Rostock - Wolfsburg 0:1

Krzynowek trifft in der Nachspielzeit

28. März 2008 „Joker“ Jacek Krzynowek hat dem VfL Wolfsburg zum Auftakt des 26. Spieltags in der Nachspielzeit einen verdienten Auswärtssieg beim FC Hansa Rostock beschert. 90 Minuten waren die Niedersachsen am Freitagabend am starken Hansa-Torhüter Stefan Wächter gescheitert, ehe der Pole (90.+1) entscheidend traf. Mit 40 Punkten schielt der VfL weiterhin auf einen Uefa-Cup-Platz, Rostock dagegen steckt im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga fest (Siehe auch: Bundesliga in Zahlen - Ergebnisse, Tabelle, Torschützen).

„Wir freuen uns sehr. Glücklich war der Sieg nicht. Wir wussten, dass wir einfach die besseren Leute haben“, sagte Torschütze Krzynowek voller Selbstbewusstsein. Trainer Felix Magath lobte seine Mannschaft für eine „klasse Leistung“, während die Rostocker mit hängenden Köpfen vom Rasen schlichen. „Die Enttäuschung ist ziemlich groß in der Mannschaft“, sagte Kapitän Enrico Kern.

Wolfsburg siegt auch ohne Torjäger Grafite

Wolfsburg trat vor 15.000 Zuschauern unter „erschwerten Bedingungen“ an, wie Trainer Felix Magath vor dem Anpfiff beklagte. Im Angriff fiel neben dem gesperrten Torjäger Grafite (neun Saisontreffer) auch Danijel Ljuboja mit einer Muskelverhärtung aus. In der Abwehr mussten die gesperrten Stammkräfte Ricardo Costa und Alexander Madlung ersetzt werden.

Später Jubel beim VfL Wolfsburg Gerangel um den Ball: Agali (l.) gegen Schäfer Agali springt am höchsten - ohne zählbaren Erfolg Dejagah (Wolfsburg) spielt den Unschuldsengel, Bartels sieht das wohl anders Den Ball im Blick: Rostocks Yelen, vorne Riether

Neben Jan Simunek bot Magath den sonst rechts verteidigenden Sascha Riether im Zentrum vor Torwart Diego Benaglio auf. Der Schweizer erlebte nur 48 Stunden nach den vier Gegentoren beim 0:4 im Länderspiel gegen Deutschland einen angenehmeren Abend.

Schlussmann Wächter bester Rostocker

Mehr gefordert war sein Gegenüber: Hansa-Keeper Wächter stand stark unter Beschuss, hielt aber alles. Der 29-Jährige reagierte glänzend bei einem 17-Meter-Schuss von Makoto Hasebe (15.) sowie Kopfbällen von Christian Gentner (30.) und Jonathan Santana (33.), der auch noch eine gute Schusschance vergab (37.). Hansa hatte zudem Glück, dass der nach der fünften Gelben Karte im nächsten Spiel beim FC Schalke 04 gesperrte Marc Stein nach einem Foul am anschließend ausgewechselten Japaner Hasebe nicht Gelb-Rot sah (40.). Den einzigen gefährlichen Rostocker Torschuss vor der Pause gab Kai Bülow ab, aber Benaglio parierte souverän (44.).

Wolfsburg agierte in der Spielanlage reifer und zielstrebiger, auch wenn Regisseur Marcelinho nach seiner Disco-Affäre blass blieb. Auch bei den Standardsituationen war der Brasilianer nicht wie sonst gefährlich. Ein Warnschuss des eingewechselten und agilen Angreifers Addy-Waku Menga ließ die Hansa-Fans auf eine bessere zweite Hälfte ihrer Mannschaft hoffen. Doch schnell stand auch wieder der starke Wächter im Blickpunkt, etwa bei einem Gentner-Eckball (53.). Nach einer Stunde verflachte die Partie, bis Krzynowek doch noch zuschlug.

Hansa Rostock - VfL Wolfsburg 0:1 (0:0)
Rostock: Wächter - Langen, Orestes, Gledson, Stein (55. Pearce) - Bülow (74. Dorn), Rathgeb - Bartels, Yelen - Kern, Agali (46. Menga). - Trainer: Pagelsdorf
Wolfsburg: Benaglio - Gentner, Riether, Simunek, Schäfer - Hasebe (45. Laas), Josue, Santana - Marcelinho (79. Niang) - Dejagah (57. Krzynowek), Dzeko. - Trainer: Magath
Schiedsrichter: Felix Brych (München)
Tor: 0:1 Krzynowek (90.+1)
Zuschauer: 15.000
Gelbe Karten: Stein (5), Kern (5/2), Orestes (5) - Dejagah (4)



Text: FAZ.NET / dpa
Bildmaterial: AP, ddp, dpa

 
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