Fußballfans

Unterhalten werden, oder Unterhaltung machen?

Fans sind Stimmungsmacher ...

Fans sind Stimmungsmacher ...

13. November 2008 Die Fußballfans protestieren derzeit in den Stadien gegen die Politik der Deutschen Fußball-Liga (DFL). Vor allem die neuen Anstoßzeiten ab der kommenden Saison sorgen für Unmut unter den Fans. Ligaverbands-Präsident Reinhard Rauball und „Ultra“ Julius Neumann erklären im Gespräch mit FAZ.NET, was sie von der jeweils anderen Seite erwarten.

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13. November 2008 21:01

Pro Neumann

Calpo Salmrohr (calpo_salmrohr)

Herr Rauball erscheint mir als Mehdorn des Deutschen Fußballs: willfährig, emotionsunfähig, geldfixiert, kurzum: eine Fehlbesetzung. So jemand hat im Fußball - an welcher Stelle auch immer - nichts zu suchen. Julius Neumann spricht dagegen aus, was sicher sehr viele Fußballfans fühlen, die den Sport, die ihren Lieblingsclub entdeckt und lieben gelernt haben, lange bevor der Ausverkauf losging. Und es sind diese Fans, die wichtigen, die treuen, für die die DFL blind ist. Die DFL orientiert sich an den Modefans, die nichts weiter sind als tumbe Konsumenten, die solange den Schal schwenken, bis einmal bittere Zeiten kommen und die Erfolgserlebnisse rar werden - dann sieht man diese Leute nicht mehr. Dann sind diejenigen wieder unter sich, die auch ins Stadion gehen, wenn bei Nieselregen und Bodenfrost der SC Pfullendorf zu Gast ist. Man darf sich auch nicht allzu lauthals über die zunehmende Gewaltbereitschaft und -ausübung innerhalb der Fanszene empören, denn die speist sich zu großen Teilen aus der wütenden Ohnmacht gegenüber der gnadenlosen Kommerzialisierung einer schönen Sache. Der Slogan "Gegen den modernen Fußball" sollte von allen Beteiligten sehr ernst genommen werden.

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13. November 2008 13:24

Mehr Freiräume für Fans

Craig McDermott (CraigMcDermott)

Recht hat er, der Julius Neumann. Auch wenn ich anders als er der Meinung bin, dass er seine Fanzugehörigkeit gar nicht ändern muß, um Fan eines Dorfvereins zu werden, finde ich, dass unter einem Verlust der Fankultur der gesamte Fußball leidet. Auch wenn es sicherlich für den Fußball-Connaisseur ab und an eine Freude ist, die Partie eines spielerisch hochklassigen Vereins, aber generischen Vereins wie Wolfsburg oder Hoffenheim anzusehen, ist dies doch selbst mit einem technisch mittelmäßigen Kick, der aber aufgrund der Emotionen auf den Rängen spannungsgeladen ist, nicht vergleichbar. Und wesentlicher Verstärker solcher Emotionen sind die Fans in der Kurve auf den Stehplätzen. Davon lebt der Fußball. Verkommt eine solche Fankultur, wird der Fußball zum austauschbaren kommerziellen Produkt. Ins Stadion würde ich in einem solchen Fall nicht mehr gehen. Also, schafft den Fans Freiräume. Denn ohne diese, und dies sollte auch jeder wirtschaftlich denkende Manager verstehen, wird das Produkt uninteressanter. Craig McDermott

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