Von Michael Ashelm
26. April 2008 Erstmals hat sich Bernd Schneider nach seiner Albtraum-Woche geäußert und dabei nicht ausgeschlossen, doch noch rechtzeitig fit zu werden zur Fußball-Europameisterschaft. Die Operation ist gut verlaufen, und ich fühle mich den Umständen entsprechend gut. Die Genesung kann schneller gehen, als viele denken, ließ der 34 Jahre alte Nationalspieler aus Leverkusen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mitteilen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Schneider war am Freitag in Hannover wegen eines Bandscheibenvorfalls an der Halswirbelsäule operiert worden. Die Verletzung war erst in dieser Woche bei einer Untersuchung in München vom Orthopäden der Nationalmannschaft, Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, entdeckt worden. Zuletzt hatte der Spieler immer wieder über Rückenschmerzen geklagt, allerdings konnte der Grund der körperlichen Beschwerden von den Medizinern seines Vereins nicht lokalisiert werden.
Bei Schneider gelten die Maßstäbe wie bei Metzelder
Bundestrainer Joachim Löw will in der kommenden Woche mit dem Nationalspieler, der bei der WM 2006 zu den wichtigsten Kräften in der Nationalelf gehörte, telefonieren und dann womöglich entscheiden, ob er in seinem EM-Aufgebot weiterhin auf ihn setzt. Mitte der Woche hatte Löw dem Leverkusener zugesagt, dass er in jedem Fall dem Kader mit 23 Spielern für die EM angehöre. Könnte sich Schneider tatsächlich schnell erholen, müssten für ihn aus Sicht der Nationalmannschaftsführung wohl die gleichen Maßstäbe gelten wie bei Christoph Metzelder.
Der Innenverteidiger von Real Madrid konnte in diesem Jahr wegen einer Fußsohlenverletzung nicht ein einziges Spiel absolvieren und hat von Löw dennoch eine Nominierungsgarantie erhalten. Läuft es für Schneider schlecht, wäre seine Nationalmannschaftskarriere nach 81 Spielen und vier Toren für Deutschland zu Ende.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa
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