FAZ.NET-Spezial: Der 25. Spieltag

Spannend ist nur der Kampf um den zweiten Platz

24. März 2008 Der FC Bayern München hat am 25. Spieltag einen entscheidenden Schritt zum 21. Titelgewinn in der Fußball-Bundesliga gemacht. „Wir sind noch nicht durch, haben aber ein komfortable Ausgangsposition“, urteilte Bayern-Manager Uli Hoeneß nach dem 2:1- Erfolg im Spitzenspiel gegen Bayer 04 Leverkusen, „aber wenn wir so weiter spielen, tut uns in Deutschland keiner weh.“

Nach dem 1:1 von Verfolger Hamburger SV beim VfL Wolfsburg ist der Vorsprung auf Platz zwei auf sieben Punkte angewachsen. Der SV Werder Bremen verpasste am Sonntag nach dem 1:1 bei Arminia Bielefeld den Sprung auf Rang drei hinter den punktgleichen Leverkusenern. Den Führungstreffer der Ostwestfalen durch Oliver Kirch (15. Minute) glich Diego per Foulelfmeter aus (70.). Ebenfalls mit 44 Punkten bleibt der FC Schalke 04 auf Rang 5. Der Champions- League-Viertelfinalist gewann bei Hertha BSC durch Treffer von Gerald Asamoah (12.) und Jermaine Jones (23.) mit 2:1. Sofian Chahed traf für die Berliner per Foulelfmeter (67.).

Völler: „Der Glaube hat uns gefehlt“

Neun Spieltage vor Saisonende wollte aber kein Münchner etwas von einer Vorentscheidung wissen. „Davon kann man nicht sprechen“, meinte Nationalspieler Philip Lahm. „Wir haben auf jeden Fall einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht.“ In einem attraktiven Duell mit der Überraschungs-Mannschaft der Saison spielten die Bayern endlich auch meisterlich.

„Die Klasse der Bayern ist uns von der ersten Minute entgegengeschlagen. Wir sind an der Qualität des Gegners gescheitert“, sagte Bayer-Trainer Michael Skibbe beeindruckt. Seine junge, aufstrebende Werkself zeigte zu viel Respekt. „Der Glaube hat uns gefehlt, aber Bayern war auch superstark“, bekannte Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler.

Vier Platzverweise in Wolfsburg

Während in München sportlich klare Verhältnisse zwischen Rekordmeister und den vermeintlichen „Kronprinzen“ vom Rhein herrschten, ging es in Wolfsburg hoch her. Für Zündstoff sorgte Schiedsrichter Thorsten Kinnhöfer, der mit zwei Roten und zwei Gelb- Roten Karten nicht nur Farbe ins Spiel brachte, sondern HSV-Trainer Huub Stevens die Zornesröte ins Gesicht trieb. „Lächerlich. Ich bin nicht zufrieden mit seiner Leistung“, maulte er.

Dass mit dem Remis Hamburgs letzte Hoffnung auf einen Titel wohl zu Ende ist, verstärkte die Wut auf den Referee - und die Resignation. Für HSV-Abwehrrecke Bastian Reinhardt ist der FC Bayern nun durch: „Das denke ich schon.“

Lob für den Schiedsrichter in Dortmund

Auch in der Begegnung zwischen dem DFB-Pokalfinalisten Borussia Dortmund und dem Karlsruher SC (1:1) stand der Schiedsrichter im Blickpunkt. In der Nachspielzeit verweigerte Michael Weiner das vermeintliche 2:1 durch BVB-Kapitän Christian Wörns wegen Abseits die Anerkennung - und erhielt Lob dafür. „Kompliment, er hat trotz der Hektik richtig entschieden“, lautete das faire Urteil von Borussia- Cheftrainer Thomas Doll. Unzufrieden war er vier Tage nach dem Pokal- Coup nur mit dem Ergebnis. „Diese tolle Woche hätten wir krönen können. Jetzt sind wir enttäuscht“, sagte der BVB-Coach.

Weiter zur Aufholjagd bläst Meister VfB Stuttgart, der Hansa Rostock mit 4:1 besiegte. „Wenn ich heute unterschreiben könnte, dass wir Platz fünf erreichen, würde ich es tun“, sagte VfB-Trainer Armin Veh mit sehnsuchtsvollen Blick auf einen Uefa-Cup-Platz. „Dann hätten wir eine Super-Saison gespielt.“ Die aktuelle Zwischenbilanz der bis zum 10. Spieltag noch auf Tabellenrang 14 abgerutschten Schwaben kann sich sehen lassen: Aus sechs Spielen holten sie 16 von 18 möglichen Punkten. Garant für den Sieg war wieder Torjäger Marion Gomez, der das vorentscheidende 3:1 erzielte und das 4:1 vorbereitete. „Er ist der beste Stürmer, den wir momentan in Deutschland haben“, lobte Veh.

In Duisburg drohte ein Spielabbruch

Immer größer wird die Abstiegsangst beim MSV Duisburg (1:1 gegen Hannover 96) und dem 1. FC Nürnberg (1:1 gegen VfL Bochum). „Das war einfach zu wenig“, bilanzierte MSV-Trainer Rudi Bommer nach dem ängstlichen Auftritt des Tabellenletzten, der ihm „Raus“-Rufe der Fans einbrachten.

Allerdings gerieten auch die eigenen Anhänger stark in die Kritik. Nach dem Wurf eines Feuerzeuges, das Schiedsrichter Lutz Wagner am Kopf traf, drohte sogar der Spielabbruch. Auch in Nürnberg blieb die erhoffte Wende zum Guten aus. „Jetzt wird es eine Nervensache“, ahnte Club-Trainer Thomas von Heesen und fügte tapfer an: „Ich bin überzeugt, dass wir es am Ende schaffen.“



Text: FAZ.NET
Bildmaterial: AP, ddp, dpa, picture-alliance/ dpa, Reuters

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