer Weg sei. „Das war nur ein kleiner Schritt“, sagte der Niederländer. Für die Dortmunder hingegen brechen nach drei Niederlagen in Serie schwere Zeiten an. „Wenn wir so weiterspielen, müssen wir uns um den BVB Sorgen machen“, sagte Florian Kringe.

Mainzer Zidan „ein bisschen extra-glücklich“

Die Mainzer haben mit zehn von zwölf möglichen Punkten in der Rückrunde eine furiose Aufholjagd gestartet. Beim 4:1-Erfolg gegen den Mitkonkurrenten FC Energie Cottbus glänzte Rückkehrer Zidan mit drei Treffern. „Das war ein Super-Tag. Wir sind alle sehr glücklich und ich bin ein bisschen extra-glücklich“, sagte der Ägypter, der die Rheinhessen von den Abstiegsrängen schoss.

Alemannia Aachen erkämpfte sich nach zuvor drei Niederlagen mit dem torlosen Remis im Westderby bei Borussia Mönchengladbach den ersten Rückrunden-Punkt und hatte durch den Ex-Gladbacher Jan Schlaudraff sogar die Chancen zum Sieg. „Ich hoffe, dass wir jetzt wieder in der richtigen Spur sind“, sagte Michael Frontzeck nach einer schwierigen Woche. In der Nacht vor dem Spiel hatten Chaoten das Haus des Aachener Trainers in Mönchengladbach beschmiert. „Man muss schon überlegen, wo das alles hinführt“, meinte Frontzeck. Für die Gladbacher war das Remis eigentlich zu wenig. „Aber vielleicht ist dieser Punkt am Ende der, den man braucht, um in der Liga zu bleiben“, sagte Heynckes-Nachfolger Jos Luhukay.

Frankfurt mit sechs sieglosen Spielen

Auch für Eintracht Frankfurt rückt der Abstiegskampf nach sechs sieglosen Spielen immer näher. Stefan Kießling raubte den Hessen in letzter Sekunde den Sieg und verhalf Bayer Leverkusen immerhin noch zu einem 2:2. „Es wird die Moral stärken, dass wir heute nicht verloren haben“, befand Michael Skibbe vor dem Uefa-Cup-Hinspiel gegen die Blackburn Rovers am Mittwoch. Bayer-Torhüter Jörg Butt und der Frankfurter Christoph Spycher sahen jeweils die Rote Karte.

Bereits am Freitag rettete Frank Fahrenhorst Hannover 96 das 2:2 gegen den VfL Wolfsburg. „Wichtig ist, dass wir nicht verloren haben. Nun wollen wir uns in der oberen Tabellenhälfte auch festsetzen“, sagte Hannovers Kapitän Altin Lala.

Text: FAZ.NET mit Material von dpa/sid
Bildmaterial: AP, ddp, dpa, REUTERS

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