2:1 gegen Bielefeld

Fenin trifft abermals, die Eintracht jubelt

08. Februar 2008 Was für ein Heimdebüt von Martin Fenin: Der Millionen-Einkauf aus Tschechien war mit seinem vierten Tor im zweiten Spiel (47.) maßgeblich am 2:1 (1:0)-Sieg der Frankfurter Eintracht gegen Arminia Bielefeld beteiligt. Durch den Sieg rückten die Hessen zumindest für 24 Stunden mit 29 Punkten auf den siebten Tabellenplatz in der Fußball-Bundesliga vor. „Das war ein super Spiel. Ich bin sehr zufrieden“, sagte der im Winter von FK Teplice verpflichtete Fenin.

Vor 43.300 Zuschauern hatte Ioannis Amanatidis die Hausherren in der 37. Minute mit seinem siebten Saisontor in Führung gebracht. Die Bielefelder (18), für die Artur Wichniarek (74.) zum Anschluss traf, warten nun seit einem halben Jahr vergeblich auf den zweiten Auswärtssieg der Saison und drohen immer tiefer im Abstiegssumpf zu versinken (Siehe auch: Bundesliga in Zahlen - Ergebnisse, Tabelle, Torschützen).

Frontzeck: „Die Mannschaft ist bis zum Schluss im Spiel geblieben“

Bielefelds Torschütze Wichniarek war nach dem 1:2 sauer. „Wir kriegen auswärts zwei Kontertore. Da stimmt einfach irgendwas nicht bei uns.“ Sein Trainer Michael Frontzeck sagte: „Die Mannschaft ist bis zum Schluss im Spiel geblieben. Das war in der Hinrunde anders, und das sind die kleinen Schritte, mit denen wir uns nach vorne arbeiten müssen. Wenn Du in der Hinrunde auswärts dauernd unter die Räder kommst und dann in Frankfurt 0:2 hinten liegst, wird es eben schwierig.“

Die Eintracht kontrollierte die Partie von Beginn an, tat sich gegen die defensiv eingestellten Gäste zunächst aber sehr schwer. Zwar stimmten Einsatz und Laufbereitschaft, doch fehlte es an den spielerischen Mitteln, um das Abwehr-Bollwerk der auf drei Positionen veränderten Ostwestfalen zu knacken.

Chancen blieben daher zunächst Mangelware. Eine Direktabnahme des starken Chris (5.) stellte Bielefelds Torwart Mathias Hain vor keine Probleme, nach 23 Minuten drosch der Brasilianer den Ball aus acht Metern in den Frankfurter Abendhimmel.

Amanatidis verwertet Ochs' Hereingabe zum 1:0

Die Gäste, die ihren einzigen Auswärtssieg in dieser Saison am 11. August 2007 gefeiert hatten, setzten noch weniger Offensivakzente. Lediglich bei einem Gewaltschuss von Jörg Böhme, der in der kommenden Woche wie Rüdiger Kauf wegen der fünften Gelben Karte gesperrt ist, musste Eintracht-Torwart Oka Nikolov eingreifen. Die Führung für den Gastgeber fiel dann überraschend, aber nicht unverdient. Martin Fenin, der in der Vorwoche beim 3:0 in Berlin mit drei Toren ein perfektes Bundesliga-Debüt gefeiert hatte, bediente Patrick Ochs, dessen Hereingabe Amanatidis aus Nahdistanz im Netz versenkte.

Mit Wiederbeginn verstärkte Arminia-Coach Michael Frontzeck mit der Hereinnahme von Jonas Kamper die Offensive, doch der Versuch ging nach hinten los. Nur zwei Minuten nach dem Wechsel wurden die Bielefelder im Anschluss an einen Eckball ausgekontert. Markus Weissenberger scheiterte nach einem Solo über 50 Meter zunächst an Hain, den Abpraller verwandelte Fenin zum 2:0. Praktisch im Gegenzug verpasste Sibusiso Zuma, der als zweite Spitze neben Wichniarek agierte, bei einem Kopfball knapp neben das Gehäuse den Anschluss.

Weissenberger verpasst die Vorentscheidung

Am Spielverlauf änderte dies nichts. Frankfurt dominierte und kam zu weiteren Chancen. Zunächst verfehlte Chris per Kopf knapp das Tor, 60 Sekunden später traf Weissenberger nur den Pfosten. Doch mit zunehmender Spieldauer ließen die Hessen die Zügel schleifen und Bielefeld besser in die Partie kommen. Wichniarek bestrafte dies nach Vorlage von Kamper, doch zum Ausgleich reichte es für die Gäste nicht mehr.

„Bis zum Pfostenschuss, der das 3:0 hätte sein können, haben wir sehr gut gespielt, nach dem Anschlusstreffer sind wir aus unerklärlichen Gründen allerdings nervös geworden“, sagte Frankfurts Trainer Funkel. „Da haben wir noch ein bisschen an Reife vermissen lassen.“

Eintracht Frankfurt - Arminia Bielefeld 2:1 (1:0)
Eintracht Frankfurt: Nikolov - Ochs (83. Mahdavikia), Galindo, Kirgiakos (77. Russ), Spycher - Fink, Chris, Weissenberger (68. Mantzios), Köhler - Fenin, Amanatidis
Arminia Bielefeld: Hain - Korzynietz, Kucera, Gabriel, Schuler - Kirch, Kauf (90. Kampantais), Marx (46. Kamper), Böhme (73. Eigler) - Zuma, Wichniarek
Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart)
Zuschauer: 43.300
Tore: 1:0 Amanatidis (37.), 2:0 Fenin (47.), 2:1 Wichniarek (74.)
Gelbe Karten: Fenin (1) / Kauf (5), Gabriel (2), Böhme (5), Schuler (2)



Text: FAZ.NET / dpa
Bildmaterial: AP, ddp, dpa

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