FAZ.NET-Spezial: 23. Bundesliga-Spieltag

Alle spielen für Bayern München

09. März 2008 Bundesliga-Spitzenreiter FC Bayern München eilt mit großen Schritten auf seinen 21. Meistertitel zu, Werder Bremen ist dagegen bei der Verfolgungsjagd durch das bittere 3:6 (1:2) beim VfB Stuttgart heftig ins Straucheln gekommen. Der deutsche Fußball- Rekordmeister aus München ließ sich am Samstag beim 2:0 (1:0) gegen den Karlsruher SC auf seinem Durchmarsch auch vom besten Aufsteiger der vergangenen zehn Jahre nicht stoppen.

Die Bayern (50 Punkte) bauten ihre Führung nach dem zehnten Bundesliga-Spiel ohne Niederlage auf sieben Punkte gegenüber den Bremern (43) aus, die eine frustrierende Woche erlebten. Immerhin blieb Werder der zweite Platz, denn Nordrivale Hamburger SV kam am Sonntag beim 1. FC Nürnberg nicht über ein 0:0 hinaus und liegt als Dritter nun acht Zähler hinter München. Bayer Leverkusen hat im Kampf um eine mögliche Teilnahme an der Champions League 2008/2009 mit einem 2:0 (2:0) gegen Hannover 96 Boden gut gemacht und liegt als Vierter nur noch einen Punkt hinter Hamburg, das die Mannschaft von Trainer Michael Skibbe am kommenden Mittwoch zum Achtelfinal-Rückspiel im Uefa-Cup empfängt. (Siehe Bundesliga in Zahlen - Ergebnisse, Tabelle, Torschützen).

Mario Gomez trifft und trifft und trifft

Im Spitzenspiel und der zugleich torreichsten Partie des Spieltages konnte Bremen trotz der Führung durch Hugo Almeida (9. Minute) und des zwischenzeitlichen 2:2 die heftige Niederlage beim Titelverteidiger VfB Stuttgart nicht verhindern. Torjäger Mario Gomez drehte die Partie mit seinen Saisontoren zwölf bis 14 (20./43./65. Minute). Der Bremer Sebastian Boenisch (60.) hatte mit seinem ersten Bundesliga-Tor das zwischenzeitliche 2:2 erzielt. Nach Gomez' Treffer zum 3:2 erhöhte Cacau nur eine Minute später für Stuttgart auf 4:2 (66.).

Beim Anschlusstreffer durch Markus Rosenberg (77.) kam noch einmal kurz Hoffnung auf, doch das Eigentor von Per Mertesacker (84.) zum 3:5 und der finale Treffer von Cacau (87.) zerstörten die letzten Träume von einem Auswärtspunkt. Nationalspieler Mertesacker sah nach einer Notbremse gegen Gomez kurz vor Schluss noch die Rote Karte.

Befreiungsschlag für Schalke - Duisburg holt einen Punkt

Torjäger Luca Toni (41. Minute) brachte die Bayern mit seinem 14. Saisontreffer vor 69.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz Arena in Führung, der wieder einmal glänzend aufgelegte Franck Ribéry (64.) machte mit seinem Traumtor den 150. Bundesliga-Sieg der Bayern unter Trainer Ottmar Hitzfeld perfekt.

Drei Tage nach dem bejubelten Vorstoß ins Viertelfinale der Champions League glückte Schalke 04 auch in der Bundesliga der Befreiungsschlag. Nach drei bitteren Bundesliga-Niederlagen in Serie gewann die Mannschaft von Trainer Mirko Slomka mit 2:0 (1:0) bei Arminia Bielefeld. Gustavo Varela (24.) und Halil Altintop (74.) sicherten den „Knappen“ die verdienten drei Punkte.

Cottbus tief im Keller

Während die Bayern souverän marschieren und die Konkurrenz auf Distanz halten, wird der Kampf gegen den Abstieg immer spannender. Der MSV Duisburg gab die Rote Laterne nach dem 1:1 (1:1) gegen Hansa Rostock an Energie Cottbus ab. Duisburg war durch Ivica Grlic (7.) in Führung gegangen, Victor Agali (20.) rettete den Hansestädtern zumindest einen Punkt.

Die Cottbuser waren beim 0:3 (0:2) beim VfL Wolfsburg chancenlos und sind in dieser Form kaum noch zu retten. Die Treffer für die nunmehr in fünf Heimspielen unbesiegten Wolfsburger erzielten Christian Gentner (17.) und Marcelinho (19./67).

Kuriose Schiedsrichter-Entscheidungen

Zwei kuriose Szenen sorgten in den Partien Borussia Dortmund gegen Hertha BSC (1:1) und Eintracht Frankfurt gegen den VfL Bochum (1:1) für Aufregung. In Dortmund zeigte Schiedsrichter Babak Rafati Berlins Marko Pantelic versehentlich die Rote Karte, nahm die Entscheidung zurück und schickte stattdessen Hertha-Trainer Lucien Favre auf die Tribüne. Der Coach hatte den Schiedsrichter-Assistenten beleidigt und am Trikot gezogen.

In Frankfurt erlaubte Referee Felix Brych dem Bochumer Mimoun Azaouagh, einen Freistoß schnell auszuführen, als Eintracht-Torwart Oka Nikolov noch die Mauer stellen wollte. Azaouagh rettete mit seiner Blitz-Idee den Bochumern einen Punkt.



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP, ddp, dpa, REUTERS

 
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