26. Juli 2008 Was müssen sie gelacht haben in der Geschäftsstelle des Hamburger SV, als dieses Stück Papier durch das Faxgerät ratterte und eine merkwürdige Botschaft verbreitete: Sieben Millionen Euro stand darauf, der Name Rafael van der Vaart, auch von einem Kauf war die Rede, und auf dem Briefkopf prangte das Emblem von Real Madrid. Dort, in der spanischen Metropole, hatte Trainer Schuster befohlen: Holt mir van der Vaart! So, als wären Leibeigene in Spanien noch immer willkommen.
Aber Herr Schuster, glauben Sie denn wirklich, der niederländische Ballzauberer kauft sich zu Ihren Ehren auch noch selbst in Hamburg frei, weil er die Lebensart in Ihrem Land so liebt? Und selbst wenn er das wirklich wollte – was er in wirren Zeiten ja mal angekündigt hatte –, wo soll er denn die fehlenden zehn Millionen hernehmen, die die Hamburger für ihren Kapitän schon bekommen sollten? Nicht einmal Sylvie hat so viel Kohle als Katalogmodel verdient.
Mit Verlaub: Sieben Millionen sind ein Witz, ein ausgesprochen schlechter Witz. Das wollen Sie aber ja nicht glauben, ziehen sich lieber wieder aus den Verhandlungen zurück und schmollen seitdem.
Als ob es eine Ehre für die Hamburger sein müsste, ihren besten Mann nach Madrid verkaufen zu dürfen. Zu dürfen! Wenn hier einer Grund hätte, die beleidigte Leberwurst zu mimen, dann doch nur das Objekt der Begierde selbst. Oder, Rafael, überleg doch mal: Willst du wirklich zu einem Verein wechseln, der seine Wertschätzung für dich in derart lächerlichen Zahlen ausdrückt? Lass es lieber bleiben.
Text: F.A.Z. / witt.
Bildmaterial: dpa, REUTERS
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